Vorbildlich Prozesse optimiert

Wettbewerbsfähig durch konsequente Automatisierung

| Autor / Redakteur: Luca Meister / Luca Meister

Biegezelle «TruBend Cell 7000»: Der Roboter legt die abgekanteten Blechteile auf das Förderband.
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Biegezelle «TruBend Cell 7000»: Der Roboter legt die abgekanteten Blechteile auf das Förderband. (Bild: L. Meister)

>> Nur zwei Jahre nach dem letzten Erweiterungsbau hat die Hans Eberle AG den nächsten Entwicklungsschritt vollzogen: Eine neue Roboterbiegezelle sorgt für einen erheblich grösseren Teileausstoss, verbunden mit kürzeren Durchlaufzeiten. Dank der vollautomatischen Anlage und der im gleichen Zug optimierten Prozesskette kann das Glarner Unternehmen auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld qualitativ hochwertige Blechkonstruktionen zu bezahlbaren Preisen anbieten.

Das Dorf Ennenda ist von einem imposanten Bergkranz umgeben, der einem den Blick in die Ferne versperrt. Anders die unternehmerische Sicht der dort ansässigen Hans Eberle AG: Mit einem scharfen Blick in die Zukunft investiert sie laufend in neue Technologien und Räumlichkeiten.

Vor zwei Jahren wurde mit dem neu angebauten Zuschneide-Center, der Anschaffung einer kombinierten Stanz-Laser-Maschine «TruMatic 7000» und einem vollautomatischen Blechtafellager mit über 500 Kassettenplätzen ein zukunftsträchtiger Modernisierungsschritt vollzogen (der SMM berichtete 2011 in der Ausgabe 25/26).

Zusätzlich zur TruMatic 7000 ist eine zweite Stanz-Laser-Maschine sowie ein Flachbettlaser an das Hochregallager angebunden.

Das Zusammenspiel zwischen dem Blechlager und den anschliessenden Blechbearbeitungsmaschinen ermöglicht eine vollautomatisierte Blechbearbeitung und einen speditiven Materialfluss.

Abkanten mit Hochgeschwindigkeit

Der Automatisierungsgrad der Produktion wird weiter ausgebaut: Seit April 2013 ist die neue Biegezelle «TruBend Cell 7000» in Betrieb. Andreas Zweifel, Geschäftsführer der Hans Eberle AG, erklärt: «Die neue Biegezelle ist ein wichtiger Schritt für uns. Dank dieser Investition können wir die Abkantprozesse deutlich beschleunigen und durch die Flexibilität und Qualität in der Fertigung unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.»

Die Highspeed-Abkantpresse zeichnet sich durch eine hohe Prozesssicherheit und ein breites Spektrum an Bearbeitungsmöglichkeiten aus, zudem kann beinahe rund um die Uhr gefertigt werden. Für das automatisierte Abkanten von Kleinteilen (bis 500 Millimeter) gilt die Anlage gemäss den Angaben von Hersteller Trumpf als weltweit schnellstes System.

Schweissen mit kurzen Zyklen

Die zweite wichtige Prozessoptimierung wurde in der Schweisserei vorgenommen. Einerseits wurde das Fabrikhallen-Layout komplett überdacht und neu konzipiert: Die Bearbeitungsbereiche sind nun sauber getrennt in «schwarz» (Eisen) und «weiss» (Alu, Chromnickelstahl). Der halbautomatische Schweissroboter «IRB 2400» mit Zelle sorgt ergänzend für die nötige Automatisierung in die Abteilung. Dank der einzigartigen Bewegungssteuerung bietet der ABB-Roboter eine optimierte Beschleunigung und Verzögerung für möglichst kurze Zykluszeiten.

Im Übrigen wurde das Know-how des Personals erweitert: Mittlerweile sind sämtliche 13 Schweisser geprüft, die meisten verfügen über mehrere Zertifikate. Neben der Grundnorm EN ISO 3834-3 ist die Hans Eberle AG zusätzlich für die Schienenfahrzeugnorm DIN EN 15085-2 CL1 zertifiziert. Gefügt wird aus Stahl-, Aluminium- und Chromnickelstahlblech in den Verfahren MIG, MAG oder TIG. Als Referenzkunden werden u. a. die Firmen Stadler Rail und ABB genannt.

Optimierung konsequent weitergeführt

Durch die Investitionen in die Biegezelle und den Schweissroboter konnte das Automatisierungsniveau bei den Nachfolgeprozessen vom Zuschneiden, Abkanten und Schweissen klar gesteigert werden. Zusammengefasst heisst das: Vom Materialbezug aus dem Hochregallager, über das Zuschneiden der Bleche, das Abkanten und Schweissen bis hin zur finalen Veredlung der Oberfläche kann nun im Idealfall jeder Bearbeitungsschritt automatisiert erfolgen, was erheblich Zeit einspart und ein hohes Qualitätsniveau garantiert.

Andreas Zweifel verdeutlicht kurz und bündig: «Durch die ergriffenen Massnahmen befinden wir uns in der Lage, in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld dem internationalen Wettbewerb die Stirn zu bieten.» Die Hans Eberle AG kann somit den Kunden, die immer höhere Anforderungen haben, Schweizer Qualitätsprodukte zu marktkonformen Preisen anbieten. Dabei erfolgt die Produktion vollumfänglich «inhouse» – inklusive Montage und Oberflächenveredelung (Entfetten, Pulverbeschichten, Nasslackieren und Tampondruck). <<

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