Genaue Prüfung von Massenteilen sorgt für Qualität und Transparenz

Sicher geprüft und sortiert

| Redakteur: Silvano Böni

Vester Elektronik, ein Unternehmen der Kistler Gruppe, bietet ein modulares Portfolio an individuell konfigurierbaren Prüf- und Sortierautomaten.
Bildergalerie: 7 Bilder
Vester Elektronik, ein Unternehmen der Kistler Gruppe, bietet ein modulares Portfolio an individuell konfigurierbaren Prüf- und Sortierautomaten. (Bild: Kistler)

Um für ihre Kunden die Produktqualität zu sichern und Prozessverbesserungen zu ermöglichen, prüft die Pro-Sort GmbH Serienteile mit modernen optoelektronischen Verfahren. Zum Einsatz kommen dafür Prüf- und Sortierautomaten von Vester, einem Unternehmen der Kistler-Gruppe, die tagtäglich Millionen von Teilen präzise vermessen und sortieren.

Ob ein gefertigtes Bauteil den Qualitätsansprüchen genügt, wurde lange Zeit ausschliesslich von Menschen beurteilt. Viele der typischen Massenteile sind jedoch nur wenige Zentimeter oder gar Millimeter gross. Eine solch repetitive Aufgabe wird deshalb zunehmend von Prüfautomaten mit leistungsfähigen Kamerasystemen übernommen, die verlässliche und vor allem reproduzierbare Ergebnisse liefern.

Jürgen Schwarz ist Firmengründer und Geschäftsführer der Pro-Sort GmbH im badischen Keltern-Dietlingen und begleitet die technologische Entwicklung praktisch von Anfang an: «Als in den 90er-Jahren die ersten industriellen Bildverarbeitungssysteme auf den Markt kamen, war mir klar, dass das eine Zukunftstechnologie ist. Also fasste ich den Plan, mein eigenes Unternehmen zu gründen und mich auf anspruchsvolle Prüfaufgaben zu konzentrieren.» Heute beschäftigt Pro-Sort 14 Mitarbeiter; noch in diesem Jahr beginnen die Arbeiten an einem Erweiterungsbau. «Aktuell können wir uns über mangelnde Auslastung nicht beklagen. Die Qualitätsansprüche sind in den letzten Jahren gestiegen, und Zulieferer müssen sich zunehmend gegen Reklamationsansprüche absichern. Wen in der Fertigung der Schuh drückt, der kommt zu Pro-Sort», erzählt Jürgen Schwarz.

Kunden aus ganz Europa, vom Automobilzulieferer über den Elektronikfertiger bis zum Medizintechnikunternehmen, lassen ihre Schrauben, Stifte, Umform- oder Stanzteile bei Pro-Sort vermessen, sortieren, dokumentieren und verpacken. «Mittlerweile prüfen wir sogar schon Erzeugnisse aus China. Das Allerwichtigste ist dabei, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und vor allem nicht zu enttäuschen. Jeder Schritt wird genau dokumentiert, und das bei 380 bis 400 Millionen Teilen pro Jahr – das sind mehr als eine Million Teile pro Tag», erläutert Schwarz. Man sieht es auch in der Halle, wo die Maschinen stehen: Alles wirkt sehr sauber und aufgeräumt, klare visuelle Elemente sorgen für einen sicheren Materialfluss. Das hat nicht nur interne Gründe, wie Schwarz erklärt: «Manche Kunden bestehen auf die Möglichkeit von regelmässigen Audits vor Ort, bevor sie mit uns zusammenarbeiten.»

Vollautomatisch zuführen, messen und sortieren

Um die riesigen Stückzahlen effizient und fehlerfrei bewältigen zu können, setzt Pro-Sort auf vollautomatische Prüfzellen der Vester Elektronik GmbH, die seit 2017 zur Kistler-Gruppe gehört. 16 solcher Anlagen von Vester stehen aktuell in verschiedenen Ausführungen in der Maschinenhalle, um die unterschiedlichen Anforderungen der Kunden bei der End-of-Line-Prüfung ihrer Serienteile wie etwa Dreh-, Stanz-, Press- und Kunststoffteile zu erfüllen. Durchgeführt werden nicht nur Mass-, sondern auch Gefüge-, Riss- und Oberflächenprüfungen. Je nach Art des Bauteils und der Aufgabenstellung kommen dabei geeignete Zuführsysteme, Sortiervarianten für Gut- und Schlechtteile sowie spezielle Kameraverfahren zum Einsatz.

