Swissmem-Symposium: Passion for China

Redakteur: Susanne Reinshagen

>> Das neunte Swissmem-Symposium fand wieder bei strahlendem Wetter und in herrlicher Kulisse im Lake Side in Zürich statt. Aber nicht nur die Umgebung war erstklassig auch die Referate rund um das Thema «China – Chancen und Herausforderungen für die Schweizer MEM-Industrie» waren sehr interessant und informativ. Auch dieses Jahr führte Reto Lipp, Moderator SF DRS, wieder kompetent durch das Symposium.

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Das Swissmem-Symposium ist auch immer eine gute Gelegenheit für Networking.
Das Swissmem-Symposium ist auch immer eine gute Gelegenheit für Networking.
(Bild: Böhm)

Der Saal im Lake Side in Zürich war voll besetzt. Das Thema China scheint auf grosses Interesse zu stossen. Der Branchenverband Swissmem hat ein interessantes Programm zusammengestellt und die Referenten und Themen wurden geschickt gewählt. So wurde neben einem konjunkturellen Überblick das Thema China aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Fragen zum Schutz des geistigen Eigentums wurden ebenso behandelt wie praktische Tipps für den Eintritt in den chinesischen Markt gegeben.

Wirtschaftliche Situa‑ tion der MEM-Industrie

Wie bei jedem Swissmem-Symposium wurde auch dieses Jahr ein Überblick über die wirtschaftliche Situation der Schweizer MEM-Industrie gegeben. Dabei zeigte sich, dass die Standpunkte der Referenten unterschiedlich sind.

Peter Dietrich, Direktor Swissmem, wies darauf hin, dass der starke Schweizer Franken und die getrübten konjunkturellen Aussichten die Existenz von Firmen bedrohen würden und rasches Handeln nötig sei. Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate hätten sich deutlich abgeschwächt und die Unternehmen der MEM-Industrie befänden sich in einer extrem schwierigen Lage. Kurzfristig helfe einzig eine deutliche Abschwächung des Schweizer Frankens und eine spürbare Kostenentlastung der Unternehmen, erklärte Dietrich.

Peter Meier von USP Consulting in Goldach und Stammreferent am Swissmem-Symposium zeichnete ein etwas optimistischeres Bild und glaubt, dass es sich nur um eine kurzfristige konjunkturelle Abschwächung handelt. Meier wies darauf hin, dass die Nachfrage in den meisten Maschinenbaubranchen nach der Finanzkrise stark gewachsen sei, dies weil die Nachfrage aus den Schwellenländern stark gestiegen ist. Weiter wies er aber auch auf die Gefahr hin, dass zwei Drittel der Nachfrage nach Werkzeugmaschinen aus den Schwellenländern auf China entfalle und sieht darin ein Klumpenrisiko. Daher müsse die Entwicklung in China genau verfolgt werden auch deshalb, weil China selber bestrebt sei, eine starke Maschinenbauindustrie aufzubauen.

Auch Prof. Dr. Klaus W. Wellershoff, Wellershoff & Partners Ltd., prognostizierte für die kommenden sechs Monate keine Rezession, jedoch würden die Wachstumsraten tiefer sein. Auf die Frage, wie sich der Wechselkurs entwickeln wird, wollte Wellershoff keine Prognose wagen. Er wies jedoch darauf hin, dass die Eurozone nicht das grösste Problem sei. Sie hätte zwar hohe Schulden, diese aber im Griff. Sorgenkinder seien Japan, die USA und Grossbritannien, da diese Länder im Verhältnis zum nominellen Wachstum ein zu hohes Budgetdefizit hätten.

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