Eurokurs Swissmechanic: Personalabbau als letztes Mittel

Redakteur: Susanne Reinshagen

Der Bundesrat hat entschieden, dass Kurzarbeitsentschädigungen neu auch wegen Wechselkursschwankungen gutgeheissen werden. Bis anhin galten Wechselkursschwankungen als normales Betriebsrisiko und daraus resultierende Kurzarbeit wurde von der Arbeitslosenversicherung nicht entschädigt. Der Branchenverband Swissmechanic nimmt zu dieser Massnahme Stellung und macht eine Lagebeurteilung.

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Die Aufhebung des Euro-Mindeskurses setzt die Schweizer MEM-Industrie unter starken Druck.
Die Aufhebung des Euro-Mindeskurses setzt die Schweizer MEM-Industrie unter starken Druck.
(Bild: Swissmechanic)

Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann hat das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO beauftragt, die aktuellen Wechselkursschwankungen zur Begründung von Kurzarbeitsentschädigung zuzulassen. Das bedeutet, dass die Vollzugsstellen der Arbeitslosenversicherung angewiesen sind, Arbeitsausfälle, die auf Devisenschwankungen zurückzuführen sind, als anrechenbar zu erachten. Somit werden Gesuche um Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung aufgrund von Wechselkursschwankungen ab sofort gutgeheissen.

Gemäss dem Arbeitslosenversicherungsgesetz können wirtschaftlich bedingte, voraussichtlich vorübergehende Arbeitsausfälle einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung entstehen lassen. Kein Anspruch besteht, wenn die Arbeitsausfälle auf Umstände zurückzuführen sind, die zum normalen Betriebsrisiko gehören. Schwankungen der Devisenkurse gehören grundsätzlich zum normalen Betriebsrisiko. Sie treten immer wieder auf und können jeden Betrieb treffen. Die im Nachgang zur Aufhebung des Mindestkurses durch die SNB aufgetretenen Devisenschwankungen sind aber hinsichtlich Ausmass und Tragweite als ausserordentlich einzustufen. Sie können somit zurzeit nicht als zum normalen Betriebsrisiko gehörend erachtet werden.

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Stellungnahmen Swissmechanic

Swissmechanic, der führende Arbeitgeberverband der KMU in der MEM-Branche, begrüsst den Schritt des Bundesrates. Wie viele von den rund 1‘400 Mitgliedsunternehmen von dieser Massnahme Gebrauch machen werden, kann nicht beziffert werden. Erste Meldungen über die Einführung von Kurzarbeit sind beim Verband eingegangen. Fakt ist, dass die KMU in der MEM-Branche nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses über ein strukturelles Problem verfügen. „Die Zitrone war bereits mit 1.20 Franken ausgepresst. Wir sind froh um jedes Unternehmen, welches mit Optimierungen, Effizienzsteigerung und den Vorteilen beim Einkauf weiter wirtschaften kann. Vielerorts braucht es jedoch Massnahmen im Personalbereich“, sagt Swissmechanic-Direktor Oliver Müller.

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