MIM-Metallpulverspritzguss: Hightech-Bauteile für Hightech-Skibindungen Stark, leicht, präzise und mit glatter Oberfläche

Redakteur: Luca Meister

Das Tourenskifahren begeistert seine Anhänger durch die Kombination aus herausfordernden Anstiegen, sportlichen Abfahrten und einem intensiven Naturerlebnis. Dies bedingt ganz besondere Anforderungen an die Skibindungen, die bei Anstieg und Abfahrt sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen müssen. Moderne Tourenskibindungen sind ausgefeilte Hightech-Produkte, für die Bauteile mit aussergewöhnlichen Eigenschaften benötigt werden.

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Vor atemberaubender Kulisse: Das Tourenskifahren begeistert durch die Kombination aus herausfordernden Anstiegen, sportlichen Abfahrten und einem besonders intensivem Naturerlebnis (Foto: Fritschi)
Vor atemberaubender Kulisse: Das Tourenskifahren begeistert durch die Kombination aus herausfordernden Anstiegen, sportlichen Abfahrten und einem besonders intensivem Naturerlebnis (Foto: Fritschi)
(BEN WIESENFARTH)

«Als Schweizer Mittelständler setzen wir auf typische Schweizer Tugenden: Perfektion bei der Entwicklung und kompromissloses Qualitätsdenken», erläutert Martin Jordi, Leiter Technik und Beschaffung der Fritschi AG Swiss Bindings in Reichenbach. Das in malerischer Bergumgebung gelegene Unternehmen war ursprünglich eine mechanische Werkstatt, die aufgrund der Kooperation mit dem Erfinder Ulo Gertsch 1966 in die Fertigung von Skibindungen einstieg. Das damalige Bindungssystem wurde weiterentwickelt und mündete im Tourenmodell «FT88». Dieses wurde wegen seiner schuhunabhängigen Funktionsweise in Verbindung mit Einfachheit und Funktionssicherheit von der Schweizer Armee als Hochgebirgsbindung für die Truppe in 10000er-Stückzahlen beschafft.

Aufbauend auf diesem Erfolg entwickelte man bei Fritschi in den folgenden Jahren das Konzept der Tourenbindung konsequent weiter, zunächst durch Verbesserungen am Konzept der FT88. Nach langer Tüftelei gelang dem Unternehmen dann 1995 mit dem grundlegend neuen Konzept «Diamir» (König der Berge) der entscheidende Technologiesprung zu einer neuen Generation leichter, sicherer und einfach bedienbarer Bindungen. Mit dem Safety-Alubar-System «Eagle» ist Fritschi Marktführer bei den Backensystemen und dem inzwischen speziell für das PIN-Schuhkonzept entwickelten Modell «Vipec» ebenso führend in der Technologie. Der Exportanteil beträgt stolze 85 Prozent.

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Besondere Herausforderungen

«Die besondere Herausforderung bei einer Tourenbindung besteht darin, dass sie für die völlig unterschiedlichen Aufgabenstellungen bei Aufstieg und Abfahrt gleichermassen geeignet sein muss», ergänzt Martin Bräker, Projektleiter der Parmaco Metal Injection Molding AG in Fischingen. Das Unternehmen erzeugt hochwertige Stahlbauteile durch Spritzgiessen einer Mischung aus Metallpulvern und Kunststoff-Bindern, die nach einem anspruchsvollen zusätzlichen Ofenprozess als hoch belastbare Komponenten in Präzisionsmechaniken aller Art zum Einsatz kommen. Die besonderen Eigenschaften dieser MIM-Teile waren der Grund für eine enge Zusammenarbeit beider Unternehmen bei der Entwicklung der neuesten Fritschi-Skibindung Typ Vipec.

Bergauf, so M. Bräker, muss die Ferse vom Ski entkoppelt werden, damit der Fuss die nötige Beweglichkeit für den Aufstieg mit Steigfellen erhält. Bei der Abfahrt muss die Bindung dagegen den Schuh vorne wie hinten sicher am Ski fixieren und dabei alle Kriterien bezüglich Sportlichkeit und Unfallschutz erfüllen, wie sie auch von einer reinen Abfahrtbindung geboten werden. Bei den Diamir-Bindungen lässt sich die Tourenfunktion aktivieren, ohne aus der Bindung steigen zu müssen, und die vier Gehstufen der Steighilfe zur optimalen Anpassung an die Geländeneigung lassen sich auf einfache Weise mit dem Skistock bedienen.

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