Editorial SMM 05/2018 Zersplittert die Schweizer Messelandschaft?

Redakteur: Matthias Böhm

Es läuft wieder rund am Werkplatz Schweiz. Alles gut also? Nicht ganz, denn die Neulancierung einer Industriemesse im Dezember dieses Jahres führt zu Verunsicherungen. Das kann zu einer Zersplitterung der Schweizer Industriemessen führen. Geholfen ist damit niemandem, weder den Besuchern noch den Ausstellern.

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Matthias Böhm, Chefredaktor Schweizer Maschinenmarkt
Matthias Böhm, Chefredaktor Schweizer Maschinenmarkt
(Bild: Thomas Entzeroth)

Am Werkplatz Schweiz ist die Stimmungslage wieder ausgezeichnet. Werkzeugmaschinen gehen weg wie «warme Semmeln». Die produzierenden Unternehmen haben Nachholbedarf, ihre Produktion auf Vordermann zu bringen, und die besseren Exportbedingungen sind ein motivierender Faktor, zu investieren. Es ist davon auszugehen, dass 2018 eines der stärksten Wachstums­jahre für Werkzeugmaschinen in der Schweiz wird. Alles perfekt also. Nein, nicht ganz. Denn derzeit droht die Gefahr einer Zersplitterung der Messelandschaft. Aufgrund der Verschiebung des Messeduos Swisstech/Prodex – der bedeutendsten Industriemessen der Schweiz – auf den Mai 2019 versucht eine weitere Messegesellschaft die entstandene Lücke auszunutzen und eine weitere Industriemesse in Bern zu etablieren, die der Swisstech/Prodex Konkurrenz machen soll. Potenzielle Aussteller stehen vor der Wahl, beide Messen zu besuchen oder abzuwägen, welches Konzept das bessere ist. Sowohl Swissmem als auch Tecnoswiss haben sich klar für das etablierte Messeduo Swisstech/Prodex ausgesprochen. Jetzt liegt es an den potenziellen Ausstellern, Flagge zu zeigen. Das Nutzen von zwei «halbstarken» Industriemessen in der deutschsprachigen Schweiz im Abstand von fünf Monaten bringt weder Ausstellern noch Besuchern einen Vorteil. Und: Verunsicherung ist das Letzte, was der Werkplatz Schweiz braucht. <<

Ihr Matthias Böhm, Verlagsleiter Vogel Business Media AG

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