Swisstech/Prodex: Prodex Award 2014 nominiert Weltneuheit für die Uhrenplatinen-Fertigung

Redakteur: Matthias Böhm

Die Schweizer Uhrenindustrie ist wie kaum eine andere Industrie eng mit dem Trend nach Luxusgütern verbandelt. Durch die zunehmende Nachfrage steigt auch die Notwendigkeit, schneller zu produzieren, ohne dabei Abstriche bei der Qualität machen zu müssen. Diese Anforderungen nach effizienteren und schnelleren Bearbeitungsmöglichkeiten erfordern Spannlösungen, die perfekt auf die Uhrenindustrie abgestimmt sind. Das neue Spannsystem von Röhm ist für den Prodex-Award nominiert worden.

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Bearbeitung der ersten Seite:Das Werkstück (gelb) liegt auf der Werkstückauflage (grün) und wird durch die Spannbacken (blau) gespannt. Die Werkstückabstützung (rot) unterstützt das Werkstück zusätzlich.Schwenken:Das Spannfutter wird auf der Maschine (z. B. durch einen Teilapparat) um 180 ° geschwenkt. Dabei schwenkt auch die Werkzeugabstützung.Bearbeitung der zweiten Seite:Die Werkzeugabstützung ist um 180° geschwenkt, die Platine kann nun ohne Umspannen auf der zweiten Seite bearbeitet werden.
Bearbeitung der ersten Seite:Das Werkstück (gelb) liegt auf der Werkstückauflage (grün) und wird durch die Spannbacken (blau) gespannt. Die Werkstückabstützung (rot) unterstützt das Werkstück zusätzlich.Schwenken:Das Spannfutter wird auf der Maschine (z. B. durch einen Teilapparat) um 180 ° geschwenkt. Dabei schwenkt auch die Werkzeugabstützung.Bearbeitung der zweiten Seite:Die Werkzeugabstützung ist um 180° geschwenkt, die Platine kann nun ohne Umspannen auf der zweiten Seite bearbeitet werden.
(Bild: Röhm)

Mit dem neuen Platinenfutter der «micro technology-Reihe» ermöglicht Röhm erstmals die beidseitige Bearbeitung von Platinen in einer Aufspannung.

Bisher wurden Platinen in zwei Aufspannungen bearbeitet: zuerst die Oberseite und nach dem Umspannen die Unterseite. Dieser Umspannvorgang kostet nicht nur wertvolle Zeit, sondern bedeutet auch noch einen Genauigkeitsverlust.

Geniale Lösung für die Uhrenindustrie

Die umständliche Art der Platinenbearbeitung hat den Mitarbeitern der Schweizer Röhm Spanntechnik AG keine Ruhe gelassen. Ziel war eine Alternative ohne Umspannen, die noch präziser sein sollte.

So wurde gemeinsam mit dem deutschen Stammwerk des Spanntechnik-Spezialisten unter Einbeziehung von namhaften Uhrenherstellern eine geniale Lösung erfunden: Ein Spannfutter, das erstmals die Bearbeitung von Platinen auf beiden Seiten in einer Aufspannung ermöglicht.

Patentierte Spanntechnik

Die patentierte Innovation spannt die Platine für die Bearbeitung der ersten Seite auf eine Konsole. Danach wird das Futter auf der Maschine (z. B. durch einen Teilapparat) um 180 ° geschwenkt. Während des automatischen Schwenkvorgangs pendelt auch die Werkstückabstützung auf die andere Seite der Platine.

Somit wird auf beiden Seiten eine sichere Abstützung der Platine gewährleistet, ein Überdrücken wird verhindert. Nun kann die zweite Seite der Platine sicher und ohne Genauigkeitsverlust bearbeitet werden.

Auch für andere Bereiche geeignet

Die Beladung und die Entnahme der Platine kann automatisch über einen Greifer erfolgen. Mittels verschiedener Spannsätze kann eine Vielzahl von diversen Uhren-Platinen bearbeitet werden. Aber auch in anderen Branchen ermöglicht das Futter mehr Effizienz und Präzision: Beispielsweise bei der Bearbeitung von Platten für die Medizintechnik oder bei der Herstellung von Elektronikkomponenten.

Nominiert für den Prodex-Award

Da das System einen sehr guten Anklang in der Uhrenindustrie findet, und die technologische Lösung mit der integrierten rückseitigen Abstützung der Werkstücke so bisher nicht realisiert wurde, hat die Jury des Prodex-Awards das Spannsystem für den Prodex-Award nominiert. <<

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