Werkplatz Schweiz – Quo vadis

«Das ist im Prinzip der grosse Unterschied»

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Können Sie das näher ausführen, warum die Kühlung am Span so entscheidend ist?

P. Petri: Wenn der Span bei der Spanbildung niedrig temperiert ist, ist die Duktilität des Spans geringer. Das heisst, er bricht schneller. Wenn er glüht, hat er eine sehr hohe Duktilität und bricht ggf. gar nicht. Hier spielt aber auch die Spanquerschnittsgeometrie mit rein, sie muss so erzeugt werden, dass der Span sicher bricht.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, wenn Spanbruch nicht machbar ist?

P. Petri: Dann muss man andere Wege gehen. Die Spänebruchthematik ist auch gelöst, wenn ich einen kontinuierlichen Langspan habe, den ich prozesssicher abführen kann. Das läuft ebenfalls einwandfrei. Aber es dürfen keinesfalls Wirrspäne entstehen.

Wie sehen Sie die Zukunft unter den Schweizer Werkzeugherstellern?

P. Petri: Der Markt generell ist sehr gross und die Herausforderung ist, dass man ein möglichst grosses Stück abbekommt. Wer hier richtig agiert, hat gute Chancen für die Zukunft. Ich denke, es ist wichtig, dass man als Werkzeughersteller vorhersehbar handelt und möglichst die persönlichen Beziehungen aufrechterhält. Personalwechsel sind kontraproduktiv.

In der Schweiz gibt es einige kleine bis mittelgrosse Werkzeughersteller, die nach wie vor einen guten Stand haben, wie erklären Sie sich das?

P. Petri: Die Schweizer Zerspanung verfügt über einige Besonderheiten, ich will da nur die Medizintechnik und Uhrenindustrie nennen. In einer Nische gelingt das immer relativ gut, sich ein langfristiges Standbein aufzubauen. Das liegt darin begründet, dass solche Nischen für die Big Player vom Umsatz her eher uninteressant und auch nicht einfach zu integrieren sind in eine grosse Unternehmensstruktur. Auch Kundennähe ist bei Nischenanbietern mitentscheidend. Deshalb wird es immer Nischen- und Spezialitätenanbieter geben.

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