Dreh- Frästechnik

An Bedürfnisse angepasste Frässpindel

| Autor / Redakteur: Peter Klingauf / Anne Richter

Für MTW hat die Weiss-Frässpindel in der HT 65 PM eine zentrale Bedeutung: Sie ist mit den Schnittstellen HSK-T63 ausgestattet und ermöglicht trotz kompakter Masse Drehzahlen von bis zu 18 000 U/min.
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Für MTW hat die Weiss-Frässpindel in der HT 65 PM eine zentrale Bedeutung: Sie ist mit den Schnittstellen HSK-T63 ausgestattet und ermöglicht trotz kompakter Masse Drehzahlen von bis zu 18 000 U/min. (Bild: Weiss)

Um perfekte Bauteile stets pünktlich liefern zu können, setzt MTW Metalltechnik auf beste technische Ausstattung. Jüngstes Highlight: das Dreh-Fräszentrum HT 65 PM von Emco, ausgestattet mit einer leistungsfähigen Frässpindel der Siemens-Tochter Weiss Spindeltechnologie.

Mit dem Satz «Mittelmass ist viel zu wenig» macht Hans-Peter Wallinger, Inhaber und Geschäftsführer des österreichischen Lohnfertigers MTW Metalltechnik GmbH, deutlich, worauf er in seinem Unternehmen Wert legt – höchste Qualität und Zuverlässigkeit. Erkennt der MTW-Chef im Vorgespräch mit einem potenziellen Kunden, dass dieser andere Erwartungen hat, wie etwa einfache Massenware, bei der ausschliesslich der Preis entscheidet, lehnt er lieber ab. «Dafür sind wir nicht ausgelegt», sagt Wallinger und ergänzt: «Von unseren fünf Fräs­maschinen sind vier 5-achsig, und auch mit unseren Dreh- und Schleifzentren erledigen wir vor allem qualitativ anspruchsvolle Aufgaben. Dementsprechend sind wir bei einfachen Bauteilen in grossen Serien meist nicht konkurrenzfähig.»

Ganz anders sieht es aus, wenn komplexe Konturen in hoher Präzision an kleinen oder mittel­grossen Werkstücken für anspruchsvolle Branchen wie die Mess-Prüftechnik zu erzeugen sind. Hier fühlt sich MTW zu Hause und fertigt Einzelteile ebenso wie mittlere Losgrössen im niedrigen vierstelligen Bereich. Auf Basis von Konstruktionsdaten der Kunden programmieren hochqualifizierte Mitarbeiter des Unternehmens an externen CAM-­Arbeitsplätzen die Bauteile und richten sie an­schlies­send an den bevorzugt mit Sinumerik-CNC von Siemens ausgestatteten Werkzeugmaschinen ein. Danach gilt es, die Bauteile aus Aluminium, Edelstahl oder anderen Werkstoffen zu fertigen, und zwar möglichst ohne Maschinenwechsel.

Kombi-Bearbeitungszentrum bringt prozesssichere Genauigkeit

Ein Ziel, das Hans-Peter Wallinger vor allem mit seiner jüngsten Anschaffung meistens erreicht – dem Dreh-Fräszentrum Hyperturn 65 Powermill, kurz HT 65 PM von Emco, in der Schweiz vertreten durch die Argonag AG. Als Metalltechnik-Meister weiss er bestens um die Vorteile dieser Maschine, die bei ihm seit Januar 2017 im Einsatz ist. «Manche Bauteile lassen sich damit noch schneller fertigen als mit unseren einzelnen Fräs- und Drehzentren», erklärt er und ergänzt: «Das ist mir bei dieser Investition aber nicht das Wichtigste. Noch entscheidender ist die prozesssichere Genauigkeit dieser Maschine, die wir mannlos erreichen. Das heisst, wenn wir ein komplexes Werkstück richtig eingestellt haben, dann geht das Stangenmaterial vorne rein und kommt hinten garantiert als exakt passendes Bauteil raus – mit allen Bohrungen, Nuten, Flächen und Fasen.»

Vor der Entscheidung für die HT 65 PM hat Hans-Peter Wallinger zahlreiche Anbieter verglichen. Das Emco-Dreh-Fräszentrum sei zwar in puncto Anschaffung nicht das preisgünstigste gewesen, aber als Gesamtpaket habe es am besten gepasst und früher gemachte gute Erfahrungen mit Emco hätten «auch nicht geschadet», so der Firmen­chef. Ausserdem hebt er wichtige technische Details hervor wie beispielsweise die drehzahl­starke Weiss-Frässpindel mit HSK-T63-Schnittstelle: «Damit kann ich fast alle meine vorhandenen Werkzeuge weiter verwenden. Das spart bares Geld. Zudem ist unser betriebsübergreifendes Werkzeughandling dadurch einfacher und übersichtlicher.»

