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Für mannlose Schichten optimal organisiert
Nun liegt der konkrete Anwendernutzen allerdings nicht nur im modularen Aufbau oder dem flexiblen Handling. Es ist vielmehr die Tatsache, dass mit der Vb-Roboterzelle unabhängig von Losgrössen über drei mannlose Schichten gefertigt werden kann. Im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungszellen, die meist ausschliesslich mit Paletten arbeiten, führt eine kurze Taktzeit bei Auftragsende schnell zu einem Stillstand der Anlage. Bei kleinen und mittleren Serien muss man sich in diesen Fällen deshalb anders organisieren. Eine Vorrichtung, über die 1000 Werkstücke gewechselt werden können, ist beispielsweise nur eine Möglichkeit, um die Autonomie der Anlage zu steigern. Gleichzeitig reduziert sich so die Amortisationszeit. Eine weitere Variante bietet die Vb-Roboterzelle mit dem Palettiersystem, das beispielsweise zehn Paletten bei einer Werkstückhöhe von 55 mm bis zu 60 Bauteile fasst. Damit wird selbst bei einer kurzen Taktzeit von nur einer Minute eine Gesamtlaufzeit von zehn Stunden möglich. Bei noch geringeren Taktzeiten von 12 Sekunden lässt sich so das mannlose Bearbeiten sogar bis auf 26 Stunden ausweiten.
Der Rüstplatz lässt sich auch für komplexe Werkstücke wie «Dauerläufer» nutzen. Auch hier kommt die Spanntechnik von Vischer & Bolli zum Einsatz, denn es wird nur das Werkstück gewechselt. Dazu bietet Vischer & Bolli für Maschinen ohne Drehdurchführungen einen Drehmoment-Schrauber an, der pneumatisch aktiviert wird und den Schraubstock selbsttätig öffnet und schliesst. Arthur Klinger, Geschäftsführer der KPI Engineering und massgeblich bei der Entwicklung beteiligt, sieht die Vorteile aber auch im flexiblen Aufbau der Anlage: «Ich habe recherchiert und keine vergleichbare Lösung am Markt entdeckt.
Der Anwender kann mit diesem modularen Aufbau frei wählen, was er damit abdecken will. Ob am Rüstplatz manuell in Vorrichtungen spannen, Vorrichtungen über Roboter bestücken, Einzelteil oder Serienfertigung. Die Flexibilität gilt auch hinsichtlich des Roboters, denn bei diesem Projekt hat uns das Unternehmen Kuka massgeblich unterstützt, deshalb sehen wir diesen Roboter als Standard, aber natürlich kann der Anwender auch den Roboter frei wählen. Zudem kann er die Zelle je nach Bedarf optimieren bzw. ausweiten.»
Solch eine Option ist beispielsweise der Ausbau für Schüttgutbehälter oder die Integration von Wasch- oder Prüfprozessen. In der Standardversion dagegen ist bereits eine Kolbenstellungskontrolle (Ölmengenmessung) für die Spannfunktion sowie auch pneumatische Auflagekontrolle integriert. Ein Standard, der im mannlosen Betrieb durchaus Sinn macht, denn bei einer Fehlspannung wird der Roboter beziehungsweise die Maschine sofort gestoppt. SMM
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