Bohrungsfeinbearbeitung

Ausdrehen und Reiben in Schweizer Perfektion

| Redakteur: Matthias Böhm

Eindrücklich der Blick in das neue Starrag-Heckert-BAZ: Daniel Mühlethaler (Maschinenführer, Ferrum) und Kim Arnold (Anwendungstechniker, Urma AG) mit dem lang auskragenden RX-System-Reibwerkzeug.
Eindrücklich der Blick in das neue Starrag-Heckert-BAZ: Daniel Mühlethaler (Maschinenführer, Ferrum) und Kim Arnold (Anwendungstechniker, Urma AG) mit dem lang auskragenden RX-System-Reibwerkzeug. (Bild: Matthias Böhm)

Feinbearbeitung von Bohrungen sind anspruchsvolle Prozesse. Bei dem Unternehmen Ferrum kommt hinzu, dass die Bohrungen z. T. tief liegen, Durchmesser bis 100 mm haben und z. T. aus Stählen sind, deren Bohrungen bisher nur geschliffen werden konnten. Die Urma AG hat mit kombinierten Ausdreh- und Reibverfahren eine hochgradig prozesssichere und extrem schnelle Fertigungsmethode entwickelt.

«Hidden Champions» nennt man in «Neuhoch-Schweizerdeutsch» Unternehmen wie die Ferrum AG. Der Grund für diese Qualifizierung ist folgender: Die Ferrum AG ist in ihrem Bereich ein weltweit agierender technologischer Spitzenreiter. Gleichzeitig der breiten Masse eher unbekannt. Ferrum ist in der Schweiz mit 460 Mitarbeitenden ein typisches KMU. Auch eine Giesserei ist integriert, hier wird Grau- und Sphäroguss von 20 Gramm bis 10 Tonnen verarbeitet. Am Produktionsstandort Rupperswil (AG) – gleicher Standort wie die Urma AG – werden diese Gusswerkstücke bearbeitet. 100 Mitarbeitende sind hierfür in der überwiegend spanenden Produktion tätig.

Rupperswiler Spezialmaschinen für Konservendosen

Trotz seiner Technologieführerschaft in verschiedenen Bereichen ist die Ferrum AG der Allgemeinheit eher unbekannt. Gleichwohl hat nahezu jeder mit der Ferrum-Technologie im Lauf seines Lebens – spätestens beim Kochen oder Trinken – indirekt zu tun gehabt.

Denn ein Unternehmenssegment der Ferrum AG entwickelt Maschinen zum Verschliessen von Konservendosen, die weltweit exportiert werden. Ob in Singapur, den USA, Norwegen oder in der Schweiz: Hinter einer Coca-Cola-, Bier- oder Ananas-Dose steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit Ferrum-Know-how.

Gesamthaft deckt der Schweizer Sondermaschinenbauer und Zulieferant Ferrum AG fünf Technologiebereiche ab:

  • Dosenverschliesstechnik für Getränke– und Konservendosen
  • Zentrifugentechnik für Chemie- und Pharma-Industrie.
  • Giesserei von Grau- und Sphärogussteilen für Eigenprodukte und Kundenauftrag.
  • Wäschereitechnik für industrielle Prozesse in den Sektoren Autowaschtechnik und Industriewaschanlagen für Textilien
  • Produktion für die Herstellung der Maschinenbauteile.

Produktion auf dem neuesten Stand der Technik

D. Frey (Leiter Technik): «Wenn man sich obige Technologie-Bereiche vergegenwärtigt, wird klar, dass Ferrum über eine ausgefeilte Produktion verfügen und fertigungstechnisch auf dem neuesten Stand sein muss. Bei dem Stichwort Zentrifugentechnik, die in die Pharma-, Lebensmittel- und Chemie-Industrie geht, wird der Zerspanungsfachmann hellhörig. Denn hier kommen u. a. schwer zu bearbeitende austenitische Stähle zum Einsatz, die entsprechend den hohen Anforderungen dieser Industrien bearbeitet werden müssen.»

Doch auch die Grauguss-Maschinenständer haben es in sich. Hier spielt weniger der Werkstoff eine Rolle, sondern vielmehr die Geometrien: unter anderem die Lage und Länge der Passbohrungen.

Rupperswiler Spezialmaschinen für Konservendosen

Lang auskragende Werkzeuge für Feinbohrungen

Stichwort Passbohrungen: Damit sind wir auch schon beim Thema. D. Frey: «Bei der Ferrum AG sind Feinbearbeitungen von zum Teil sehr tief liegenden und/oder sehr langen schwer zugänglichen Bohrungen (Reiben bis 104 mm Durchmesser) Alltag. Von der Einzelteilfertigung bis hin zu kleineren (wiederkehrenden) Serien werden Maschinenständer, Lagergehäuse und Schubtrommeln (Komponenten für Zentrifugen) gefertigt. Solche Werkstücke bringen bis zu einige Tonnen auf die Waage. Die hierfür notwendigen Werkzeuge müssen zum Teil extrem lang auskragen bis zu maximal 722 mm.

HSK-Schnittstelle auf neuem Starrag-Heckert-BAZ

Dem Anforderungsspektrum entsprechend wurde für solche anspruchsvollen Werkstücke kürzlich in ein neues 5-Achs-BAZ HEC 1250 von Starrag-Heckert investiert.

Ein Thema bei der Neuanschaffung war die Werkzeug-Spindel-Schnittstelle. Die Entscheidung wurde erleichtert, weil die Werkzeuge ausschliesslich auf dieser Maschine zum Einsatz kommen. So setzten die Ferrum-Spezialisten auf eine HSK-100A-Schnittstelle. Nach ersten Erfahrungen und Fräsversuchen war die Meinung der Verantwortlichen einhellig: Die 100 Prozent richtige Entscheidung, auch im Hinblick auf die Bohrungs-Feinbearbeitung.

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