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Gejammer wegen chinesischer Konkurrenz
Auf die zukünftige Entwicklung des Werkplatzes Schweiz angesprochen, muss W. Vogel nicht lange nachdenken: «Wichtig ist, dass wir zuversichtlich sind, es wär doch schade für so eine Nation wie die Schweiz, wenn der Werkplatz Stück für Stück abgebaut würde. Ich mag das Gejammer nicht hören wegen der chinesischen Konkurrenz. Das ist keine Konkurrenz für unseren Markt, es ist eine Herausforderung.»
Apropos Herausforderung: W. Vogel ist ein Mensch, der kaum etwas dem Zufall überlässt. Das gilt sowohl in unternehmerischer Hinsicht als auch bei seinen Hobbys, wie dem Segeln: «Wir haben den Atlantik zu sechst in einer 54-Fuss-Segeljacht überquert. 21 Tage waren wir auf See. Schönwetterperioden, Flaute, Sturm, alles war dabei. Für ein solches Projekt muss man sich äusserst seriös und diszipliniert vorbereiten. Auch bei strahlend blauem Himmel ist Vorsicht geboten, man darf nie leichtsinnig werden. Das war eine intensive Erfahrung mit einer kleinen Crew.»
Nach neuen Lösungen suchen
Diese Einstellung lässt sich 1:1 auf seine unternehmerische Einstellung anwenden. Gerade jetzt, wenn sich wegen des Wechselkurses für die Schweizer Wirtschaft Gewitterwolken auftürmen. W. Vogel: «Die Situation mit dem starken Franken ist nicht unproblematisch. Gleichwohl müssen wir nach vorne schauen, mit neuen Ideen auftrumpfen, dann schaffen wir es. Nur optimieren mit Auslagerung in Billiglohnländern, das ist ‹Chabis›. Man muss nach echten, neuen Lösungen suchen. Aus unserer Perspektive als Drahterodierspezialist sehe ich das in Form von technologisch neuen Lösungen. Nehmen wir einen der typischen kubischen Zerspaner. Sie beherrschen die Fräsprozesse meist bis ins Detail und suchen mit ihren neuen Frässtrategien nach Lösungen. In einigen Fällen gibt es in Kooperation mit uns als Erodierexperten erhebliche Optimierungspotentiale im Fertigungsablauf dank kombinierten Fräs-Erodier-Anwendungen.
Das kann für beide Seiten äusserst gewinnbringend sein. Fast alles, was man mit einem zwischen zwei Führungen gespannten Draht machen kann, ist machbar. Ich suche in diesem Feld seit Jahren nach Kooperationen und Lösungen. Es kommen immer wieder neue Projekte hinzu. Ich denke, es ist noch einiges an Potential am Markt vorhanden, das wir mit unserem Drahterodier-Expertenwissen noch längst nicht ausgeschöpft haben.
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