InnovationsForum Automation 2017: Bosch Rexroth

Transparenz ohne Risiko

| Redakteur: Silvano Böni

Das IoT-Gateway sammelt Daten aus unterschiedlichsten Quellen und überträgt sie an Analyse- und Auswertungslösungen – in diesem Fall an den Production Performance Manager von Bosch Software Innovations.
Bildergalerie: 3 Bilder
Das IoT-Gateway sammelt Daten aus unterschiedlichsten Quellen und überträgt sie an Analyse- und Auswertungslösungen – in diesem Fall an den Production Performance Manager von Bosch Software Innovations. (Bild: Bosch Rexroth AG)

Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise mehrere zehn Millionen funktionsfähige Maschinen ohne Industrie-4.0-Anbindung. Fehlende Sensorik, Software und IT-Anbindung verhindern eine vernetzte Fertigung. Produktionsprozesse können nicht überwacht werden, der Ausfall einzelner Komponenten ist nicht vorhersehbar.

Ein ebenso pragmatischer wie schnell umsetzbarer Weg, um Prozesse und Maschinen­status ohne Eingriff in die bestehende Automation zu überwachen, die Wartung zustandsbasiert abzubilden und andere digitale Massnahmen für kontinuierliche (Prozess-)Verbesserungen einzuleiten, bietet das IoT-Gateway von Bosch Rexroth. Die auf einer schaltschrank­fähigen Industrie-Hardware installierte Softwareplattform ist in der Lage, unterschiedlichste Steuerungs- und Sensordaten unabhängig von der bestehenden Automatisierung zu sammeln und zur Analyse und Aggregation an übergeordnete IT-­Systeme weiterzuleiten.

Universeller Ansatz

Zur Weiterleitung der erfassten Sensor- und Steuerungsdaten bieten sich verschiedene Konnektoren und offene Kommunikationsstandards wie OPC UA an. Mögliche Ziele des Datentransports können einerseits grosse Cloud-Plattformen wie Bosch IoT Cloud, Microsoft Azure, Oracle IoT Cloud oder Predix von GE Digital sein, andererseits auch On-Premises-Lösungen wie der Production Performance Manager (PPM) von Bosch Software Innovations oder der Data Analytics Server (DAS) von Bosch Rexroth. Letzterer ist zukünftig auch mit integrierter IoT-Gateway-Software erhältlich. Auf diese Weise lassen sich einerseits Prozess- und Maschinendaten direkt zur Analyse in den DAS einlesen. Anderseits kann das IoT-Gateway mittels DAS analysierte Daten direkt in die Cloud streamen.

Sensor- und Steuerungsdaten erfassen

Für eine möglichst umfassende Konnektivität in Richtung Maschinenebene sollte ein IoT-Gateway alle Arten von Industriesensorik unterstützen – analog und digital, kabelgebunden oder drahtlos. Über moderne Protokolle wie USB, Wi-Fi oder Bluetooth LE lassen sich so unter anderem auch multifunk­tio­nale Sensoren wie Bosch XDK oder CISS anschlies­sen. Zur weiterführenden Datenerfassung umfasst die Konnektivität auch das Auslesen von Daten aus Third-Party-Steuerungen, etwa von Siemens, Rockwell oder Beckhoff. Weitere Anbindungsmöglichkeiten eröffnen der i4.0-Standard OPC UA und dessen Vorgängerprotokoll OPC DA.

Modulares Softwarekonzept

Ein modulares Softwarekonzept auf Basis von Linux und Java trägt massgeblich zum breiten Einsatzspektrum des IoT-Gateway bei. Ein breites App-Angebot verkürzt die Implementierung typischer Use-Cases. Über ein Software Development Kit (SDK) können Java-Entwickler bei Bedarf eigene Apps für spezifische Szenarien hinzufügen, etwa um Daten an bestimmte Cloud-Services weiterzuleiten. Mittels eines zentralen Update-Mechanismus auf Grundlage des OSGi-Framework (Open Services Gateway initiative) lässt sich das IoT-Gateway einschliesslich Apps remote managen.

Parametrieren statt programmieren

Unter der Prämisse einer effizienten Einrichtung, Bedienung und Inbetriebnahme ist die Benutzeroberfläche des IoT-Gateway web-basiert und geräte­unabhängig gestaltet. Die Konfiguration über die Dashboard-App erfolgt ohne Programmierarbeit in drei logischen Schritten: Zunächst definiert der Anwender über vorinstallierte Device-Apps die Eingangsmodule. Anschliessend legt er per Processing-App fest, wie die nun erfassten Daten vorverarbeitet oder angereichert werden sollen. Den Transfer an die überlagerten IT-Systeme regeln die Provider-Apps. Dank der simplen Parametrierung dauert ein einfacher Konfigurationsvorgang nur wenige Minuten.

Ist auch das nachfolgende Analysesystem eingerichtet, können Maschinenbauer, Anwender und Service-Anbieter regel- und webbasiert über das Monitoring hinaus geeignete Aktionen und Massnahmen einleiten.

Schneller Einstieg mit Know-how-Transfer

Im Hinblick auf eine rasche Durchführung eigener Pilotprojekte bieten erfahrene Anbieter ergänzend zum IoT-Gateway auch das nötige Methodenwissen an. Ein solcher Know-how-Transfer kann von der Auswahl und Definition eines konkreten Use-Cases über begleitenden Software-Support bis hin zu einem abschliessenden Anwendertraining reichen. Ziel der Massnahme ist es, den vorbereiteten Use-Case innerhalb weniger Monate auf weitere Maschinen oder ganze Linien ausdehnen zu können. SMM

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44762238 / Automation-, Antriebs- & Steuerungstechnik)