Exklusivinterview mit Michael Hauser, CEO Tornos SA

Tornos S.A.: mit neuen Technologien in die Zukunft

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Das Image von Tornos ist ein wenig angestaubt. Was kann man machen, dass dieses Bild sich ändert?

M. Hauser: Das Image ist zu Unrecht angestaubt. Im Jahr 2001, nach dem 11. September, gab es weltweit eine grosse Krise, die hat sich bei Tornos sehr stark ausgewirkt, weil Tornos im Jahr 2001 an die Börse gegangen ist. Das sind Nachwehen, aber man vergisst immer dabei, dass die Jahre 2002 bis 2008 für Tornos sehr gute Jahre waren. Wenn ich in die Tiefe schaue, die Kernsubstanz von Tornos, dann braucht man sich hier nicht zu verstecken. Was den Bereich Image, Marketing und Marktauftritt betrifft, da können wir uns gewiss noch verbessern. Das werde ich sicherlich in den nächsten Jahren in Angriff nehmen.

Bei einer hohen Fertigungstiefe spielen gute Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Wie kriegen Sie die guten Mitarbeiter und wie halten Sie diese? Wie ist die Region mit solchen Mitarbeitern bestückt?

M. Hauser: Der Vorteil in dieser Region ist, dass die Präzisionsindustrie hier beheimatet ist. Auf diese Leute greifen wir gerne zurück. Ein anderes Thema ist, wie wir hochqualifizierte Ingenieure bekommen. Das ist ein weltweites Problem bei allen Werkzeugmaschinenherstellern. Das ist ein wichtiges Thema, das wir intensiv verfolgen und diskutieren, auch zusammen mit den Verbänden und Hochschulen. Aber wir investieren auch in unseren eigenen Nachwuchs. Wir haben jetzt 34 Auszubildende, bei rund 700 Mitarbeitern.

Es stellt sich immer die Frage, ob man wirklich alles selber produzieren will. Sie haben eine sehr hohe Fertigungstiefe. Welche Bereiche denken Sie, könnte man auslagern?

M. Hauser: Es gibt hier mehrere Aspekte, die man berücksichtigen muss: Kosten, Qualität und was möchte/muss ich schützen (Know-how). Heute können sie theoretisch alles kaufen. Die Frage stellt sich dabei: Möchte ich das kaufen, möchte ich, dass mein Lieferant über dieses Know-how verfügt. Die zweite Frage ist «make or buy». Diese Frage stellen wir uns bei Tornos jeden Tag. Alles, was gefertigt wird, wird einer «make or buy»-Strategie unterzogen. Die Teile werden beim Zulieferer angefragt und mit unseren verglichen. Bis jetzt konnten wir wirtschaftlicher produzieren. Wir überwachen diesen Prozess jedoch kontinuierlich.

Sehen Sie die hohe Fertigungstiefe als Vor- oder Nachteil?

M. Hauser: Das kann beides sein. Wenn Sie eine hohe Fertigungstiefe haben, dann ist der Vorteil, dass Sie nicht auf Zulieferanten angewiesen sind. Ausserdem hat man die Qualität zu 100 % unter Kontrolle. Auf der anderen Seite ist es sehr kapitalintensiv und man muss immer wieder neu evaluieren, ob sich das rechnet. Bis heute hat es sich gerechnet.

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