Tornos Jahresbericht 2020 Schwieriges Geschäftsjahr – Innovationen wichtig

Redakteur: Anne Richter

Tornos blickt zurück auf ein sehr schwieriges Geschäftsjahr 2020 bedingt durch die Coronavirus-Pandemie und der strukturellen Krise im Bereich Automotive. Für das Jahr 2021 sieht sich der Hersteller von Langdrehautomaten und Mehrspindelmaschinen aber gut gerüstet.

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Tornos Hauptsitz in Moutier – hier sind Forschung und Entwicklung, die Fertigung von Schlüsselkomponenten sowie der Bau der High-End-Maschinen angesiedelt.
Tornos Hauptsitz in Moutier – hier sind Forschung und Entwicklung, die Fertigung von Schlüsselkomponenten sowie der Bau der High-End-Maschinen angesiedelt.
(Bild: Tornos)

«2020 war ein Stresstest für wohl jedes Unternehmen», startet Tornos CEO Michael Hauser seinen Beitrag zur jährlichen Medien- und Analystenkonferenz am 8. März 2021 und ist überzeugt: «Die Tornos Group hat den Test bestanden.» Für das Unternehmen war das eine grosse Herausforderung, denn die Corona-Krise traf Tornos Anfang des Jahres mit voller Wucht. Zusammen mit dem strukturbedingten Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie hatte dies massive Auswirkungen auf den Auftragseingang und den Umsatz der Gruppe. Tornos reagierte bereits sehr früh darauf – mit rigorosen Sparmassnahmen und mit einer Anpassung der Kostenstruktur an die neuen Marktgegebenheiten. Dank den technologisch führenden Drehautomaten und Maschinen und dank einem Produktemix, der ein breites Leistungs- und Preisspektrum abdeckt, sieht sich Tornos für eine zukünftige Marktbelebung gut gerüstet. Die positive Nachfrageentwicklung im vierten Quartal 2020 und der leichte Anstieg des Auftragsbestandes seit Mitte 2020 sind ermutigende Zeichen.

Insgesamt erzielte die Tornos Gruppe im Berichtsjahr einen Nettoumsatz von CHF 103.4 Mio., fast die Hälfte weniger als im Vorjahr mit CHF 205.3 Mio. Der Auftragseingang lag bei CHF 98.0 Mio., im Vorjahr bei CHF 135.5 Mio. Trotz rigoroser Kosteneinsparungen lag das Nettoergebnis bei CHF -29.9 Mio., im Vorjahr bei CHF 5.9 Mio.). Die Sparmassnahmen führten im Berichtsjahr zu massiven Kosteneinsparungen in der Grössenordnung von CHF 38.9 Mio. pro Jahr. Gleichzeitig wurde das Ergebnis sehr stark durch die Rückstellungen auf Warenvorräte belastet, die aufgrund der längeren Lagerhaltung und des geringeren Verbrauchs gebildet werden mussten. In Moutier sind sowohl die Zentralisierung der Produktion als auch die Sanierung des Verwaltungsgebäudes vollständig abgeschlossen. Ein Teil des Warenlagers, inklusive der damit zusammenhängenden Logistik, wird jetzt von einem spezialisierten Drittunternehmen betrieben. Dies hat zur weiteren Flexibilisierung von Tornos beigetragen. Im Oktober hat die Gruppe ihr neues Werk in Xi’an (China) eingeweiht. Hier werden Tornos-Maschinen insbesondere für den chinesischen Markt entwickelt und hergestellt. Die Produktion ist gut angelaufen. 2020 hat Tornos im Bereich Forschung und Entwicklung insgesamt CHF 5.2 Mio. Die verschiedenen Innovationsprojekte im Maschinenbereich trieb Tornos auch in diesem schwierigen Jahr erfolgreich voran. Dasselbe gilt für die skalierbare und nutzerfreundliche Maschinenprogrammierungs- und Kommunikationssoftware Tisis. Aufgrund der nach wie vor sehr schwierig abzuschätzenden Auswirkungen der Pandemie kann Tornos keine konkreten Prognosen für das Geschäftsjahr 2021.abgeben. -ari- SMM

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