Swisstech und Prodex neu direkt zwischen AMB und EMO

Swisstech und Prodex neu im Mai 2019

| Redakteur: Böhm

«Der «Prodex Award – powered by SMM/MSM» bleibt sicher eines der Highlights der Prodex. Er wird hoffentlich noch weiter an Bedeutung gewinnen und wird in ähnlichem Rahmen wie in den letzten Jahren ausgetragen.» Eugen Da Pra, Managing Director, Exhibit & More AG
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«Der «Prodex Award – powered by SMM/MSM» bleibt sicher eines der Highlights der Prodex. Er wird hoffentlich noch weiter an Bedeutung gewinnen und wird in ähnlichem Rahmen wie in den letzten Jahren ausgetragen.» Eugen Da Pra, Managing Director, Exhibit & More AG (Bild: Thomas Entzeroth)

Die beiden Industriemessen Swisstech und Prodex finden neu vom 14. bis 17. Mai 2019 statt. Der SMM sprach mit dem Messeleiter Eugen Da Pra (Managing Director, Exhibit & More) über die Chancen, Hintergründe und die Reaktionen der Aussteller und Verbände.

SMM: Herr Da Pra, die Exhibit & More, der Messeveranstalter der Swisstech und Prodex, hat entschieden, die beiden Industriemessen vom November 2018 auf den Mai 2019 zu verschieben. Können Sie die Hintergründe darlegen?

Eugen Da Pra: Für die nächste geplante Durchführung der beiden Fachmessen Swisstech und Prodex gibt es verschiedene konzeptionelle Veränderungen. Unter anderem ist die wichtige Messehalle 1.0, in der die Werkzeugmaschinen der Prodex ausgestellt werden, teilweise vom März 2018 bis März 2019 und vom März 2020 bis März 2021 belegt. Aufgrund dieser Tatsache haben wir in den vergangenen Wochen verschiedene Optionen geprüft. Das führte zur terminlichen Verschiebung auf Mai 2019. Wir sind uns bewusst, dass dies nicht für alle Aussteller die beste Variante ist, glauben aber an das neue Datum und werden mit allen Beteiligten gute Lösungen finden.

Warum ist die terminliche Verlegung aus Ihrer Sicht die bestmögliche Option?

E. Da Pra: Neben dem neuen Datum im Mai 2019 haben wir auch die Optionen «Durchführung im November in Basel» und «Durchführung im November an einem anderen Standort» detailliert geprüft. Bei der Abwägung der jeweiligen Vor- und Nachteile hatte die Verschiebung des Datums am Schluss klar die meisten positiven Argumente.

Warum kein alternativer Standort?

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Die Swisstech und Prodex in Kürze

E. Da Pra: Wir haben verschiedene Alternativen an anderen Standorten in der Schweiz geprüft. Die zwei wichtigsten Argumente waren der doch grosse Platzbedarf (ca. 60 000 m2 Bruttofläche) und die notwendige hohe Bodenbelastung für die schweren Prodex-Werkzeugmaschinen. Diese beiden Marktvorgaben in Kombination waren an einem anderen Standort nicht gegeben.

Wie hat Ihr Messebeirat auf die neue Situation reagiert.

E. Da Pra: Da viele Beiräte auch Aussteller sind, decken sich die Aussagen: verhalten positiv. Einige Aussteller machen sich zusätzliche Überlegungen und informieren uns zu einem späteren Zeitpunkt. Es war uns von Anfang an bewusst, dass kaum alle Aussteller zustimmend reagieren werden. Es gilt nun die neue Situation positiv zu sehen und ein für Aussteller und Besucher gewinnbringendes Messe­erlebnis zu planen und durchzuführen.

Wie sind die Reaktionen der wichtigsten Träger-Verbände wie Swissmem, Tecnoswiss und Swissmechanic?

E. Da Pra: Die wichtigsten Träger-Verbände Swissmem, Tecnoswiss und Swiss­mechanic stehen mehrheitlich hinter der terminlichen Verschiebung. Selbstverständlich verunsichert eine solche Veränderung. Dessen sind wir uns sehr wohl bewusst. Wir haben mit allen Verbänden das offene Gespräch gesucht und sind überzeugt, dass wir mit allen Lösungen finden.

In der Schweiz gibt es einige Werkzeugmaschinen- und Werkzeughersteller, wie sehen diese die neue Situation?

E. Da Pra: Verschiedene Rückmeldungen waren erfreulich, solche Aussagen höre ich natürlich gerne. Einer der ersten Schwei­zer Werkzeugmaschinenhersteller, mit dem ich gesprochen habe, reagierte positiv, denn diese Verschiebung verändert die intensiven geraden Messejahre.

Die EPHJ ist relativ zeitnah zur Swisstech/Prodex. Wie sehen Sie die zeitliche Lage zu anderen Messen wie Siams, AMB oder Control?

