Hochgenaue Bearbeitung Triebfeder Luft- und Raumfahrt

Redakteur: Anne Richter

>> Der japanische Werkzeugmaschinenhersteller Makino blickt auf ein Jahr beträchtlichen Umsatzzuwachses zurück. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten stiegen die Umsätze in Europa, Amerika, Asien und Japan. Vor allem der Bereich Luft- und Raumfahrt trug zu dieser Entwicklung bei. Makino will mit der Einführung weiterer hochleistungsfähiger Produkte auf der diesjährigen EMO in Hannover auf diese Erfolge aufbauen.

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P. Anders Ingemarsson, Präsident & CEO von Makino Europe, stellt in Kirchheim unter Teck die Geschäftszahlen 2012 vor: einen neun Prozent höheren Konzernumsatz zu 2011.
P. Anders Ingemarsson, Präsident & CEO von Makino Europe, stellt in Kirchheim unter Teck die Geschäftszahlen 2012 vor: einen neun Prozent höheren Konzernumsatz zu 2011.
(Bild: Anne Richter, SMM)

ari. Auf der Pressekonferenz bei Makino im schwäbischen Kirchheim unter Teck gab Dr. P. Anders Ingemarsson, Präsident & CEO von Makino Europe, die Zahlen des vergangenen Wirtschaftsjahres bekannt. Makinos Konzernumsatz belief sich demnach auf 1,5 Milliarden US-Dollar – das ist eine Steigerung von neun Prozent im Vergleich zum Finanzjahr 2011. Das Betriebsergebnis von 100 Mio. US-Dollar lag sogar 33 Prozent höher als im Vorjahr. Makino Europe und Makino USA verzeichneten beachtliche Umsatzsteigerungen. Die Zahl der Beschäftigten stieg weltweit auf 4200 Mitarbeiter, nachdem gerade im Vorjahr die 4000er Marke überschritten wurde.

Vielversprechende Marktentwicklungen

Die insgesamt gestiegenen Umsätze wurden auf den Märkten unterschiedlich generiert. In Asien stiegen die Umsätze um 2,5 % (auf US$-Basis), in Amerika um 20 % (auf US$-Basis), in Europa um 20 % (auf €-Basis). Auftragseingänge in Amerika und Europa widersetzten sich dem weltweiten Trend und brachten das Auftragsvolumen in beiden Märkten auf Rekordhöhen.

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Lösungen für KMU auf der EMO 2013

Makinos Hauptfokus auf der diesjährigen EMO (16.–21.09.2013) gilt den Lösungen für kleine bis mittelgrosse Betriebe sowie der Luftfahrt, dem Werkzeug- und Formenbau und den Lohnfertigern. Der Bearbeitungsprozess auf der Maschine selbst steht dabei im Mittelpunkt. Spezialisten vor Ort werden erklären und live demonstrieren, wie Makinos intelligente Technologien zu mehr Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt verhelfen. Je optimierter die Bearbeitungsprozesse sind, desto besser können Anwender das volle Potenzial einer Maschine ausschöpfen. Nur dann ist es sinnvoll, in Komplementärtechnologien wie Automatisierung zu investieren, um damit höhere Renditen zu erzielen. Makino wird deshalb anlässlich der diesjährigen EMO mehrere für das Unternehmen zukunftsweisende Produkte auf den Markt bringen.

Vertikales BAZ im High-End-Bereich

Das jüngste Modell der D-Serie, die D800Z von Makino, bietet Genauigkeit, Steifigkeit und Geschwindigkeit. Konzipiert für Präzisionsteilefertigung, Werkzeug- und Formenbau sowie Luftfahrtanwendungen, liefert die D800Z herausragende Genauigkeit bei Werkstücken bis zu 1000 mm im Durchmesser und 1200 kg Gewicht. Ihre Steifigkeit beruht auf einer Z-förmig angeordneten 4. und 5. Achse im geneigten Tisch und einem grossdimensionierten Kreuzrollenlager in den beiden Drehachsen. Vier verschiedene Spindelvarianten (bis 20 000 min–1/HSK-A63) ermöglichen massgeschneiderte Lösungen für jede der oben aufgeführten Anwendungen. Zu ihren weiteren Pluspunkten gehören die Bedienfreundlichkeit sowie die wirtschaftlichen Betriebskosten.

