Swissmechanic Schweissverbindung stellt Vertrauen auf die Probe

Redakteur: Lya Bartholet

>> Schweissverbindungen sind heute Stand der Technik. Die externe Fertigung birgt jedoch Risiken. Im vorliegenden Fall stellte das Institut für Werkstoffsystemtechnik Thurgau (WITg) in einem Bauteil Schlackeneinschlüsse fest, die zu laufenden Bruchschäden führten. Die neutrale Analyse und Beratung des WITg halfen, das Vertrauen zwischen dem Anlagenhersteller und seinem Kunden wiederherzustellen.

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Die Einschlüsse wirkten wie Kerben und führten über kurz oder lang zum Bruch der Schweissverbindung.
Die Einschlüsse wirkten wie Kerben und führten über kurz oder lang zum Bruch der Schweissverbindung.
(Bild: Swissmechanic)

In einer Gepäckförderanlage auf einem Flughafen kam es immer häufiger zu Betriebsunterbrüchen. Ein wichtiges Bauteil musste wiederholt ersetzt werden. Konkrete Ursache war der Bruch einer Schweissverbindung. Woran das liegt, wollte nicht nur der Flughafenbetreiber wissen, der mit zunehmenden Stillstandszeiten Schaden erlitt.

Auch der Anlagenbauer suchte nach Antworten, umso mehr als er mit absehbaren Haftungsfragen konfrontiert war. Der Zulieferbetrieb nahm eine Untersuchung der schadhaften Bauteile vor, kam allerdings zu einem positiven Befund. Die Schadenfälle setzten sich jedoch fort. Deshalb entschied sich der Anlagenbauer, einen neutralen Gutachter einzuschalten.

Metallografisch untersuchen

Das WITg erhielt ein Exemplar des schadhaften Bauteils zusammen mit der technischen Dokumentation zugesandt. Umgehend wurde ein Vorschlag für die Schadenanalyse gemacht. Eine knifflige Spurensuche begann. Es galt zunächst, das Schadenbild sowie die Werkstoffzusammensetzung zu dokumentieren und via Härtevermessung eine Einschätzung der Festigkeit vorzunehmen.

Fehlstellen in der Schweissverbindung waren von Auge ansatzweise erkennbar. Genauere Einblicke verschaffte aber erst die metallografische Gefügeuntersuchung. Zu diesem Zweck wurde eine Probe in Kunststoff eingebettet und mit einem geeigneten chemischen Verfahren angeätzt, um die kristalline Struktur der Metalle sichtbar zu machen. Einflüsse von Herstellungsschritten (Schweissen, mechanische Bearbeitung) werden damit erkennbar.

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