«Genaues Vermessen per Durchlichtprüfung gehört mittlerweile zum Standard», sagt Michael Reinkensmeier, Abteilungsleiter Mess- und Sortiertechnik bei Pro-Sort. «Die sogenannte Auflichtprüfung macht zusätzlich Veränderungen am Material wie zum Beispiel Rissbildung sichtbar, die teilweise mit blossem Auge gar nicht mehr zu erkennen sind.» Als Herr über den Maschinenpark ist Reinkensmeier zuständig für die Planung und Programmierung der Prüf- und Sortierautomaten von Vester, um eine möglichst gute Auslastung und optimale Prüfergebnisse zu erreichen. «Die Maschinen lassen sich flexibel auf unterschiedliche Anforderungen einstellen, ohne dass lange Umrüstzeiten nötig sind. Die Bedienung ist intuitiv und komfortabel – ein Grund mehr, warum wir in all den Jahren fast ausschliesslich auf Vester gesetzt haben», betont Reinkensmeier. Viele erfolgreiche Anlagentypen der Videocheck-Reihe von Vester kommen bei Pro-Sort zum Einsatz, vom VVC 120 mit Prüfprinzip der schiefen Ebene bis hin zum VVC 821 mit Drehteller-Architektur (siehe auch Infokasten).

Ergänzendes zum Thema
 
Vielseitige Prüfautomation für Serienteile

Schnelligkeit, Genauigkeit, Flexibilität – und Ehrlichkeit

Welche besonderen Herausforderungen stellen sich aktuell und in Zukunft für Lohnsortierer wie Pro-Sort? «Bei der Reklamationsbearbeitung sind schnelle Reaktionszeiten gefragt. Steht zum Beispiel bei einem grossen Autohersteller das Band still, kommen Zulieferer auf uns zu, damit wir entweder den Fehler finden oder ihnen Argumente zur Abwehr von Schadenersatzansprüchen liefern. Viele der von uns geprüften Teile kommen ausserdem im sicherheitskritischen Bereich zum Einsatz, zum Beispiel beim Sicherheitsgurt im Auto. Die Verantwortung und der Zeitdruck sind also nicht zu unterschätzen», betont Jürgen Schwarz. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Projektierungsaufwand. Gemeinsam mit dem Kunden gilt es festzulegen, was genau wie geprüft werden soll. Dabei ist Ehrlichkeit einfach unverzichtbar für die Zusammenarbeit. «Wir sagen dem Kunden ganz klar, wenn etwas so nicht möglich ist. Dazu führen wir im Vorfeld genaue Machbarkeitsanalysen durch – zum Beispiel, was die Messmittelfähigkeit betrifft», betont Schwarz. «Anschliessend legen wir mit dem Kunden genaue Prüfkriterien fest, anhand derer die Sortierung in Gut- und Schlechtteile erfolgen soll. Bei der Bearbeitung von schwierigen Aufträgen kommt uns die enge Zusammenarbeit mit Vester zugute, um geeignete Prüfverfahren zu entwickeln», ergänzt Michael Reinkensmeier.

Denn oftmals ist es so, dass auch Merkmale oder Mängel an Bauteilen gefunden werden, die dem produzierenden Auftraggeber gar nicht bewusst waren. «Unsere Prüfungen helfen den Kunden also dabei, ihre Prozesse zu verbessern und Toleranzen neu festzulegen, die Produktqualität zu erhöhen oder die Effizienz zu steigern», erklärt Schwarz. «Anhand der genau dokumentierten Prüfergebnisse erhält der Kunde eine fundierte Rückmeldung, wo in der Fertigung etwas nicht optimal läuft. Wenn er auf Basis dessen zum Endkunden gehen und ihm konkret aufzeigen kann, wie er einen Fehler behoben oder ein Produkt verbessert hat, haben wir alles richtig gemacht. Die Anlagen von Vester schaffen die Voraussetzung für solche Erfolge.» SMM

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45974937 / Sensorik)