Hochgenaue Drahterodiermaschine

Der grosse Vorteil der U6, der «grossen Schwester» der im letzten Jahr eingeführten U3, liegt darin, dass man sie einfach einschalten und selbstständig arbeiten lassen kann. Sie ist bei Bearbeitungen im Dauerbetrieb so zuverlässig und robust, dass der Bediener sich anderen Aufgaben zuwenden kann, während die U6 selbstständig ihren Dienst tut. Neben ihrer robusten Zuverlässigkeit – ungeachtet des Werkstückgewichts und dessen Lage auf dem Tisch – verfügt die U6 über eine Reihe von Ausstattungsmerkmalen, mit deren Hilfe Nebenzeiten verringert und Wartungsarbeiten vereinfacht werden – Vorteile, die der Produktivität im täglichen Erodiergeschäft neuen Schub verleihen.

Horizontales BAZ mit steiferer Struktur

Die Nachfolgerin der überaus erfolgreichen a81, die a81nx, wird als jüngstes Modell des Horizontalmaschinen-Portfolios erstmalig zur EMO präsentiert. Die wesentlichen Vorteile der a81 sind ebenfalls die Highlights dieser neuen Maschine: höchste Genauigkeit in Kombination mit thermischer Stabilität. Die Verbesserungen sind unter anderem die noch steifere Struktur (Palettengrösse: 630 x 630 mm), ein höheres Drehmoment der Spindel für noch bessere Zerspanungsleistungen, eine höhere Spindelbeschleunigung zur Verringerung der Nebenzeiten um bis zu 30 Prozent, eine höhere Achsbeschleunigung und ein grösserer Verfahrweg in der Y-Achse. Die a81nx zielt auf die Bereiche Automobil, Bau- und Landmaschinen, Maschinenbau und hier speziell auf die Bearbeitung von Zylinderköpfen, -blöcken und Getriebegehäusen. Sie ist ebenso geeignet für die Bearbeitung von Gussteilen für den allgemeinen Maschinenbau, Hydraulikkomponenten und für schwer zerspanbare Flugzeugbauteile.

Horizontales BAZ für drei Tonnen

Die fünfachsige Horizontalbearbeitungszentrum T1 (Palettengrösse 1000 mm x 1000 mm) bewältigt Werkstücke von bis zu 1500 mm im Durchmesser, 1500 mm in der Höhe und einem Gewicht von 3000 kg. Seine flexible Spindel mit Werkzeugaufnahme HSK-A100 (Drehmoment 1000 Nm bei einer Drehzahl von 12 000 min–1) eignet sich für ein breites Anwendungsspektrum wie unter anderem Strukturbauteile aus Titan, Triebwerkskomponenten, Impeller, Blisks im Luftfahrtsektor, grosse Automobilbauteile wie Zylinderblöcke und verschiedene Werkzeug- und Formbauteile. Das Besondere der T1 ist die kompromisslose Synthese aus hoher Steifigkeit – dank einer völlig neuen Strukturvariante –, Geschwindigkeit und Präzision auf höchstem Niveau.

Senkerodieren: geringere Bearbeitungszeit

Die EDBV8 ist die «grosse Schwester» der im letzten Jahr vorgestellten EDBV3 und kombiniert längere Verfahrwege (XYZ 800 x 600 x 500 m) mit Makinos neuer SEDM-Bohrtechnologie, mit der Kühllöcher in Triebwerksschaufeln und Luftleitblechen viermal schneller gebohrt werden können als mit herkömmlicher Erodiertechnologie. Innovative Technologien, wie die volle Tauchbearbeitung in Kombination mit vereinfachter Programmierung mit Loch-für-Loch-Technologie, sorgen bei der EDBV8 für eine drastische Reduzierung der Bearbeitungszeiten und Verringerung der Betriebskosten und erfüllen so die Forderung der Triebwerkshersteller nach effizienterer Herstellung von Kühlbohrungen. <<

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