Uhrenindustrie Bis an die Grenzen der Genauigkeit

Redakteur: Anne Richter

>> Nomos Glashütte gehört mit Uhren zeitlosen Designs zur Weltspitze der Uhrenmanufakturen. Die Manufaktur stellt edle mechanische Uhren von grösster Präzision mit Hightech-Methoden und zugleich in viel Handarbeit her. Die äusserst filigranen Einzelteile werden mit präzisen Werkzeugen gefertigt, an deren Messung und Inspektion höchste Ansprüche gestellt werden. Diesen Anforderungen an Präzision und Genauigkeit werden die Messgeräte von Zoller gerecht.

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Mechanische Uhren sind kompliziert und bestehen aus einer Vielzahl höchst filigraner Einzelteile.
Mechanische Uhren sind kompliziert und bestehen aus einer Vielzahl höchst filigraner Einzelteile.
(Bild: Zoller)

Nicht nur in der Schweiz werden hochwertige Uhren in Qualitätsarbeit gefertigt. Im östlichen Erzgebirge an der tschechischen Grenze liegt der Ort Glashütte, das deutsche Mekka der Feinuhrmacherei. Seit Generationen wird hier dieses Handwerk perfektioniert. Die inhabergeführte Manufaktur Nomos Glashütte stellt seit 20 Jahren eigene Uhren am gleichnamigen Standort Glashütte her und beschäftigt heute rund 130 Mitarbeiter.

Nomos Glashütte entwirft, konstruiert und baut alle Uhrwerke selbst. Je nach Kaliber fertigt Nomos Glashütte auch bis zu 95 Prozent der Einzelteile selbst – mit einer Mischung aus Hightech und Handarbeit. So wird der traditionelle Glashütter Sonnenschliff bis heute von Hand aufgebracht. Doch auch mit CNC-gesteuerten Fräszentren und einem Hightech-Messgerät von Zoller wird hier gearbeitet.

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Höchst filigrane Einzelteile

Mechanische Uhren sind kompliziert und bestehen aus einer Vielzahl höchst filigraner Einzelteile. Gestellteile, die auf den Fräszentren erstellt werden, sind eine Art «Landkarte» für den Aufbau der Uhrwerke. Die Werkplatte für das einfachste Modell hat allein 63 Ebenen. Auf diesen Gestellteilen sitzt und schwingt das Herz der Uhr. Doch ob kompliziert oder nicht, in der Manufaktur wird fast alles selbst gefertigt. Dafür sind Werkzeuge ab einer Grösse von 0,29 mm im Einsatz. Erforderliche Sonderwerkzeuge, die eine Grösse von bis zu 11,2 mm erreichen, werden im Unternehmen selbst hergestellt.

Echte Präzision gefragt

Nur optimal geprüfte und kontrollierte Werkzeuge sind Garanten für hohe Qualität. Wichtigste Anforderung an das Messgerät ist daher maximale Präzision, um die Genauigkeiten, die in der Fertigung einer mechanischen Uhr verlangt werden, zu erreichen. «Mit dem vor knapp einem Jahr erworbenen Universalmessgerät «smarTcheck» sind wir hier in eine neue Dimension vorgestossen», so Frank Höhnel, Technologe bei Nomos Glashütte. Bis zur Lieferung des neuen «smarTcheck» wurde mit einem zehn Jahre alten manuellen Zoller «smile»-Gerät gearbeitet, doch wurde dies den gestiegenen Anforderungen an Schnelligkeit und Präzision sowie der Aufgabe «Wareneingangskontrolle» nicht mehr gerecht – das »smile« deckte lediglich die Werkzeugvorbereitung für die Maschine ab. Zeitweise wurden die Werkzeuge am Laser in der Maschine vermessen. «Hier hatten wir jedoch eine zu grosse Abweichung, obwohl das Werkzeug genauso gespannt ist wie bei der Bearbeitung», so Dirk Wenzel, Anwender bei Nomos Glashütte.

Qualitätskontrolle bereits im Wareneingang

Auch vor dem Hintergrund des Ausbaus der mechanischen Fertigung wurde eine Lösung gesucht, mit der zugekaufte Werkzeuge einer Wareneingangskontrolle unterzogen werden können und diese, wie auch die eigens gefertigten Sonderwerkzeuge, vermessen werden können. Ein wichtiger Aspekt war dabei die Verbesserung der Qualität eingesetzter Werkzeuge. Die Kontrolle bereits im Wareneingang ist der erste Baustein der Qualitätssicherung – denn nur wenn die Werkzeuge exakt passen, gilt dies auch für die präzisen Bauteile. Die geforderten Genauigkeiten bewegen sich im Bereich von 4 µm.

Prozesssicherheit gewährleistet

Vorteile, von denen das Unternehmen seit dem Einsatz des Zoller-Universalmessgeräts «smarTcheck» profitiert, sind vor allem die Zeiteinsparung, die Zuverlässigkeit und die Fehlerfreiheit, so Frank Höhnel: «Der Unsicherheitsfaktor Mensch ist ausgeschlossen, die Datenübertragung erfolgt fehlerfrei, es gibt keine Zahlendreher mehr – dadurch bedingte Maschinencrashs hatten wir schon», so Anwender Dirk Wenzel. Die Prozesssicherheit ist gewährleistet. Wichtig ist dabei die absolute Sauberkeit und Präzision am Messgerät. Alle zwei Stunden wird das Gerät daher vollautomatisch geeicht.

Zwei Namen, die für Präzision stehen

Auf die Frage, weshalb man sich für Zoller entschieden hat, antwortet Frank Höhnel: «Der Hauptentscheidungsgrund für das Zoller-Gerät war die hohe Genauigkeit.» Auch die langjährige gute Zusammenarbeit habe eine Rolle gespielt, und Zoller bietet einen Service vor Ort, bei dem das Messgerät regelmässig gewartet und kalibriert wird. Doch das Hauptargument ist: Zoller vermisst nach dem aktuellen Stand der Technik – genauer geht es nicht. Und genau dies erfordert die Fertigung der höchstqualitativen Manufaktur-Uhren von Nomos Glashütte. <<

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