E. Da Pra: Wir sind uns bewusst, dass unsere Messen sehr zeitnah an der EPHJ/EPMT sind. Diese deckt einen spezifischeren Themenbereich ab, als es die Swiss­tech/Prodex tun. Gleichwohl ist das Ausstellerspektrum im Fertigungsbereich sehr ähnlich. Die EPHJ/EPMT fokussiert auf kleinere Maschinen und Fertigungs­lösungen für die dort ansässige Uhrentechnologie. Dank der geografischen Distanz ergeben sich im Besucherbereich nur beschränkt Überschneidungen. Positiv zu verzeichnen ist sicher der jährliche Wechsel zu Siams in Moutier. Zudem ist der grössere zeitliche Abstand zur AMB ebenfalls positiv hervorzuheben. Die zur Prodex zeitnahe Control in Stuttgart ist sicher suboptimal.

Wo liegt bei der Prodex der Schwerpunkt, eher bei den Herstellern oder bei den Vertretungen?

E. Da Pra: Wir haben hervorragende Schweizer Hersteller, sowohl in der Mess­technik, im Werkzeugmaschinenbau als auch im Werkzeugbereich. Darüber hinaus verfügt der Schweizer Markt über hervorragende Vertretungen im Bereich der Fertigungstechnik, die ein breites Technologie-Know-how haben und enorme Internationalität in die Prodex bringen.

Welche Vorteile sehen Sie in der Verlegung der Messe?

E. Da Pra: Ein wesentlicher Vorteil ist, dass wir im Mai 2019 am Messestandort Basel alle Hallen zur Verfügung haben. So können wir ein für die Aussteller wie auch für die Besucher ideales Messeerlebnis gestalten.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, um das Besucheraufkommen auf der Swisstech zu erhöhen?

E. Da Pra: Wir optimieren die Kommunikation im Vorfeld, um über die Messe­themen zu informieren, mit dem Ziel, dass möglichst viele Fachleute aus der Branche sowohl die Swisstech als auch die Prodex besuchen.

Planen Sie weitere Veranstaltungen wie Kongresse auf der Messe?

E. Da Pra: Dazu ist es noch zu früh, um detaillierte Aussagen zu machen. Diskutiert wird ein Forum für verschiedenste Veranstaltungen, geführte Rundgänge zu aktuellen Themen sowohl als auch Sonderschauen und Technologieforen, mit denen die beiden Messen aufgewertet werden und die Besucher anziehen. Wir wollen die Swisstech und die Prodex für alle Zielgruppen attraktiv gestalten.

Welche Rolle werden der Prodex-Award und die Berufsmeisterschaften spielen?

E. Da Pra: Der «Prodex-Award – powered by SMM/MSM» bleibt sicher eines der Highlights der Prodex. Er wird hoffentlich noch weiter an Bedeutung gewinnen und wird in ähnlichem Rahmen wie in den letzten Jahren ausgetragen. Prodex-Aussteller können sich mit Technologie-Neuheiten im Vorfeld der Messe bei einer professionellen Jury bewerben. Die Berufsmeisterschaften wurden bisher im November an der Swisstech und der Prodex veranstaltet. Jetzt werden wir prüfen, ob das auch im Mai 2019 machbar sein wird.

Welches Ziel peilen Sie an für 2019 in Bezug auf Aussteller- und Besucherzahl bei der Prodex und bei der Swisstech?

E. Da Pra: Bei der Swisstech hatten wir im Jahr 2016 rund 400, bei der Prodex rund 330 Aussteller. Für beide Messen glauben wir für die Durchführung im Mai 2019 an ein leichtes Wachstum. Dabei helfen wird uns die dann hoffentlich immer noch positive, konjunkturelle Situation in der Schweizer MEM-Industrie. Auch bei der Besucherzahl glauben wir an eine leichte Steigerung.

Herr Da Pra, Kritik wird seitens einiger Aussteller weniger an der Verlegung als solche, sondern am Kommunikationsverfahren und Begründung der Verschiebung der Messen geübt. Was können Sie ihren Kritikern antworten?

E. Da Pra: In den vergangenen Wochen wurde innerhalb der MCH Group eine neue Randbedingung für verschiedene Messen, unter anderem auch für die Swisstech und die Prodex, kommuniziert. In diesem Zusammenhang haben wir uns im Vorfeld der Kommunikation intensiv über das weitere Vorgehen unterhalten. Dabei diskutierten wir verschiedene Varianten und haben die jeweiligen Vor- und Nachteile sorgfältig beurteilt. Nach diversen Gesprächen mit externen Partnern, entschieden wir uns für eine mehrstufige Kommunikation. In der ersten Phase informierten wir Schlüsselpersonen und Key-Accounts, danach alle Aussteller und wenig später alle Medien. Wir sind uns bewusst, dass wir es nicht allen recht machen können, glauben aber, dass die Verschiebung von Swisstech und Prodex für alle Beteiligten eine Chance darstellt. SMM

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