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Und das Expertenwissen haben Sie eingekauft?
M. Hauser: Das haben wir auch eingekauft. Wir haben ebenfalls Physiker und Chemiker eingestellt, die in unserem Labor Grundlagen erarbeiten.
Zukunft hat auch immer etwas mit Innovation zu tun und wenn man nicht innovativ bleibt, dann läuft es plötzlich nicht mehr.
M. Hauser: Ja, und das ist auch der grosse Anspruch und dazu braucht man auch ein Netzwerk an Ingenieuren, dazu braucht es neue Ideen, neue Leute und es braucht Geld. Die Schweizer Regierung bemüht sich immer sehr, etwas zu tun, aber auch auf europäischer Ebene ist die Förderung von Innovation ein grosses Thema.
Sind im Schweizer Werkzeugmaschinensektor die Schweizer Hochschulen auch einigermassen dabei?
M. Hauser: Ja, wir können uns nicht beklagen. Mit der ETH Zürich und mit der EPFL Lausanne haben wir erstklassige Hochschulen. Auch die Fachhochschulen sind nicht schlecht, aber generell gibt es einen Mangel an Ingenieuren, es gibt zu wenig.
Vergeben Sie auch Diplomarbeiten?
M. Hauser: Ja, wir arbeiten mit den Hochschulen gut zusammen. Wir haben auch ein eigenes Forschungsinstitut, das Tornos Research Center in La Chaux-de-Fonds, wo wir Maschinentechnologien und auch Leute zur Verfügung stellen, und da besteht eine ganz enge Zusammenarbeit.
Und in welchen Bereichen forschen Sie aktuell?
M. Hauser: Aktuell geht es um neue Prozesse, Materialien, Steuerungstechnik, bessere Oberflächen und um das Erreichen von höherer Produktivität. Weiter befassen wir uns mit intelligenten Maschinen. In Zukunft wird es ein Mangel an Facharbeitern geben, die Maschinen bedienen können. Also müssen wir uns überlegen, dass diese Maschinen immer einfacher werden. Sie müssen einfach zu bedienen sein und es sollte nicht länger als einen Tag dauern, eine solche Maschine bedienen zu können.
Wenn man die Zukunft betrachtet, dann braucht es eigentlich immer Werkzeugmaschinen. Ohne geht es eigentlich nicht.
M. Hauser: Ja, das stimmt. Aber wir sind nicht ganz alleine, wenn Sie nach Asien schauen. Dort haben die Chinesen die Fertigungstechnologie auf den Fünfjahresplan gesetzt. Schon seit längerem investieren sie massiv in diese Technologie. Allgemein lässt sich sagen, dass die Werkzeugmaschinen nicht aussterben werden. Solange wir irgendetwas anfassen oder Autos fahren, Konsumentenelektronik in die Hand nehmen oder verletzt werden, wird es Werkzeugmaschinen brauchen. <<
* Das Interview führte Matthias Böhm, Chefredaktor SMM
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