Anbieter zum Thema
Präziseste Atomuhren im Orbit
Wer glaubt, dass das Fertigungsverfahren Drahterodieren wenig flexibel ist und lediglich eher einfache Bauteile gefertigt werden können, der hat noch nicht die Bauteile der Argotec in der Hand gehabt. Hier ist fast alles möglich, es muss nur aus Metall sein. W. Vogel antwortet «vielsagend» auf die Frage, wo er die Grenzen der Drahterosion sieht, mit: «Das weiss ich nicht!» Das Werkstückportfolio, das die Argotec verlässt, ist eindrücklich. Ein Werkstück, das für die zukünftige Satelliten-Navigation eine bedeutende Rolle spielen wird, wurde bei der Argotec in höchster Präzision erodiert, wie W. Vogel sagt: «Wir liefern die Innengehäuse für die Atomuhren in den Galileo-Satelliten. Die Atomuhren der Neuenburger Firma Spectra Time werden bereits in den GIOVE-B-Satelliten erfolgreich eingesetzt und gelten als die präzisesten Atomuhren im Orbit. Mit den Galileo-Satelliten baut die europäische Weltraumorganisation ESA ein eigenes Satellitennavigationssystem auf. Das Prinzip der genauen Positionierung und Navigation beruht auf der Signal-Übertragung von mindestens vier Satelliten, die auf einen Milliardstel einer Sekunde genau miteinander synchronisiert werden. Die Atomuhren sind deshalb einer der wichtigsten Faktoren für das Satellitennavigationssystem der ESA.» Ein weiteres Projekt ist ebenfalls für die europäische Raumfahrtbehörde ESA, wie W. Vogel berichtet: «Wir mussten in einen 1200 mm grossen Spiegel 16 000 quadratische 5x5 mm grosse Löcher erodieren, sehr präzis im Hundertstel-Bereich. Diese Spiegel werden benötigt, um Wellen zu filtern. Das sind äusserst anspruchsvolle Projekte, aber wir bringen es in der Regel immer zum Laufen.»
Darüber hinaus fertigt das Unternehmen eine breite Palette an Werkstücken für die Uhrenindustrie und Medizintechnik. Ein weiterer Technologie-Bereich ist die Energietechnik. Für Gasturbinen werden z.B. Dichtungsringe drahterodiert oder papierdünne Lamellen von Turbinenteilen aus hochwarmfesten Werkstoffen wie in Butter geschnitten.
Damit solche Projekte wirtschaftlich sind, müssen die Maschinen voll ausgelastet werden. W. Vogel: «Wir müssen innovativ und perfekt organisiert sein. Die Maschinen sollten möglichst 24 Stunden am Stück laufen. Wenn man das optimal beherrscht, dann braucht es keinen Schichtbetrieb, und trotzdem laufen die Maschinen drei Schichten, aber immer geht das nicht.»
(ID:30383350)