Frässpindel an Bedürfnisse der Dreh-Frästechnik angepasst

Ursprünglich hatte Emco für dieses Dreh-Fräs­zentrum eine andere Frässpindel vorgesehen, ohne HSK-T63 und mit lediglich bis zu 12 000 min-1. Für MTW war das keine gangbare Lösung, und der leitende Emco-Produktmanager Gerhard Meisl liess sich gerne von dem praktischen Nutzen einer schnelleren Motorspindel überzeugen. Er machte sich also auf die Suche nach einem geeigneten Lieferanten und landete bei der Siemens-Tochter Weiss Spindeltechnologie GmbH, Maroldsweisach. «Die Ingenieure von Weiss haben enorme Flexibilität und Kreativität bewiesen», bekräftigt Meisl und ergänzt: «Trotz sehr kompakter Baumass-Vorgaben ist es ihnen gelungen, einen leistungsstarken Motor unterzubringen, der 18 000 min-1 erreicht. Darüber hinaus hat Weiss hochinteressante Features integriert, die unseren Kunden klare Vorteile bringen.»

Dazu zählt beispielsweise ein haltender Spannsatz, der dafür sorgt, dass das Werkzeug beim Wechselvorgang mit einer definierten Kraft von 200 Nm in der Schnittstelle gehalten wird. So lässt sich das Werkzeug einfach und schnell austauschen, es kann aber dennoch nicht herausfallen. Ergo reduzieren sich die Span-zu-Span-Zeiten. Als zusätzliche Pluspunkte nennt Gerhard Meisl die Bauform der Spindel und deren Anordnung zur Schwenkachse, die den Einsatz langer Bohrer von bis zu 250 mm ermöglicht.

Ein weiteres Spindel-Highlight erläutert Weiss-­Vertriebsingenieur Jens Hofmann: «Wir haben
eigens eine kraftschlüssige Wellenklemmung entwickelt, die den Fräskopf bei anstehenden Dreh­aufgaben abstützt. Dabei werden bei hydraulischer Betätigung der Wellenklemmung die Spindellager aus dem Kraftfluss der Bearbeitung genommen.» Die daraus resultierenden Vorteile: Zum einen kann der Fräskopf stufenlos eingestellt und geklemmt werden. Zum anderen wird das Spindellager beim Drehen nicht belastet, was seine Lebensdauer deutlich erhöht.

Perfektes Zusammenspiel von Steuerung und Motorspindel

Merkmale wie diese haben Emco ebenso überzeugt wie MTW. Darüber hinaus sehen sowohl Gerhard Meisl als auch Hans-Peter Wallinger einen Pluspunkt in der Siemens-Zugehörigkeit von Weiss Spindeltechnologie, denn eine optimale Abstimmung der wichtigen Frässpindel mit der Highend-CNC Sinumerik 840D sl ist damit ebenso gesichert wie ein weltweiter Service.

Darüber hinaus pflegt der Maschinenhersteller bereits eine jahrzehntelange Partnerschaft mit Siemens, die Produktmanagement-Leiter Meisl sehr schätzt: «Die Qualität und Zuverlässigkeit der Siemens-CNC gefällt uns ebenso wie die Offenheit und Flexibilität der deutschen Steuerungs- und Antriebstechnik. Das passt bestens zu unserer Philosophie. Denn auch wir wollen unseren Kunden stets eine bestmögliche Lösung für ihre Bedürfnisse bieten.»

Laut MTW-Geschäftsführer Hans-Peter Wallinger ist dies bei der HT 65 PM gut gelungen, und so lobt er die hohe Leistungsfähigkeit und prozess­sichere Präzision der Maschine. In Zahlen: Die Positionier­genauigkeit des Dreh-Fräszentrums liegt in allen Achsen bei <6 µm, die Wiederholgenauigkeit der Z-Achse bei <3 µm und in der X- und Y-Achse bei <2 µm. Damit kann MTW problemlos die oft geforderten ein bis zwei Hundertstel am Werkstück einhalten und für höchste Oberflächengüten sorgen. In der Regel genügen diese geschlichtet. Mit dem richtigen Werkzeug würden sich laut Gerhard Meisl aber bei Bedarf auch feinstgeschlichtete bzw. diamantierte Oberflächen mit Rz = 1 erzielen lassen – ohne Nacharbeit. SMM

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