Schweizer Giesserei-Verband: Jahresergebnis und Ausblick

Verhaltene Aussichten für 2013

| Redakteur: Luca Meister

Vonroll Casting, Emmenbrücke: Schmelze wird zur Formanlage gefahren.
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Vonroll Casting, Emmenbrücke: Schmelze wird zur Formanlage gefahren. (Bild: SMM)

Die Schweizer Giesserei-Industrie bilanziert für 2012 einen Rückgang der abgelieferten Tonnagen von Minus 20 Prozent, über alle Werkstoffgruppen hinweg gesehen. Für das laufende Jahr wird mit einer weiteren Abschwächung der konjunkturellen Situation gerechnet. Doch es gibt auch Bereiche mit positiven Nachrichten.

Im vergangenen Jahr hat sich die negative Entwicklung bestätigt, die sich bereits im letzten Quartalsergebnis 2011 abzeichnete. Die 52 überwiegend klein- und mittelständischen Unternehmen des Giesserei-Verbandes der Schweiz (GVS) exportieren zu rund 80 Prozent in den Euro-Raum. «Auch wenn sich der Euro-Wechselkurs augenblicklich leicht verbessert hat, ändert dies nichts an der Tatsache, dass die Schweizer Giesserei-Industrie 2012 unter dem starken Schweizer Franken gelitten hat. Dazu kam der generell negative weltweite Konjunkturverlauf», erklärt Markus Schmidhauser, GVS-Präsident und Geschäftsführer der Wolfensberger AG in Bauma.

Lichtblick bei Schienenfahrzeugen

Nicht nur das Exportgeschäft litt unter der Euro-Krise, auch im Schweizer Markt mussten empfindliche Einbussen hingenommen werden, da zunehmend Wettbewerber aus dem kostengünstigeren Ausland bei der Auftragsvergabe die Nase vorn hatten. «Die Einkäufer orientieren sich im Euro-Raum und viele Kunden aus unseren heimi-schen Anwendermärkten verlagern ihre Produktionsbetriebe ins Ausland», schildert Schmidhauser.

Einziger Lichtblick ist der Schienenfahrzeugbereich mit einem Wachstum in 2012 und der Fahrzeugbau, der sich dank Neuanläufen auf hohem Niveau halten konnte. Grundsätzlich gilt aber auch hier, dass «trotz viel Aufwand wenig Ertrag bei unseren Mitgliedsfirmen erwirtschaftet werden konnte», wie Verbandsgeschäftsführer Marcel Menet die ernüchternde Situation zusammenfasst. Vor allem ab Mitte 2012 verlor auch der Fahrzeugbau als tragende Säule der Giesserei-Industrie spürbar an Dynamik. Zudem gingen im Maschinenbausektor die Bestelleingänge wiederum signifikant zurück.

Abgelieferte Tonnagen 2012

Anhaltend positiv verhielten sich im vergangenen Jahr die Aufträge aus der Verpackungsindustrie, Medizintechnik und dem Bauwesen. «Dies führte zu einer extrem heterogenen Situation mit teils noch ausgelasteten Unternehmen einerseits und in Kurzarbeit befindlichen Giessereien andererseits», so Schmidhauser.

Insgesamt sanken die abgelieferten Tonnagen 2012 bei den Eisen- und Stahlgiessereien im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 47 850 Tonnen. In den einzelnen Werkstoffgruppen betrachtet, verzeichnete Gusseisen mit Kugelgraphit (Sphäroguss) ein Minus von 27 Prozent auf 29 700 Tonnen und Gusseisen mit Lamellengraphit (Grauguss) reduzierte sich um 21 Prozent auf 16 150 Tonnen gegenüber dem Vorjahresergebnis. Lediglich der Stahlguss verzeichnete ein Plus von 4 Prozent auf 1 965 Tonnen.

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