EMO 2017 Vischer & Bolli: Flexibilität in allen Belangen

Redakteur: Silvano Böni

Es war ein Gemeinschaftsprojekt der Unternehmen Vischer & Bolli mit der HBi Robotics und ist in dieser Form wohl einzigartig: eine Roboterzelle, die eine automatisierte Bearbeitung von Werkstücken bis 500 kg und Palettengrössen bis 800 x 800 mm abbildet. Entstanden ist ein Konzept, das an Flexibilität kaum zu überbieten ist.

Firmen zum Thema

Vb-Dock-Lock ist ein Spannsystem, das mit hoher Wiederholgenauigkeit und hohen Einzugskräften überzeugt, gleichzeitig aber auch als formschlüssige Spannung, die als absolut verschleissarm gilt.
Vb-Dock-Lock ist ein Spannsystem, das mit hoher Wiederholgenauigkeit und hohen Einzugskräften überzeugt, gleichzeitig aber auch als formschlüssige Spannung, die als absolut verschleissarm gilt.
(Bild: Lerch / Vischer & Bolli)

In der automatisierten Bearbeitung von grossen Werkstücken ist es nahezu selbstverständlich, dass die Spanntechnik separat betrachtet wird, denn die Anforderungen von Anwendern und Maschinenherstellern können unterschiedlicher beziehungsweise werkstückspezifischer kaum sein. In diesem Bereich gilt das Unternehmen Vischer & Bolli seit Jahren als führend. Zahlreiche Projekte, beispielsweise in der Zylinderkopf- und Motorenblockfertigung bei den führenden Premium-Automobilherstellern, sprechen für sich. Bei kleineren Werkstücken dagegen – ob kleine oder mittlere Serie – war es bisher üblich, dass bei automatisierten Fertigungszellen die Spanntechnik extern zugekauft wurde. Im Zuge der zunehmenden Automatisierung macht diese Vorgehensweise allerdings kaum noch Sinn. Gefragt sind Komplettlösungen aus einer Hand, denn das Handling und die Spanntechnik sind nicht mehr zu trennen. Und so hatten Marcel Haltiner, Geschäftsführer von Vischer & Bolli, und Harald Bader, Geschäftsführer der HBi Robotics, die Idee zu einem Gemeinschaftsprojekt in Form einer Roboterzelle, die sich in fünf Stufen modular aufbauen lässt. Die Basis dafür bilden die modularen Palettier-Systeme Pts für eine direkte Werkstückbeladung mit automatisiertem Vorrichtungswechsel. In einem zweiten Schritt lassen sich die Palettier-Systeme mit der Vb-Roboterzelle ergänzen. In den weiteren Ausbaustufen werden ein Werkzeughaltermagazin für direkte Werkstück­beladung, Regalsysteme plus Rüstplatz angeboten. High End definiert Vischer & Bolli mit der Vb-Roboterzelle, mit Regalsystemen, für direkte Vorrichtungs- und Werkstückbeladung sowie mit einem zweifachen Rüstplatz plus den Palettier-Systemen. Zusätzlich lässt sich die Zelle auch noch mit einem Werkzeughaltermagazin ergänzen. Inklusive der kompletten Spanntechnik, ob pneumatische oder hydraulische Sondervorrichtungen, Vakuum- und Magnetplatten oder auch die patentierten und bewährten Nullpunktspannsysteme Vb-Dock-Lock. Welch enormen Stellenwert dieser modulare Aufbau bei der Entwicklung der Roboterzelle hatte, macht beispielsweise das Handling der Vorrichtungen deutlich. So lässt sich selbst in den Palettier-Systemen eine bestimmte Anzahl von Vorrichtungen ein- und auswechseln. Auf eine grössere Zelle muss erst dann zurückgegriffen werden, wenn die Abmessungen oder Anzahl von Vorrichtungen zu gross werden. Der Vorteil, der Platzbedarf und die Höhe der Investition lassen sich auf ein Minimum beschränken. Alle diese Komponenten können aber bei einem späteren Ausbau weiter verwendet werden. Marcel Haltiner sieht deshalb eine Reihe entscheidender Vorteile in dieser Komplettlösung: «Die Problematik für Anwender, ob in der Teile- und Prototypenfertigung oder auch dem Werkzeug- und Formenbau, ist bislang doch, dass sie bei der Automatisierungslösung nur zwischen ‹entweder/oder› wählen können. Bei Roboterzellen muss die Spanntechnik zudem extern zugekauft werden. Die Vb-Roboterzelle dagegen ist nicht nur modular aufgebaut. Im Gegensatz zu herkömmlichen Automatisierungslösungen sind wir damit auch in der Lage, sowohl Werkstücke plus Paletten zu greifen. Das heisst, wir vereinen hier das Paletten-, Werkstück- und auch das Werkzeughandling inklusive der gesamten Spanntechnik. Das heisst, unser zentrales Ziel war es, damit alles aus einer Hand anzubieten.»

Das könnte Sie auch noch interessieren:

(ID:44804521)