KMU-Exportindikator Vorsichtige Hoffnung für den Export
Nach dem Allzeittief im Vorquartal hat sich die Stimmung unter den exportorientierten Schweizer KMU etwas gebessert. Der Indikator der Exportperspektiven von Switzerland Global Enterprise (S-GE) ist knapp über die Wachstumsschwelle gestiegen. Die KMU geben in der Umfrage von S-GE an, vermehrt in neue, attraktive Exportmärkte vorstossen zu wollen.
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Die Exportperspektiven von Switzerland Global Enterprise (S-GE) erreichen per Anfang des 4. Quartals 2015 einen Wert von 53.0 Punkten. Der Wert errechnet sich aus der Exportstimmung der KMU für das 4. Quartal 2015 sowie den effektiven Exporten im Vorquartal. Damit erreichen die Exportperspektiven wieder knapp die Wachstumsschwelle von 50 auf der von 0 bis 100 reichenden Skala. Im Vorquartal lagen die Exportperspektiven mit 43.3 Punkten noch auf dem tiefsten Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2010.
Vorsichtiger Optimismus
Alberto Silini, Leiter Beratung Switzerland Global Enterprise, sagt: «Die Schweizer KMU gehen mit vorsichtiger Hoffnung ins letzte Quartal 2015. Dabei dürfte der etwas bessere Franken-Euro-Kurs eine Rolle spielen. Ob dies eine echte Trendwende für die Exporteure darstellt, werden die nächsten Monate zeigen. Der Kosten- und Margendruck ist aber nach wie vor hoch. Gleichzeitig gewinnt die Suche nach neuen, lukrativen Exportmärkten auf der Agenda der Exporteure immer mehr an Bedeutung. Damit stellen sie sich langfristig so auf, dass sie Währungs- und Konjunkturrisiken besser ausgleichen können. Diversifizierung ist das beste Krisenmanagement.»
Bettina Rutschi, Senior Economist bei der Credit Suisse, sagt: «Eine verstärkte Nachfrage nach Schweizer Produkten kommt derzeit vor allem aus der Eurozone, Grossbritannien und den USA. Zudem zeichnet sich bei der Wechselkurssituation eine gewisse Entspannung ab. Während der Schweizer Franken im laufenden Jahr zeitweise die Parität zum Euro erreichte, pendelt der Kurs inzwischen um CHF 1.10 pro EUR. Angesichts der nur schleppenden Konjunktur und der Preisrückgänge auf breiter Front kauft die Schweizerische Nationalbank (SNB) unserer Meinung nach derzeit regelmässig Fremdwährungen, um den Franken zu schwächen. Die Volumen sind aber gering.»
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