Gespräch mit Persönlichkeiten aus der Industrie Tonnenschwere Werkzeugmaschinen im µ-Bereich

Redakteur: Anne Richter

Seit gut einem Jahrhundert beschäftigt sich Dixi Machines mit der Herstellung von Maschinen höchster Präzision. Bereits 1904 wurden nämlich die ersten Gerätschaften für die aufstrebende Uhrenindustrie im Neuenburger Jura gebaut. Eine Gegend, welche zur Wiege der schweizerischen Präzisionsindustrie geworden ist. Eng verbunden mit seinem ursprünglichen Produktionsstandort in Le Locle, gehört das Unternehmen heute zur DMG-Mori-Gruppe und profitiert damit von den Vorteilen, die ein internationaler Konzern dieser Grösse bietet.

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Die Dixi verdankt ihre bemerkenswerte Genauigkeit mehr als 500 Stunden Handarbeit: Die Kontaktflächen werden von Hand geschabt.
Die Dixi verdankt ihre bemerkenswerte Genauigkeit mehr als 500 Stunden Handarbeit: Die Kontaktflächen werden von Hand geschabt.
(Bild: Dixi Machines)

Bauen von Maschinen mit einem Gewicht von mehreren Tonnen, welche ihrerseits sehr grosse Werkstücke bearbeiten können mit einer räumlichen Positioniergenauigkeit von wenigen Mikron – das ist das Markenzeichen des Unternehmens. Dixi Machines ist kerngesund und wird in Kürze das neueste Modell der Firma vorstellen. Von Yvan Meyer, CEO Dixi Machines, erfahren wir etwas mehr über die Herstellungsmethoden der legendären Dixi-Maschinen, die heutige Situation und die Zukunft seines Unternehmens.

SMM/MSM: Seit 2007 gehört Ihr Unternehmen zur DMG-Mori-Gruppe. Was hat Ihnen die Übernahme Ihrer Aktivitäten durch den Leader im Werkzeugmaschinensektor gebracht? Haben Sie neue Märkte erschliessen können?

Yvan Meyer: Heute ist für uns die Integration in einen Grosskonzern unabdingbar. Dank dessen Struktur können wir die Anforderungen jedes einzelnen Kunden schnell erkennen und darauf reagieren. Daneben spielt dies natürlich auch beim Service und den Ersatzteilen eine grosse Rolle, denn wir können viel rascher und effizienter auftreten als in der Vergangenheit. Die durch unsere Integration entwickelten Synergien erlauben uns die Konzentration auf das, was wir wirklich sehr gut können. Das heisst höchste Präzision durch die Verwendung von geprüften Komponenten sowie Produkten aus Gross-Serien für die weiteren Funktionen der Maschine. So konnten wir zum Beispiel die Span-zu-Span-Zeit unserer neuen Maschine auf gerade mal 0,5 s reduzieren dank der Entwicklung durch den Konzern. Allein hätten wir eine solche technische Entwicklung nie durchziehen können.

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Dixi-Maschinen gehören zur industriellen Geschichte unseres Landes. Hat die Übernahme durch DMG Mori deshalb Bedenken bei Ihren langjährigen Kunden und Anwendern ausgelöst?

Y. Meyer: Glücklicherweise wurden wir von einem Konzern übernommen, der sich für höchste Präzision genauso interessiert wie für die Beibehaltung unserer Besonderheiten. Natürlich hegten zu Beginn gewisse, hauptsächlich asiatische, Kunden Zweifel am Gelingen. Heute sind wir nach wie vor aktiv im Bau von Hochpräzisionsmaschinen und die laufenden Entwicklungen zeigen, dass diese Befürchtungen völlig unbegründet waren.

Sie bauen die weltweit einzigen Maschinen mit einer so feinen räumlichen Positioniergenauigkeit dank dem Einschaben der mobilen Teile. Ist diese eigentlich sehr alte Technik auch heute noch die einzige Möglichkeit, um ein solches Präzisionsniveau zu erreichen?

Y. Meyer: Auch heute ist das Schaben immer noch die beste Lösung in Sachen Genauigkeit. Natürlich haben die Bearbeitungsmaschinen grosse Fortschritte gemacht. Aber bis jetzt war keine auch nur annähernd in der Lage, diese langbewährte Technik zu ersetzen. Es werden aber damit nicht nur ebene Formen bearbeitet, sondern auch künftige Belastungen mit speziellen Schabmethoden kompensiert. Es kommt sogar vor, Maschinen so einzuschaben, dass sie den sehr hohen Belastungen des Kunden Rechnung tragen können.

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