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nachgefragt
Profitieren vom gegenseitigen Austausch
SMM: Die Euro-Krise hat noch nicht voll auf die Realwirtschaft durchgeschlagen. Es wird prognostiziert, dass es die Maschinenindustrie wieder einmal besonders hart treffen könnte. Welche Bedeutung haben solche Prognosen für den Bereich CNC von Siemens?
Detlef Engel: Der extrem starke Franken hat deutliche Auswirkungen auf unseren Kundenkreis im CNC-Bereich. Diese Maschinenhersteller verlieren an Ertrag, weil sie ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Preissenkungen erhalten müssen.
CNC-Steuerungen sind bezüglich Schnelligkeit und Präzision auf einem hohen Niveau angelangt. Welche technologischen Entwicklungsschritte sind für die Zukunft zu erwarten?
D. Engel: Die Schnelligkeit einer Maschine ergibt sich aus dem optimalen Zusammenspiel von Elektronik und Mechanik. Die CNC-Steuerungen sind heute so schnell, dass die mechanischen Komponenten begrenzend wirken. Hier wird ständig an neuen Konzepten gearbeitet, die dann wieder eine optimale Anpassung der Elektronik nach sich ziehen.
Welchen Stellenwert haben hierbei spezielle Technologiepakete wie das im Fachartikel erwähnte «MDynamics»?
D. Engel: MDynamics ist ein Oberbegriff für mehrere Optimierungsmethoden auf der elektronischen Seite, immer mit dem Ziel, das Beste für den Bearbeitungsprozess herauszuholen. Konkret bietet dieses neue Technologiepaket für Fräsanwendungen exakte Oberflächenbearbeitung, Präzision in der Konturenführung und kurze Bearbeitungszeiten.
Welchen konkreten Nutzen bringt die enge Zusammenarbeit mit Technologieführern der spanenden Bearbeitung – wie im vorliegenden Fall mit StarragHeckert – für die Steuerungsentwickler bei Siemens?
D. Engel: Eine enge Zusammenarbeit ist unabdingbare Voraussetzung für die gemeinsame Lösung technologischer Herausforderungen. Wir profitieren dabei von einem gegenseitigen Austausch.
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im fokus
Technik in Kürze
Das Fünf-Achs-Fräszentrum wird von einer Sinumerik 840D sl gesteuert und von einem Sinamics-S120-System angetrieben. Die dezentrale Peripherie ist über Simatic-ET200-Module eingebunden, wobei die Safety über die Sinumerik-Steuerung integriert ist. Das Technologiepaket «MDynamics» optimiert den Ablauf der Bearbeitung.
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wegweiser
Die Firma StarragHeckert
StarragHeckert ist ein Anbieter von Werkzeugmaschinen zum Bohren, Drehen, Fräsen und Schleifen von mittleren bis grossen Werkstücken aus Metall und Verbundwerkstoffen. Der Hauptsitz der Firmengruppe befindet sich in Rorschacherberg am Bodensee. Hier werden die Fünf-Achs-Fräszentren für Turbinenschaufeln entwickelt und produziert.
Rattern vermeiden Etwas, das nicht so einfach vermieden werden kann, ist das Rattern. Moderne Turbinenschaufeln sind oft so dünnwandig, dass sie leicht zu schwingen beginnen, insbesondere bei Blisks (blade integrated disks), wenn ganze Räder mit mehreren Schaufeln aus einem Stück Metall gefräst werden. Hier vergleichen die Ingenieure die Anregungsfrequenzen des Prozesses mit den Eigenfrequenzen des Werkstücks und passen die Bearbeitungsreihenfolge und die Geschwindigkeiten so an, dass das Rattern vermieden wird. Im schlimmsten Fall schlägt ein Beschleunigungssensor Alarm.
«Je länger je mehr liefern wir nicht nur Maschinen aus, sondern erarbeiten für unsere Kunden die gesamten Herstellungsprozesse», sagt Bringmann. «Dazu ist ein intensiver Dialog wichtig, nicht nur mit den Kunden, sondern auch mit Siemens als Steuerungshersteller.» <<
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