Geschäftszahlen Tornos: Frankenstärke stoppt Aufwärtstrend

Redakteur: Susanne Reinshagen

Nachdem die Tornos-Gruppe eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung lanciert hat, wird der Aufwärtstrend nun durch die Frankenstärke gestoppt. Das Unternehmen musste im ersten Halbjahr Abstriche beim Auftragseingang sowie beim Umsatz und Ergebnis hinnehmen.

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Die Frankenstärke hinterlässt auch bei Tornos ihre Spuren. Die positive Entwicklung des Geschäftsverlaufs wurde abrupt gestoppt.
Die Frankenstärke hinterlässt auch bei Tornos ihre Spuren. Die positive Entwicklung des Geschäftsverlaufs wurde abrupt gestoppt.
(Bild: Tornos)

Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Frankenmindestkurs zum Euro aufzuheben, hat die Tornos-Gruppe in einer Phase der positiven Dynamik getroffen und die im Vorjahr unter Beweis gestellte Aufwärtstendenz unterbrochen. Innerhalb eines Tages wurden neue makroökonomische Rahmenbedingungen geschaffen, durch die sich die Produkte im internationalen Wettbewerb um über 12 % verteuert haben.

Tornos hat rasch auf die veränderten Bedingungen reagiert und unverzüglich ein Effizienzsteigerungsprogramm mit einem zielgerichteten Massnahmenbündel eingeführt. So wurden beispielsweise die Einkäufe im Euroraum forciert sowie die Produktpreise selektiv angepasst, die Einführung des «Lean manufacturing» beschleunigt, die Kostenkontrolle noch rigoroser gehandhabt und in der Schweiz die Anzahl Wochenarbeitsstunden von 40 auf 43 erhöht.

Massnahmen reduzieren operativen Verlust

Im ersten Semester des laufenden Jahres konnte ein Auftragseingang von CHF 92,3 Mio. erzielt werden, was einer Abnahme um 9,5 % bzw. CHF 9,7 Mio. gegenüber dem Wert der Vorjahresperiode entspricht. Währungsbereinigt beträgt der Auftragseingang CHF 98,2 Mio., was einem Rückgang von noch 3,7 % gleichkommt.

Der Nettoumsatz belief sich auf CHF 82,6 Mio. Gegenüber der Vorjahresperiode (CHF 90,3 Mio.) bedeutet dies einen Rückgang um 8,5 % bzw. CHF 7,7 Mio. Währungsbereinigt entspricht dies einem Rückgang um 2,5 % bzw. CHF 2,2 Mio.

Das operative Ergebnis (EBIT) beläuft sich auf CHF –0,9 Mio., was einem Rückgang um CHF 3,1 Mio. gegenüber der Vorjahresperiode (CHF 2,2 Mio.) entspricht. Die negativen Wechselkurseffekte auf das operative Ergebnis belaufen sich auf CHF 2,4 Mio. Um diese Effekte bereinigt, liegt das operative Ergebnis somit bei CHF 1,5 Mio. und damit lediglich CHF 0,7 Mio. unter dem Ergebnis der Vorjahresperiode.

Die unmittelbar nach dem SNB-Entscheid eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen und das Effizienzsteigerungsprogramm zeigten bereits im 2. Quartal positive Wirkungen. Die Betriebskosten konnten dadurch im 2. Quartal 2015 gegenüber dem 1. Quartal deutlich gesenkt werden, was sich mit CHF 0,9 Mio. positiv auf das operative Ergebnis (EBIT) ausgewirkt hat.

Von den Massnahmen nicht betroffen sind die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die gegenüber der Vorjahresperiode höher liegen.

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