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Bereits 2008 erfolgte ein erster Anlauf zur Umstellung des Verbesserungswesens auf «Teamcenter Change Management». Allerdings hatte Schlatter eine extrem weitreichende Migration aller Daten geplant, die ein hohes Mass an Customizing erfordert hätte. Das sorgte für eine recht lange Vorbereitungsphase, während der sich Umstrukturierungen der Firmengruppe abzeichneten. Diese wollten die IT-Verantwortlichen bei Schlatter noch abwarten, und so verschwand das Projekt für einige Zeit in der Schublade.
Nach Abschluss der Restrukturierung hätten am hausgemachten Tool erhebliche Anpassungen vorgenommen werden müssen. Manuelle Schnittstellen und Prozesse verursachten zudem besonders in der Qualitätssicherung einen unnötig hohen Aufwand. Deshalb fiel der Entschluss, den kontinuierlichen Verbesserungsprozess in die unternehmensweit genutzte Teamcenter-Umgebung zu integrieren.
«Überlegungen, das Änderungs- und Reklamationswesen als Teil des ERP-Systems zu implementieren, waren schnell vom Tisch», erinnert sich Martitsch-Kreiner. «Damit hätten sämtliche Techniker erst ausgestattet werden müssen, während sie Teamcenter wegen der Unterstützung, die das System in der täglichen Arbeit bietet, bereits auf ihren Schreibtischen haben und ständig nutzen.»
Durchgängig schlank
Die Projektverantwortlichen bei Schlatter verfolgten bei der Implementierung des «Capa»-Tools (Corrective and Preventive Actions) einen reduktionistischen Ansatz. Um die Verwendung durch alle in Frage kommenden Nutzer – auch solche mit nur beschränkten Computer- oder Sprachkenntnissen – zu fördern, wurde eine einfache Web-Oberfläche vorgesehen.
Nach einer kurzen Definitionsphase erfolgte die Umstellung des Änderungswesens auf Teamcenter Change Management und das Fehlererfassungsportal Teamcenter Capa. Damit können sämtliche Mitarbeiter in Produktion und Inbetriebnahme einfach und mit hervorragender Ergonomie Problemmeldungen erfassen, ohne grosse Mengen an Daten manuell einzugeben.
Mit allen erforderlichen Informationen versehen, werden diese der Qualitätssicherung zugestellt. Deren Mitarbeiter stufen jeden Vorfall nach drei Kategorien ein. «Kein Fehler» führt zu einer entsprechenden Rückmeldung an den Verfasser, «externe Ursache» führt zu einer Reklamation mit Retourlieferschein oder Gutschriftanforderung an den Vorlieferanten.
Die Einstufung als internes (technisches) Problem löst einen Änderungsantrag aus, der – mit allen nötigen Informationen versehen – automatisch an die Entwicklungsabteilung zurückgespielt wird und dort zu einer Korrektur bzw. Weiterentwicklung der betroffenen Teile und Baugruppen führt.
Die Vorteile
«Die drei wesentlichsten Vorteile der Abhandlung in Teamcenter sind die Verknüpfung mit den Artikeldaten, die sofortige Verfügbarkeit aller begleitenden Dokumente und die nahtlose Integration des Änderungswesens in die definierten Workflows ohne Mehraufwand für die Beteiligten», fährt Martitsch-Kreiner fort. «Darüber hinaus erfolgt automatisiert eine Überleitung der Ergebnisse an das ERP-System und alle Betroffenen können sämtliche Reklamations- und Änderungsvorgänge stets transparent verfolgen und nachvollziehen.»
Selbstverständlich werden bei Verwendung von Teamcenter alle Verantwortlichkeiten elektronisch in einem schreibgeschützten Dokument festgehalten und am Ende des Prozesses sämtliche «Unterschriften» erzeugt. Die rege Nutzung des Systems beweist, dass die Umstellung des Beanstandungs- und Änderungswesens bei Schlatter auf ein vollständig papierloses Verfahren mit Teamcenter Change Management und Teamcenter Capa der richtige Schritt war und den Mitarbeitern eine echte Arbeitserleichterung bringt. Allein in den ersten sechs Monaten wurden rund 300 Fehlermeldungen erfasst, die zu 46 internen Änderungsanträgen führten, wovon 30 bereits erledigt waren.
«Allein dadurch, dass sich der bürokratische Aufwand pro Vorfall um 10 bis 15 Minuten bzw. um ein Viertel reduziert hat und die Meldung ohne Verzögerung und mit vollständigen Informationen an die nächste Stelle weitergeleitet wird, reduziert sich die Durchlaufzeit erheblich», bestätigt Martitsch-Kreiner. «Zusätzlich können mit wenigen Mausklicks ‹Chef-taugliche› Übersichten generiert werden. Das stärkt unsere Reaktionsfähigkeit und verbessert so unsere Wettbewerbsfähigkeit.» <<
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