Suchen

Swisstech/Prodex: Automatisieren allein reicht nicht Stillstand = Rückstand

Redakteur: Luca Meister

Um in der Schweiz erfolgreich Lohnfertigung zu betreiben, setzen blechbearbeitende Unternehmen nicht nur auf Automatisierung und schlanke Prozesse, sondern auch auf «Alles aus einer Hand»-Angebote. Damit unsere heimischen Anbieter die ausländischen Konkurrenten mit einem Mehrwert übertrumpfen können, bieten sie nun auch Logistikdienstleistungen an. Die Kunden freut das; sie können ganze Baugruppen und Prozesse komplett auslagern und sparen dadurch Kosten.

Firmen zum Thema

Dank der neuen Ziehpresse konnten neue Aufträge akquiriert werden.
Dank der neuen Ziehpresse konnten neue Aufträge akquiriert werden.
(Bild: SMM)

In den letzten Jahren wurden Fertigungsaufträge von Blechteilen zunehmend ins Ausland verlagert. Doch nicht immer ist die Rechnung seitens Auftraggeber aufgegangen. Mangelnde Zuverlässigkeit, nicht eingehaltene Termine und nicht ausreichende Qualität erforderten hie und da Mehraufwand. Im Nachhinein und ganzheitlich betrachtet konnten mit solchen Projekten aufgrund unvorhergesehener Begebenheiten oft nur wenig bis gar keine Kosten eingespart werden.

Schweiz nicht zwingend teurer

«Aufgrund solcher Ereignisse», so Andreas Zweifel, Geschäftsführer der Hans Eberle AG, «konnten wir in den letzten Monaten den einen oder anderen verlorenen Auftrag wieder zurückholen. Denn bei der Betrachtung der Gesamtleistung sind wir im Endeffekt preislich oft interessanter als Lohnfertiger aus dem Ausland.» Durch stete Modernisierung und konsequente Automatisierung konnten Schweizer Lohnfertiger ihre im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz höheren Fixkosten in den letzten Jahren wieder kompensieren. Darüber hinaus konnten sie sich dank Komplettangeboten und besserem Kundenservice einen Vorsprung verschaffen.

Bildergalerie

Auch die Hans Eberle AG erneuert ihren Maschinenpark konstant. Dank neuen, attraktiven Aufträgen hat das Glarner Unternehmen erneut in neue Technologien investiert, wie etwa eine 315-Tonnen-Ziehpresse, die es ermöglicht, mehr Prozessschritte intern ausführen zu können oder sogar zusätzliche Aufträge zu akquirieren (bisher war eine 160-Tonnen-Presse die stärkste Maschine). So können zum Beispiel bei einem konkreten Projekt, bei dem der Kunde die Rohteile bisher selber hergestellt und bei Hans Eberle AG nur zum Pulverbeschichten in Auftrag gegeben hat, die Teile nun von A bis Z intern produziert werden. Das kommt beiden Geschäftspartnern entgegen.

Stete Modernisierung als Philosophie

Auch in den Bereichen Qualität und Prozesseffizienz wurde weiter optimiert. Eine neue Entfettungsanlage, in welcher ganze Gitterboxen (mit oder ohne Ultraschall) in einem Bad oder mit Dampf gereinigt werden, sorgt für eine höhere Qualität der Kundenteile und optimiert gleichzeitig damit verbundene interne Prozessschritte. Mit dem Einsatz eines neuen Lösungsmittels auf der Basis von modifizierten Alkoholen wird zudem auf den Einsatz umweltschädlicher und gesundheitsgefährdender Lösungsmittel verzichtet.

Ebenso wurde in ein Fräscenter mit Handlingsystem investiert, damit Blechteile schneller und effizienter nachbearbeitet werden können – eine kleine, aber feine Spezialität für einen blechverarbeitenden Betrieb. Da die Grobbearbeitung mit dem Laser diversen Feinbearbeitungsprozessen nicht gewachsen ist (z. B. dem Fräsen von Konturen oder Taschen mit Genauigkeiten bis in den Mikrobereich, dem Schneiden von kleineren Gewinden, dem Brechen von Kanten oder der Herstellung von Facetten) wurde eine «Milltap-700» in die Prozesskette eingefügt. Dank integriertem Handlingroboter können nun auch die Nachbearbeitungsprozesse automatisiert ausgeführt werden – zum Teil auch komplett mannlos in der Nacht.

(ID:42999088)