Fertigung von Mehrspindelköpfen Wenn sich Produktivität mit Hochpräzision ergänzt

Redakteur: Anne Richter

Die Elha-Maschinenbau verfügt über eine enorme Fertigungstiefe und bewegt sich so auch bei der Präzision ständig in Grenzbereichen. Diesen Anforderungen und der gewünschten Produktivität entsprechend, investierte das Unternehmen für die Fertigung von Mehrspindelköpfen in das 5-Achs-Bearbeitungszentrum MCH 350-C von Heller. In Sachen Präzision wurden die ursprünglichen Testergebnisse mehrfach unterboten und auch in Sachen Produktivität lässt die MCH 350-C keine Wünsche offen.

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Mit dem Bearbeitungszentrum wollte man auch eine Ausweichmöglichkeit in der Schlichtbearbeitung schaffen, denn war das Lehrenbohrwerk bislang ausgelastet, mussten Aufträge extern vergeben werden.
Mit dem Bearbeitungszentrum wollte man auch eine Ausweichmöglichkeit in der Schlichtbearbeitung schaffen, denn war das Lehrenbohrwerk bislang ausgelastet, mussten Aufträge extern vergeben werden.
(Bild: Heller)

Während Unternehmen in der Lohnfertigung bei der Investition in ein Bearbeitungszentrum vorrangig auf Flexibilität achten, setzen Maschinenhersteller auch andere Prioritäten. Das war bei Elha-Maschinenbau nicht anders. Für die Verantwortlichen in Hövelhof stand so zunächst die Frage im Vordergrund, was eine Maschine an Leistung, Produktivität und Präzision mitbringen muss, um die Produktfamilien der Mehrspindelköpfe zuverlässig zu fertigen. Damit war die Tendenz hin zu einer 5-Achs-Maschine schon vorgezeichnet, die Auswahl allerdings am Markt begrenzt.

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Vorbearbeitung auf zwei Hundertstel Millimeter Genauigkeit

Da es bei dieser Investition um eine Schlüsselmaschine innerhalb der Prozesskette «Fertigungsmodule» ging, war für den Fertigungsleiter Harry Barke neben Präzision und Produktivität aber auch das Image des Herstellers hinsichtlich Zuverlässigkeit und Service ein Entscheidungskriterium: «Auf dieses Bearbeitungszentrum ist ein Drittel unserer Fertigung abgestimmt. Denn darauf werden 90 Prozent unserer Mehrspindelköpfe bis auf zwei Hundertstel Millimeter vorbearbeitet und teilweise auch endbearbeitet. Dieses genaue Schruppen ist bei unserer geforderten Präzision von enormer Bedeutung. Deshalb war uns, obwohl wir von dem Konzept schon sehr früh überzeugt waren, wichtig, den Grundaufbau und die Maschine unter Produktionsbedingungen zu sehen, um zu beurteilen, ob das Schruppen und Schlichten auf der Maschine und damit eine hohe Produktivität auch mittel- und langfristig möglich ist. Ausserdem haben wir uns extern intensiv über den Service von Heller informiert. Diese Aspekte waren es dann auch, weshalb wir uns für das Bearbeitungszentrum von Heller entschieden haben.»

Schlichten und Schruppen auf einer Maschine

Allein Schaubilder oder Powerpoint-Präsentationen zu Maschinendaten waren in Hövelhof also nicht gefragt. Vielmehr war es der Blick hinter das Blech und die Tests mit gestelltem Material, Werkzeugen und Arbeitsplänen. Hier waren den Verantwortlichen die Ergebnisse in der Endbearbeitung besonders wichtig, weil es sich bei Elha-Maschinenbau rechnet, ab Losgrösse vier vom Lehrenbohrwerk auf das Bearbeitungszentrum zu wechseln. Anderseits wollte man mit dem Bearbeitungszentrum eine Ausweichmöglichkeit in der Schlichtbearbeitung schaffen. Denn war das Lehrenbohrwerk bislang ausgelastet, mussten Aufträge extern vergeben werden. Dazu Hans-Georg Liemke, Mitglied der Geschäftsleitung: «Beim Schlichten ähnlich wie auf einem Lehrenbohrwerk, lagen alle Maschinen der Endauswahl in etwa gleichauf. Es ging aber gleichzeitig auch um das Schruppen auf einer robusten Maschine. Uns als Maschinenhersteller war bewusst, dass sich das eigentlich widerspricht. Die Ergebnisse haben dann allerdings gezeigt, dass es möglich ist. Unabhängig davon waren unsere Ansprüche sehr hoch gesteckt. Aber das sind wir ja auch von unseren Kunden gewohnt. Deshalb war der Preis nicht unser primäres Ziel, sondern die technisch beste und in sich stimmige Lösung zu erhalten, der wir langfristig vertrauen.» In sich stimmig, damit meint man auch die Peripheriekomponenten. Denn im Vergleich zu anderen Anbietern sind an der MCH 350-C beispielsweise die Absauganlage, die Kühlmittelpumpen und der Späneförderer optimal dimensioniert und stammen ausschliesslich von namhaften Premium-Herstellern.

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