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Swisstech/Prodex: Iscars 3P-Produktivitätsplan trägt Früchte Unternehmen bestätigen Profitsteigerungen

Redakteur: Matthias Böhm

Unter den heutigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wollen Fertigungsbetriebe ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit auf lange Sicht deutlich steigern. Der Werkzeugspezialist Iscar hat den sogenannten 3P-Produktivitätsplan entwickelt, der bereits vielen erfolgreichen Herstellern geholfen hat, über 25 % der Produktionskosten einzusparen. Eine Besonderheit: Iscar stellt in diesem Jahr auf der Swisstech anstelle der Prodex aus.

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Iscars 3P-Produktivitätsteamleiter arbeitet eng mit dem Kunden zusammen, um gewinnorientierte Prozessverbesserungen umzusetzen. Der gesamte Fokus liegt auf nachhaltiger Produktivität und Steigerung der Rentabilität.
Iscars 3P-Produktivitätsteamleiter arbeitet eng mit dem Kunden zusammen, um gewinnorientierte Prozessverbesserungen umzusetzen. Der gesamte Fokus liegt auf nachhaltiger Produktivität und Steigerung der Rentabilität.
(Bild: Iscar)

Die Ergebnisse einer dadurch optimierten Zerspanung sind: eine bessere Kapitalrendite, kürzere Lieferzeiten und eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit. Diese Gewinne können die Unternehmen mithilfe des 3P-Produktivitätsplans schneller erzielen als im Alleingang. Grundlage der erfolgreichen Umsetzung sind Organisationskulturen, die für Veränderungen und kontinuierliche Verbesserungen offen sind.

Zu den 3P-Produktivitätspartnern gehören bekannte Firmen aus der Automobilindustrie, der Land- und Nutzfahrzeugindustrie, der Luft- und Raumfahrttechnik, der Medizintechnik sowie herausragende Lohnhersteller und Produktionsstätten des Werkzeug- und Formenbaus in vielen Ländern der Welt.

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Die Zahl der Partner wächst

Die Liste wird mit jedem Monat länger. Sie alle streben eine umfassende und langfristige Verbesserung der Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit an und suchen nicht nach einer einmaligen Lösung für ein einzelnes Problem.

«Mit dem 3P-Plan verfolgen wir eine bewährte Strategie zur Produktivitäts- und Rentabilitätssteigerung», teilt Jacob Harpaz, CEO von Iscar und Präsident der IMC-Gruppe, mit. «Wir gehen mit unseren Kunden eine Partnerschaft ein, um gemeinsam die Produktionsabläufe sowohl in technischer als auch organisatorischer Hinsicht zu verbessern.»

Ein Team bilden

Der 3P-Produktivitätsplan umfasst acht Punkte und beginnt mit einer Teambildungssitzung mit dem Kunden, um die Ziele zu definieren und eine Zustimmung auf allen Ebenen zu erzeugen. Trotz mancher Vorbehalte hat sich gezeigt, dass sich die erreichten Produktivitätssteigerungen vorteilhaft auf die Mitarbeiter und das Unternehmen auswirken. Eine offene und intensive Zusammenarbeit entsteht.

Im zweiten Schritt wird jeweils eine Analyse der derzeitigen Produktionsabläufe und der aktuellen Stückkosten durchgeführt. So erhält man einen Eindruck vom Zerspanungsumfeld, woraus sich eine Reihe von Ansatzpunkten zur Steigerung der Rentabilität ergibt.

Engpässe und Optimierungspotentiale

Oftmals werden durch die Analyse Engpässe und Optimierungspotentiale offenkundig, die mit einer schnellen und einfachen Umrüstung behoben werden können. Aber das ist nur der Anfang. Zusätzlich werden weitere effektive Möglichkeiten ersichtlich, die Produktivität, Kapitalrendite und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, wenn man tiefgreifendere Veränderungen umsetzt, die mehr Zeit und Investment erfordern. Dabei handelt es sich in der Regel um Veränderungen in der Anordnung der Maschinen und sekundärer Arbeitsgänge, Neuinvestitionen sowie Reorganisation der Werkzeugbestückung und Tool Management.

Alle Faktoren ganzheitlich betrachten

In der Phase der Prüfung und Analyse liegt der Schwerpunkt auf Rentabilitäts- und Durchsatzsteigerung bei gleichzeitiger Senkung des Stückpreises. Das bedeutet, dass das Zeitspanvolumen gesteigert werden muss. «Die Maschinenlauf- und Arbeitszeit macht über die Hälfte des Gesamtstückpreises der bearbeiteten Komponenten aus. Da Rentabilität das Ziel ist, wird der Fokus hierauf gerichtet,» erklärt J. Harpaz. «Sich ausschliesslich mit den Werkzeugkosten zu befassen, die weniger als 3 % der Gesamtkosten ausmachen, würde die Wirkung verfehlen».

