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Und der Uhren-Bereich läuft immer?
M. Hauser: Nein, auch dieser Sektor hat unterschiedliche Zyklen. Aber bei der Uhrenindustrie kommt uns zugute, dass diese in der Schweiz aufgrund des «Made in Switzerland» fest verankert ist.
Das heisst, die Uhrenindustrie ist mitverantwortlich, dass Sie über eine starke lokale Präsenz in der Schweiz verfügen?
M. Hauser: Ja, wir haben eine starke lokale Präsenz und das ist vielleicht der Unterschied zu vielen Werkzeugmaschinenhersteller in der Schweiz, dass Tornos einen sehr grossen Anteil des Umsatzes auch in der Schweiz macht.
Unser Thema ist «Unternehmen Zukunft». Würden Sie sagen, dass so wie Tornos derzeit aufgestellt ist, es zu 100 % zukunftsfähig ist, oder müssen bestimmte Bereiche geändert werden?
M. Hauser: Das ist eine gute Frage, was ist zukunftsfähig und wie entwickelt sich die Zukunft, das ist schwierig vorherzusehen. Man hat beispielsweise die Euro- oder Bankenkrise nicht voraussehen können. Aber generell gibt es schon Megatrends; Stichwort Verschiebung der Märkte nach Osten. Das sind Themen, die in den letzten zehn Jahren extreme Veränderungen herbeigeführt haben. Sehr viel wird heute in Asien produziert. Das führt natürlich zu Anpassungen in den Strukturen und auch in den Strategien von Unternehmen. Tornos hat alle Mittel, die man braucht, die Zukunft zu gestalten, aber es gibt auch Handlungsbedarf.
Wie gut ist Tornos in China aufgestellt? Wie sehen Sie das für die Zukunft?
M. Hauser: Wir haben weltweit in allen Wachstumsmärkten unsere Vertriebs- und Verkaufsgesellschaften etabliert. Die Uhrenindustrie ist momentan eine rein schweizerische Angelegenheit. Wenn sie nach China geht, dann sind wir auch dort vor Ort. Wir haben auch dort Standorte, wo wir verkaufen können. Die andere Gruppe ist die Medizinindustrie. Sie agiert heute bereits global, aber es wird noch nicht sehr viel in China produziert, was sich ändern wird. In den USA, in Europa und in Deutschland sind wir in diesem Bereich gut vertreten. In der Automobilindustrie geht der Trend ganz klar in Richtung Produktion in China, wobei es natürlich auch Schlüsselteile gibt, die die Automobilindustrie nicht verlagert. Deswegen kann es durchaus sein, dass die Teile, die mit Tornos-Maschinen produziert werden, in Asien verkauft werden, aber in Deutschland produziert werden.
Mit der MultiSwiss bringen Sie eine Mehrspindelmaschine, die einige Merkmale aufweist, die die Konkurrenz beunruhigen sollte. Wie bringt man solche Neuentwicklungen in einer Phase hin, wo sie eigentlich Kurzarbeit machen?
M. Hauser: Ich habe mir sagen lassen, dass nur wenige Personen in der Entwicklungsabteilung von Kurzarbeit betroffen waren. Man hat dort nicht den Fehler gemacht, die komplette Belegschaft in Kurzarbeit zu schicken. Deswegen ist es für Aussenstehende eher überraschend, dass wir so schnell mit einem neuen Produkt aufwarten konnten.
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