Ergänzendes zum Thema
nachgefragt
Dominik Weibel: «Wir haben enormes Wachstumspotential»
SMM: Wie schätzen Sie die Zukunft des Werkplatzes Schweiz ein?
Michael Wenk, Geschäftsführer, WKK: Aus der Sicht eines typischen KMU-Vertreters des Werkplatz Schweiz bin ich überzeugt, dass Schweizer Unternehmen ein gutes Durchhaltevermögen haben. Aber dafür müssen wir erstens hoch effizient Produzieren, zweitens immer innovativ, drittens logistisch auf der Höhe der Zeit sein und viertens das Personelle im Griff haben. Letzteres heisst: gute Leute fordern und fördern. Wenn wir diese Ziele umsetzen, können wir konkurrenzfähige Produkte am Standort Schweiz herstellen, weil wir besser und schneller sind. Dann gewinnen wir Aufträge gegen Indien, China und andere Billiglohnländer.
Können Sie quantifizieren, welchen Vorteil Ihnen die CA-Link- und ERP-Integration gebracht hat?
Dominik Weibel, Stv. Geschäftsführer: Das CA-Link- und ERP-Projekt ist im April 2012 abgeschlossen worden. Die Integration brachte uns einen enormen Schub nach vorn. Dank der neuen ERP-Integration konnten wir den Time-to-market-Prozess vom Prototyp bis zu Serienreife erheblich verkürzen: Vor vier Jahren benötigten wir 12 Wochen, mit der absoluten Datenharmonisierung sind es jetzt nur noch 6 Wochen.
Welche Rolle spielt der Kunde?
M. Wenk: Wir verfügen über eine hohe Kundenorientierung. Sie ist das A und O für unseren Erfolg. Wir binden den Kunden eng in die Projektierung mit ein. Zur Kundenorientierung zählt beispielsweise auch die Termintreue. Wir haben eine komplett automatisierte Planung. Mit unserem grössten Kunden generieren wir zirka 25 % des Umsatzes und realisieren pro Woche 20–30 Lieferungen mit 100%ige Termineinhaltung (Kunden bestätigen diese Aussage). Vom Bestelldatum bis zur Lieferung vergehen genau drei Tage.
Wie schätzen Sie Ihre Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft ein?
D. Weibel: Unser Hauptumsatz liegt in der Bauindustrie und der Haustechnik, das sind Bereiche, die in der Schweiz sehr gut laufen. Darüber hinaus bauen wir den Schweizer Markt generell aus. Unsere Kunden sind aktuell zu 80 % im Umkreis von 50 km vom Standort Kaltbrunn angesiedelt. Das heisst wir haben enormes Wachstumspotential alleine in der Schweiz. Der süddeutsche Raum wird für uns ein weiterer strategischer Expansionsschritt sein. Im Bereich Marketing haben wir einen «Konstrukteuren-Zmorge» lanciert, bei dem wir alle Konstrukteure einladen. Der Konstrukteuren-Zmorge ist ein regelmässig stattfindender Anlass der für Konstrukteure aus allen Branchen geeignet ist. Der Fokus liegt auf dem Kennenlernen untereinander, dem aktiven Networking und dem branchenübergreifenden Wissens-Austausch unter den Konstrukteuren. Bei jedem Anlass ist auch ein kurzes Fachreferat zu einem Fachthema integriert. Interessenten können sich kostenlos über www.wkk-stanzteil.ch anmelden.
Thema Change Management, was heisst das für ein KMU?
M. Wenk: Der Erfolg der WKK liegt sicher in unserer hohen Kompetenz welche auch im Bereich des Change Managements begründet ist. Wir setzen uns hohe Ziele, versuchen uns immer wieder zu verändern und an neue Situationen anzupassen. Nach den Änderungsprozessen müssen wir unseren Mitarbeitern Ruhe gönnen, aber nicht zu lang. Ein halbes Jahr «Pause» reicht, aber dann geht’s wieder los. Apropos Wandel: unsere neueste Errungenschaft ist, dass wir zur ISO 9001 seit Mai 2012 auch noch in Umwelt und Arbeitssicherheit zertifiziert sind.
Welche Rolle spielt die Motivation?
M. Wenk: Ohne Begeisterung keine Motivation. Beides muss in den obersten Ebenen und bei allen Mitarbeitern vorhanden sein. Daran muss man arbeiten. Unsere Mitarbeiter müssen von der Arbeit, dem Produkt und letztlich vom Unternehmen überzeugt sein.