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Entwicklung neuer Produkte
Neben Märkten und Mitarbeitern sind die Produkte matchentscheidend, wie sich gerade am Beispiel von Urma zeigt. U. W. Berner: «Bis 2002 haben wir unseren gesamten Umsatz mit Ausdrehwerkzeugen generiert. 100 % unseres Umsatzes basierte auf einer Technologie. Dieser Sektor macht heute am Gesamtumsatz weniger als 20 % aus. Das heisst, wenn wir unser Produktsortiment nicht ausgeweitet hätten, gäbe es uns in der ursprünglichen Art vermutlich nicht mehr. In der Krise 2001 hatten wir uns gefragt, was können wir machen, um in Zukunft breiter aufgestellt zu sein. Im Werkzeugsektor haben wir nach Ergänzungen gesucht und sind auf das Reiben gestossen. Aber auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Reiben macht wie das Feinbohren Präzisionsbohrungen. Zu einem gewissen Grad konkurrenzieren sich diese zwei Technologien, und es gibt Unterschiede. Reiben ist primär ein Serienfertigungsprozess, das Feinbohren eher eine Einzelteilfertigung. Das heisst, mit dem Reiben konnten wir uns auf eine neue Kundschaft ausrichten und unsere Kundenbasis entsprechend ausweiten. Auf das Haas-WZM-Geschäft komme ich später zu sprechen.»
Technologischer Wurf
Hinzu kam, dass Urma nicht einfach mit Standard-Reibahlen auf den Markt kam, sondern das Reiben revolutionierte: Mit dem patentierten Reibsystem CircoTec RX landete Urma einen technologischen Wurf. So etwas gelingt einem KMU nur alle 10 Jahre, wenn überhaupt. U. W. Berner: «Darauf sind wir richtig stolz. Doch ein neues Werkzeug verkauft sich nicht von allein, die Anwender sind vorsichtig, gerade dann, wenn es um Präzisionsbohrungen geht, die meist Schlüsselfunktionen erfüllen müssen. Bevor sie neue Werkzeuge in der Produktion einsetzen, wollen sie Erfahrungswerte. Solche Unternehmen muss man finden und überzeugen. Das haben wir geschafft und mittlerweile ist CircoTec RX ein Grosserfolg. In Deutschland sind wir eine Kooperation mit der Paul Horn GmbH (s. u.) eingegangen, die Teile des Systems in Lizenz fertigt und hervorragende Kontakte in die Automobilindustrie hat. Ein in die Automobilindustrie vernetztes Unternehmen geht eine solche Partnerschaft nicht unbedacht ein. Hier muss sich ein langjähriges Vertrauensverhältnis aufgebaut haben.»
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