Bickel Metallbau Blechtechnik – Trumpf-Anwenderbericht Wie für einen Blechbearbeiter ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung ging

Redakteur: Dietmar Kuhn

Trumpf ist führender Hersteller von Blechbearbeitungsmaschinen. Abkantpressen, Stanzmaschinen und modernste Lasertechnik bestimmten bis 2013 das Produktportfolio. Mit dem Erwerb des italienischen Maschinenbauers Codatto, gesellte sich die Schwenkbiegetechnik zu den Trumpf-Produkten. Als erster Anwender holte sich der Blechverarbeiter Bickel diese Technik ins Haus.

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Mit der Schwenkbiegetechnik, wie sie der Tumpf TruBend Center 5030 darstellt sind schon mit der Grundausstattung präzise und optisch ansprechende Rundbiegungen mit unterschiedlichen Radien möglich.
Mit der Schwenkbiegetechnik, wie sie der Tumpf TruBend Center 5030 darstellt sind schon mit der Grundausstattung präzise und optisch ansprechende Rundbiegungen mit unterschiedlichen Radien möglich.
(Bild: Kuhn)

Oberderdingen ist ein kleinerer Ort in Baden-Württemberg und vielleicht nicht jedem bekannt. Der Ort ist allerdings Heimat des Blechverarbeiters Bickel GmbH Metallbau Blechtechnik. Und dieses Unternehmen hat mit rund 35 Mitarbeitern einen weitreichend guten Ruf, wenn es um anspruchsvolle Blechteile und Blechbaugruppen geht.

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Firmengründer Jürgen Bickel ist ein ausgewiesener Blechexperte. Blech hatte es ihm schon in jungen Jahren angetan, als er in der Werkstatt seines Grossvaters und Vaters mit diesem Werkstoff hantierte. So lag es nahe, dass er in einen Beruf einsteigen sollte, der mit Blechbearbeitung und insgesamt mit Metallen zu tun hatte. Sein Job als angestellter Schlosser gab ihm eines Tages aber nicht mehr genug – er fühlte sich, mit hervorragenden Kenntnissen der Fertigungstechnik ausgestattet, motiviert den Weg in die Selbständigkeit anzutreten. Die Idee wurde kurzerhand umgesetzt und sie war erfolgreich. Denn heute betreibt Bickel mit seiner Tochter Melanie eine exzellente Blechfertigung, womit er als Lohnfertiger auf dem Markt agiert. Mit einem zweiten Unternehmen produziert Bickel ansprechende und praktische Carports, Müllboxen, Fahrradboxen und Geräteboxen für den privaten und gewerblichen Gebrauch. Diese Produkte sind Bickels eigene Ideen, die er unter dem Markennamen «Bick-Points» auch selbst vertreibt und installiert.

Fast ganz nebenbei ist Jürgen Bickel derzeit auch erster Vorsitzender und treibende Kraft des Verein deutscher Laseranwender – Blechbearbeitung (VdLB). Dort setzt er sich vor allem für die gemeinsamen Interessen der Blechbearbeiter und den Zusammenhalt der mittlerweile um die 70 Mitglieder im VdLB erfolgreich ein.

Geschäftliche Erfolge führten zu neuen Investitionen

In all den Jahren seiner Selbständigkeit hat Bickel permanent in Maschinen und Anlagen investiert. «Die Investitionen richteten sich immer nach dem geschäftlichen Erfolg des Unternehmens. Reichte es mal nicht für eine neue Maschine, habe ich mich auf dem Gebrauchtmaschinenmarkt umgesehen», konstatiert der bodenständige Unternehmer. Irgendwann in seiner Laufbahn als Blechbearbeiter und Unternehmer reifte bei ihm der Wunsch, eine Schwenkbiegemaschine zu besitzen. «Schon bald erkannte ich, welche Vorzüge damit verbunden waren und wie ich damit neue Produkte wesentlich genauer, sauberer und flexibler ich damit herstellen könnte», sagt Bickel.

Schon vor einigen Jahren liebäugelte Bickel mit der Marke Codatto, konnte sich aber nicht eindeutig für eine solche Anschaffung entscheiden. «Gerne hätte ich eine Maschine gehabt, doch damals war der Service der italienischen Marke das Zünglein an der Waage. Dann habe ich den Gedanken an eine Schwenkbiegemaschine wieder abgelegt», erklärt Bickel.

Doch so ganz aus dem Kopf entschwand der Gedanke nicht. Erneut zog ihn die Schwenkbiegemaschine vor etwa zwei Jahren wieder in den Bann. «Nein, auf die italienische Marke werde ich wohl verzichten, aber es gibt ja auch noch andere Hersteller. Und so machte ich mich weiter auf die Suche», führt Bickel aus und ergänzt: «Zufällig traf ich auf einen Bekannten, dem ich mein Problem schilderte. Der gab mir damals den Tipp noch ein paar Monate mit der Schwenkbiegemaschine zu warten – und der Tipp war goldrichtig. Damals wussten nur ein paar Leute von der geplanten Übernahme von Codatto durch Trumpf. Im Dezember 2014 habe ich dann zugeschlagen. In meiner Fertigung steht jetzt eine Trumpf-Schwenkbiegemaschine TruBend 5030 mit dem Ursprung Codatto. Damit war mein Herzenswunsch erfüllt», macht Bickel deutlich. Somit war Bickel Ende 2014 der erste Blechverarbeiter in Deutschland der die Trumpf-Schwenkbiegetechnik TruBend Center 5030 sein eigen nennen durfte.

Die neue Schwenkbiegemaschine erweitert das Bearbeitungsspektrum

Mit der TruBend Center 5030 kann Bickel jetzt ein erweitertes Blechteilespektrum bei gleichzeitiger Steigerung der Flexibilität bearbeiten. Hauptsächlich sind es mittlerweile individuelle Lösungen die als Prototypen und in Vorserien gefertigt werden. Dabei spielt die Blechgrösse keine Rolle, denn es funktioniert sowohl mit grossen als auch mit kleinen Teilen hervorragend. Unterstützt wird die Produktvielfalt insbesondere durch eine zusätzliche Höhenachse an Teilemanipulator, die Trumpf der TruBend Center 5030 verpasste. Mit dem Teilemanipulator ist es nämlich möglich, die Teile an unterschiedlichen Positionen zu fixieren. Damit sind auch negative Kantungen und äusserst schmale Profile kein Problem. Die 5030 macht Biegelängen bis 3000 mm möglich. Hervorzuheben ist das Biegen von Radien. Durch die Schwenkbiegetechnik sind abdruckfreie, saubere und präzise Radien möglich – da sind auch auf hochwertigen Oberflächen keinerlei Bearbeitungsspuren erkennbar.

«Mit der Schwenkbiegemaschine, die jetzt ein Dreivierteljahr bei uns läuft haben wir noch nicht alles erreicht», erläutert Bickel. «Wir lernen tagtäglich dazu und erweitern so unser Produktspektrum stetig. Neben den Produkten die wir als Lohnfertiger bearbeiten werden auch zahlreiche eigene Ideen auf der TruBend Center 5030 realisiert.»

Über die fertigungstechnischen Feinheiten hinaus wird bei Bickel auch kräftig in die Arbeitsorganisation und bauliche Massnahmen investiert. Die sogenannte Industrie 4.0 nennt Bickel nicht so. Aber als digitale Fabrik ist man bereits schon geraume Zeit unterwegs und hat dort Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung intelligent miteinander vernetzt.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke Blechnet.

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