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Können Sie die Vorteile der MultiSwiss hervorheben?
M. Hauser: Diese MultiSwiss hat in der Tat etwas Revolutionäres. Die Maschine verbindet die Vorteile der Einfachheit eines Langdrehautomaten mit der Produktivität eines Mehrspindlers. Es ist gelungen, ein Konzept zu finden, das einzigartig ist in Bezug auf Ergonomie, auf Zugänglichkeit und auf Einrichtbarkeit. Diese Maschinen kann man sehr schnell einrichten, sie benötigen nur ein Drittel der Zeit zum Einrichten. Weiter beinhaltet die Maschine einige Elemente wie die hydrostatischen Führungen, die extrem gute Auswirkungen auf Werkstück (Oberfläche) und Werkzeug (Standzeit) haben. Ein schöner Nebeneffekt der Hydrostatik ist, dass der Werkzeugverschleiss auf diesen Maschinen extrem zurückgegangen ist. Das Konzept beruht auf dem Langdrehprinzip, das auf Mehrspindlern erstmals angewendet wurde. Weiterer Vorteil ist, die Maschine ist sehr einfach zu programmieren. Ich habe mir sagen lassen, dass sehr viele Leute, die alte, kurvengesteuerte Drehmaschinen bedienen, sehr gerne an dieser Maschine arbeiten. Zudem hat sie eine sehr kleine Aufstellfläche, das ist gerade in diesem Sektor matchentscheidend.
Ist die MultiSwiss auch konkurrenzfähig trotz des starken Schweizer Frankens?
M. Hauser: Ja, das wird so sein und das freut mich natürlich am allermeisten. Die Entwicklungen gingen nicht nur in den High-End-Bereich, sondern man definiert mit dieser MultiSwiss-Maschine einen neuen Markt. Wir werden beweisen, dass wir mit dem Qualitätssiegel «Made in Switzerland» zu erschwinglichen Preisen produzieren können. Der Grund dafür ist, dass die Konstruktion der Maschine sehr kompakt und einfach ist. Man hat wirklich reduziert, was man reduzieren konnte. Auch die ganze Peripherie der Maschine hat man versucht in die Maschine zu integrieren. Der Standardisierungsgrad ist sehr hoch. Die ersten Kunden haben mir gesagt, das sei eine «Wohlfühlmaschine».
Dann sollte die Maschine für die kommenden Monate bereits ausgebucht sein.
M. Hauser: In dieser Komfortzone sind wir natürlich noch nicht, aber wir können uns nicht beklagen. Wir haben die Maschine das erste Mal auf der EMO 2011 in Hannover vorgestellt und wir haben auch sehr gute Bestellungen für die Maschine bekommen. Wir machen uns für das Jahr 2012 keine Sorgen.
Jetzt zum Werkplatz. Tornos ist einer der bedeutendsten Arbeitgeber in dieser Region – der bedeutendste oder einer der bedeutendsten?
M. Hauser: In Moutier, denke ich, sind wir der bedeutendste Arbeitgeber.
Was können Sie als neuer CEO machen, dass Tornos in Zukunft der bedeutendste Arbeitgeber bleibt?
M. Hauser: Diese Frage stellen nicht nur Sie, sondern auch der Bürgermeister. Es ist heutzutage nicht selbstverständlich. Man muss schon daran arbeiten, dass man mit innovativen Produkten auf den Markt kommt. Innovation ist der Schlüssel.
Ihre Ernennung zum CEO hat bei einigen Anlegern – z. B. bei der Bank Vontobel – zu mehr Vertrauen geführt. Der Aktienkurs ist auch in den letzten zehn Tagen gestiegen. Woran liegt das?
M. Hauser: Generell haben eigentlich alle Aktien in den letzten Jahren gelitten und da hat die Industrie wenig dafür gekonnt. Vor allem die Finanzmärkte und die Unsicherheiten, die davon ausgingen. Auf der anderen Seite hat Tornos kein schlechtes Halbjahr gehabt. Tornos hat in der Krise kein Personal abgebaut, das war ein grosser Vorteil. So konnte man nach der Krise relativ schnell wieder in voller Stärke produzieren. Ich denke wir sind jetzt sehr gut aufgestellt für die Zukunft.
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