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Eine der Strategien von BR Tec ist eine hohe Diversifikation auf verschiedene Branchen. Welche Unterschiede gibt es da und welche Vor- und Nachteile hat das?
J. Koop: Der Bereich Engineering und technisch hochstehende Beratung für den Maschinenbau und Werkzeugbau ist bei uns ein wesentlicher Teil. Wir haben den Werkzeugbau im Haus und in diesem Zusammenhang auch eine Abteilung Konstruktion und Engineering. Für diesen Bereich gelten alle die angesprochenen Problematiken ohne Abstriche. Allerdings stellt sich in diesem Bereich das Thema Auslandsproduktion weniger. Wir benötigen hierfür besonders geschulte Mitarbeiter und die finden wir in der Schweiz. Genauso treffen die Einschätzungen für unsere Aluminium-Leichtbau-Fertigung zu, für die hochpräzise Lohnfertigung und für das Laserhärten und Laserauftragsschweissen. Wir pflegen alle Bereiche in derselben Intensität weiter. Der Bereich Sägewerksindustrie und Sägewerkzeugherstellung ist bei uns ziemlich abgekoppelt, hat aber grundsätzlich die gleichen Herausforderungen.
Eine der Strategien von BR Tec ist eine hohe Fertigungstiefe. BR Tec hat viele Kompetenzen im Haus. Ist das noch zeitgemäss?
Solch eine hohe Fertigungstiefe ist lange Zeit verpönt gewesen. Uns wurde oft vorgeworfen, zu viele Kompetenzen im Haus zu haben und kaum etwas auszulagern. Heute sind wir dagegen eher noch mehr der Meinung, dass unsere Strategie richtig ist. Wir möchten unsere Kompetenzen im Haus haben – vom Rohmaterialeinkauf über die verschiedenen Bearbeitungen Richten, Vorschleifen, Fräsen, Bohren, Profilschleifen, Härten usw. Daran halten wir fest, weil wir überzeugt sind, dass die Auslastung die wir 2016 hatten, auf dieser hohen Fertigungstiefe fusst. Wir können dadurch ganz andere Zeitvorgaben erfüllen, als wenn wir zu viele Arbeiten ausser Haus geben würden. Die Flexibilität, selber entscheiden zu können, wann und in welcher Reihenfolge welcher Fertigungsschritt erfolgt, ist ein grosser Vorteil.
Was erwarten Sie vom Geschäftsjahr 2017?
J. Koop: Wir schauen positiv in das kommende Jahr. Wir denken, dass wir mit all den beschriebenen Massnahmen auf dem richtigen Weg sind, mit der Reduzierung und Optimierung der administrativen Aufwände, der Einbindung der Kunden in unsere Prozesse. Auch digital sehen wir uns auf dem richtigen Weg, obwohl wir hier noch sehr viel Potential haben. Hinzu kommen die angedachte Auslandstätigkeit und das Festhalten an der Fertigungstiefe. Und wir sehen immer noch Möglichkeiten, uns weiter zu verbessern.
Was ist aus Ihrer Sicht unentbehrlich für den Werkplatz Schweiz? Was sind Ihre Erwartungen an die Politik?
Wir müssen aufpassen, dass wir das, was die Qualität der Schweiz ausmacht, mit dem dualen Ausbildungssystem, nicht verlieren. Es sollte darum gehen, das duale System mit niederschwelligen, attraktiven Übergangslösungen zu stärken und auszubauen anstatt eine zu starke Akademisierung der Gesellschaft. Das kostet zwar Geld, aber das ist aus unserer Sicht ein wichtiger Punkt und eine wichtige Aufgabe für die Politik. Auch wäre es zwingend, bestimmte Vorschriften zu überdenken, die auf der einen Seite den Aufwand vor allem für kleinere Unternehmen vergrössern, auf der anderen Seite nicht immer zielgenau Verbesserungen für alle Unternehmen sind. Ausserdem sind für uns die bilateralen Verträge enorm wichtig. Da wird ein guter Kompromiss mit der Masseneinwanderungsinitiative gefunden werden müssen. SMM
Vielen Dank für das Gespräch.
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