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Jetzt ein anderes Thema. Gehören Sie mit Ihrem Werkzeugsegment zu den Nischenplayern oder haben Sie eine breite Front an Mitbewerbern?
M. Schuler: Wir werden generell als Nischenplayer betrachtet, vor allem im Vergleich mit den drei bis vier Riesen der Branche. Jedoch sind es Nischen, in welchen wir über ein beträchtliches Volumen verfügen. Sehr oft wird Dixi Polytool als Benchmark im Bereich Mikrobearbeitung zitiert. Jedoch sind wir auch in anderen Nischen extrem aktiv.
Ihr Unternehmen macht heute einen hoch modernen Eindruck, wie wirkt sich das bei der Suche nach neuen Mitarbeitern aus und spielt das für Ihre Kunden eine Rolle?
M. Schuler: Die heutige Dynamik im Unternehmen hat sich in der Suche von zusätzlichem Personal extrem positiv ausgewirkt. Kandidaten sehen positive Möglichkeiten, sich kurz- oder mittelfristig zu entwickeln. Auch das neue Gebäude ist eine gute «Image-Spritze». Nicht nur das Gehalt ist wichtig, sondern auch die Rahmenkonditionen im Unternehmen sowie die positive Dynamik und die hohen Investitionen. Die Leute können sich einfacher ihre langfristige Zukunft sowie Aufstiegsmöglichkeiten vorstellen.
Wenn Sie heute nochmals von vorn anfangen könnten, was würden Sie anders machen?
M. Schuler: Momentan ist die Umstrukturierung noch nicht zu 100 % vollzogen. Wir werden erst bei Mitte Jahr eine erste Bilanz ziehen. Ich glaube jedoch, dass uns dieser Umstrukturierungsprozess insgesamt gesehen sehr gut gelungen ist. Es ist ein zeitintensiver Prozess , dass muss man akzeptieren. Es ist besser, ein solcher Prozess dauert sechs Monate länger, als es schnell, aber mit ungenügender Kommunikation durchzuziehen.
Sie verfügen auch über einen Produktionsstandort in Deutschland. Wird bei Ihnen über Produktionsverlagerungen – ggf. für spezifische Produktsegmente, die in Europa eine grosse Nachfrage haben – nachgedacht?
M. Schuler: Heute ist unser Fertigungsstandort in Deutschland voll auf Naturdiamant und PKD-Werkzeuge ausgerichtet. Sollten sich jedoch die Rahmenbedingungen in der Schweiz weiter verschlechtern, zum Beispiel mit populistischen Abstimmungen wie am 9.2.2014, welche wir in den letzten Jahren hatten und welche zu erhöhter Unsicherheit führen, könnte ein Ausbau von Dixi Polytool GmbH in Deutschland sicher ein Thema werden. Auch die Wechselkurssituation trägt zu dieser Situation bei.
Wie schätzen Sie die Zukunft des Werkplatzes Schweiz ein?
M. Schuler: Der Werkplatz Schweiz ist klar unter Druck. Für ausländische Investoren wird die Schweiz ein immer grösseres Fragezeichen mit zahlreichen politischen Ungewissheiten in der Zukunft. Wir fördern mit bestimmten Volksabstimmungen Probleme am Werkplatz Schweiz, die zu Lasten der Arbeitnehmer und Unternehmen gehen. Sollten in Zukunft noch die bilateralen Abkommen mit der EU abgeschafft werden, dann würde die Zukunft des Landes wirklich düster aussehen. Aber bis es zu einer solchen Abstimmung kommen sollte, bleibt eine gewisse Unsicherheit, und Investoren mögen keine Unsicherheit.
Herr Schuler, vielen Dank für das Gespräch. <<
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