EMO 2017 Spinner AG: Grosser Arbeitsraum, kleine Aufstellfläche

Redakteur: Anne Richter

Spinner wird auf der EMO 2017 sein neues 5-Achs-Bearbeitungszentrum VC1650-5A zur präzisen Bearbeitung grosser Werkstücke vorstellen. Die Besonderheit der Neuentwicklung ist eine erhöhte Stabilität sowie eine sehr kompakte Bauweise.

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FEM-optimierte Maschinenkonstruktion in Kreuztischbauweise.
FEM-optimierte Maschinenkonstruktion in Kreuztischbauweise.
(Bild: Spinner)

Das neue fünfachsige Bearbeitungszentrum VC1650-5A ist von Spinner erstmals an der Hausmesse Ende Juni 2017 vorgestellt worden. Die Fahrständer-Maschine mit Schwenkspindel und Drehtisch für universelle Anwendungen wurde im deutschen Stammwerk bei München komplett entwickelt und produziert. Gesteuert wird das Präzisionsbearbeitungszentrum wahlweise mit einer TNC 640 von Heidenhain oder einer Siemens Sinumerik 840D sl. Bei der Siemens-Variante kommt zum ersten Mal das Spinner-24-Zoll-Touch-Panel zum Einsatz, das Industrie-4.0-Funktionen ermöglicht. Insgesamt verspricht der kompakte Fünf-Achser mit grossem Arbeitsraum und bis zu 138 Werkzeugen die Bearbeitung massiver Werkstücke mit hoher Präzision, Leistung und Dynamik bei vergleichsweise niedrigen Anschaffungs- und Wartungskosten.

Neuartiges Abdeckungspatent zum Schutz der Führungsbahnen

Die FEM-optimierte Konstruktion der VC1650-5A aus Gussbett mit stabilem Kreuztischaufbau sorgt grundlegend für hohe Steifigkeit. In den drei Hauptachsen ermöglichen die masseoptimierten Schlitten 45 m/min schnelle Eilgänge. Gross dimensionierte Vorschub-Spindeln mit integrierten Servomotoren bewegen die massive Brücke in Y auf vier linearen Führungen mit weiten Abständen. Hier nutzt Spinner anstelle herkömmlicher Segmentabdeckungen sein neuartiges Abdeckungspatent zum Schutz der Führungsbahnen mit jeweils nur einer Abstreiflippe. Dieses bereits bei den dreiachsigen VC erprobte Konzept verbessert die Wartungsfreundlichkeit und macht vor allem die sehr kompakte Bauweise möglich. Durch diese ist auch die Distanz zwischen Spindel und Ständer auf 1000 mm reduziert und so die Stabilität nochmals erhöht. Darüber hinaus verbessert der mit 25 mm geringe Abstand vom Tisch zur komplett gekapselten Umhausung die Zugänglichkeit für den Bediener. Im Marktvergleich zu Maschinen mit ähnlich grossem Arbeitsraum erreicht die VC1650-5A eine etwa 30 % kleinere Aufstellfläche. Da weder Türen noch Bedienelemente an der Maschinenrückseite angebracht sind, lässt sie sich sogar nahe einer Wand aufstellen. Beim Spänemanagement bewirken steile Blechabdeckungen einen optimalen Spänefall. Vier Förderschnecken im Bett transportieren die Späne nach vorn zum Späneförderer. Spüldüsen zwischen Tisch und Ständer gehören dabei zum Standard. Dank des optimierten Maschinenaufbaus ist eine aktive Bettkühlung bei der VC1650-5A nicht notwendig.

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Bauteile bis zu 2 Tonnen Gewicht fünfachsig bearbeiten

Auf der Brücke werden Dreh- und Starrtisch mittels linearer Führungen in der X-Achse verfahren. Mit dem integrierten Rundtisch der C-Achse von 900 mm Durchmesser lassen sich kubische Werkstücke mit 800 mm Kantenlänge und zwei Tonnen Masse fünfachsig bearbeiten. Bei mehr als einer Tonne Teilegewicht wird die Dynamik zugunsten der Präzision reduziert. Das Schneckenradgetriebe gibt dem Drehtisch ein gleichbleibendes Regelverhalten mit stets vertikaler Lastenverteilung, unabhängig von der Beladung. Die hydraulische Scheibenbremse liefert 2000 Nm Haltemoment. Für eine sichere Werkstückspannung kann die Drehzuführung mit 6 Kanälen Druckluft bis 240 bar genutzt werden. Der rechts vom Rundtisch angeordnete Starrtisch mit 650 x 870 mm erlaubt die Bearbeitung von Werkstücken bis 1650 mm Länge in drei Achsen.

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