Umfassendes Angebot

Erst wenn Prüfung und Analyse beendet sind, macht Iscars 3P-Produktivitätsteam ein umfassendes Angebot, das die Werkzeugbestückung und andere empfohlene Änderungen in den Bereichen Kühlschmierstoff, Werkstückklemmung, Steuerung und Messtechnik beinhaltet. Inbegriffen sind die voraussichtlichen Kosten, die zu erwartenden Einsparungen pro Stück und die zu erwartende Rendite für alle empfohlenen Veränderungen.

Änderungen umzusetzen

Ist der Kunde einverstanden, gehen Iscar und seine Vertriebspartner zum vierten Schritt über, der darin besteht, die Änderungen umzusetzen. Erfahrungsgemäss führt eine frühzeitige Realisierung der oben erwähnten weniger tiefgreifenden Veränderungen zu ausreichenden Einsparungen, um später kapitalintensivere Investitionen tätigen zu können. «Die Umlagefinanzierung machte die Umsetzung deutlich erschwinglicher», äusserte ein 3P-Partner, ein europäischer Hersteller von Medizintechnik.

Durch den frühen Einsatz der neuen leistungsstarken IQ-Werkzeuge von Iscar sind sogar noch grössere Einsparungen möglich. Die Schneideinsätze besitzen eine spezielle Beschichtung und übertreffen – so die Angaben des Herstellers – konventionelle Schneideinsätze im Arbeitsergebnis und in der Standzeit um Längen. Inzwischen ist die Umstellung aller Produktbereiche auf die neue IQ-Beschichtung abgeschlossen.

Beobachter als Teilnehmer aktiv einbinden

Die weiteren Schritte des 3P-Produktivitätsplanes werden in der Umsetzungsphase parallel durchgeführt. Iscar bietet intensive Schulungen und Seminare an, welche sowohl beim Kunden als auch extern in den modernen Technologiezentren stattfinden können.

Im Seminar- und Vorführzentrum der Firma Iscar zeigen Fachleute die neuesten Technologien mithilfe praxisnaher Anwendungsbeispiele. Während dieser externen Seminare wird die Akzeptanz für die Veränderungen gefördert.

Iscars Anwendungstechniker im Aussendienst unterstützen Maschinenbediener und Vorarbeiter beim Einstellen und Handhaben der Werkzeuge, bei der Bestimmung der optimalen Schnittbedingungen und der Bedienung des Matrix-Werkzeugverwaltungssystems. Durch diese Angebote wird die Umsetzung der vereinbarten Massnahmen vom ersten Tag an sichergestellt.

Begeisterung übertragen

Bei einer Fräsvorführung während eines Seminars beobachtete ein Facharbeiter eines Formenbau-Unternehmens die Herstellung einer Schmiedeform aus gehärtetem Werkzeugstahl mit einem IQ-HELIDO-Planfräser bei einem Tischvorschub (Vf) von 3,8 m/min. Mit einem konventionellen Fräser schaffte seine Werkstatt bei gleichem Material gerade einmal Vf 0,38 m/min. Er nahm ein Testwerkzeug mit und führte es am nächsten Morgen seinen Kollegen vor. Schlussendlich wurde in seiner Firma durch die kurzfristige Umrüstung der Maschine eine jährliche Einsparung von mehr als 75 000 CHF erzielt. Daran kann man erkennen: Wenn sich jemand aus der Produktion begeistert, erfolgt die Umsetzung viel schneller und die Ergebnisse sind nachhaltiger. Eine solche Begeisterung ist ein durchaus gängiger Effekt von externen Schulungen.

Ein weiteres konstantes Element der 3P-Produktivitätsprogramme ist der 24 Stunden erreichbare technische Support. Iscar ist für seine erstklassige Unterstützung bekannt und achtet darauf, dass alle Lieferanten aus anderen Fachgebieten des Zerspanungsprozesses, die an diesem Projekt mitwirken, dies ebenfalls gewährleisten. Der Anspruch besteht darin, dass der Kunden von dem Gesamtpaket profitieren soll, und zwar die ganze Zeit. Ein Kunde, der rund um die Uhr, sieben Tage die Woche arbeitet, benötigt auch einen 24/7-Service.

Basis für Gewinnmaximierung schaffen

Um den Kreis zu schliessen und den Impuls zu erhalten, bekommen die 3P-Produktivitätspartner jährlich einen zusammenfassenden Bericht über Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen, auf einzelne Maschinen und Arbeitsgänge bezogen. Oft werden diese Berichte zur Grundlage für weitere Verbesserungen.

«Iscar macht nichts anderes als kontinuierliche Verbesserungen durchzuführen, was wir auch tun würden, wenn wir genug Zeit hätten», so ein Hersteller von Nutzfahrzeugen. «Sie machen es nur schneller, mit weniger Fehlstarts und einem geringeren Verbrauch unserer Produktionsmittel. Deshalb amortisiert sich die Investition schneller.» <<

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