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Druckmaschinen sind sensibel
Eine Rotationsmaschine für den Zeitungsdruck ist trotz ihrer Grösse ein «Sensibelchen» - vor allem, weil das dünne Papier (Zeitungspapier wiegt zwischen 40 und 60 Gramm pro Quadratmeter im Gegensatz zu gewöhnlichem Kopierpapier, das 80 Gramm pro Quadratmeter wiegt) recht schnell reisst. Die Systeme von ABB sind in der Lage, abhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Farbanteilen, Feuchteanteilen und anderen Parametern eine konstante Spannung der Papierbahn sicherzustellen. Dafür sorgen bis zu 128 Motor-Achsen, auf welche die Energie mit Hilfe einzelner Frequenzumrichter verteilt und synchron in Echtzeit gesteuert wird. Rund 20000 bis 30000 Signale je Maschine sind innerhalb weniger Sekunden zu verarbeiten.
Eine kurze Preset-Phase von ein bis zwei Sekunden erlaubt den schnellen Produktionsstart. Im Falle eines Fehlers bremst die Maschine mit einer Reaktionszeit von wenigen Millisekunden in 15 Sekunden von der Maximaldrehzahl von zirka 45000 Zylinderumdrehungen auf null Umdrehungen pro Minute ab. Doch das kommt - der Automatik sei Dank - nur selten vor. Der Anfahrprozess ist ähnlich dynamisch und über die Anfahrplateaus in drei Stufen in maximal 90 Sekunden wieder in Volldrehzahl. «Einen Papierriss wegen ABB haben wir, wenn es hoch kommt, einmal pro Woche - eher seltener», freuen sich wie ein Züricher Druckereileiter die Betriebsverantwortlichen in diversen Verlagshäusern rund um den Globus.
Autocad Ecscad für Planung, Konstruktion und Beschaffung
Bei ABB Schweiz AG im Geschäftsbereich ATB Automationstechnologie (genauer: ATBN Printing = Automation Technologies Building Newspaper) sowie ATBDE Automation Technologies Building Drives Engineering spielt eine Software eine Schlüsselrolle: Autocad Ecscad, das heute aus dem Hause Autodesk kommt. Diese Software für die Elektroplanung und -dokumentation ist schon seit Mitte der 1990er- Jahre bei ABB im Einsatz. Vor etwa sechs Jahren entdeckten die Konstrukteure das volle Potenzial der Lösung. Mittlerweile sind im Geschäftsbereich ATB in drei Abteilungen zehn Lizenzen Autocad Ecscad im Einsatz. Ausserdem verfügt der Geschäftsbereich über zwei Lizenzen Autocad Inventor Suite sowie drei Autocad Inventor Professional Suite und hat Zugang zu einem firmenweiten Pool der ABB Schweiz von 100 Autocad Mechanical-Lizenzen. Autodesk hat in der neuesten Version von Ecscad die früher verwendeten Dongles abgeschafft und die Software in das flexible Lizenzmanagement der Autodesk-Produkte aufgenommen. «Das ist einer der Vorteile, den die Übernahme des Produktes durch Autodesk im letzten Jahr gebracht hat», stellt René Paolozzi, leitender Ingenieur der Elektrokonstruktion bei ATBN, fest. Er lobt den offenen Industriestandard und die vielen nützlichen Features, wie Access-Datenbank, Mehrsprachigkeit, Darstellung der Dokumentation sowie den Schaltplangenerator, mit denen die Software glänzt. «Ein offenes, flexibles auf Industriestandards basierendes System ist in unserem Bereich ein Muss, das ist mittlerweile manchem klar geworden», meint René Paolozzi. «Es überrascht uns immer wieder positiv, wenn wir Projekte, die teils älter als zehn Jahre sind, mit wenigen Handgriffen und vollumfänglicher Funktionalität weiterverarbeiten können.»
Standard DWG
Das Datenformat DWG, das sich als Industriestandard etabliert hat, ermöglicht den Im- und Export von Daten unterschiedlichster Partner. So lässt sich die Zeichnung des Schaltschrankes einfach an den Schaltschrankhersteller zur Bestückung weitergeben. Dokumentationen der Hersteller und Lieferanten der Druckmaschine und Automations-Ausrüster können mittels Hyperlink einfach in den Schaltplan aufgenommen werden.
Kundenspezifische, mehrsprachige Dokumentation
ABB liefert die «perfekte Dokumentation» in alle Welt, denn die Dokumentationen können auf Knopfdruck in deutscher Sprache, in der Sprache des Kunden oder in beiden ausgegeben werden. In der Sprachdatenbank sind heute zirka 8000 Texte, neben Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch noch in zehn weiteren Sprachen abgespeichert. Somit ermöglicht Ecscad den Ingenieuren, Schaltpläne genau so auszugeben wie der Kunde oder ein Zulieferer sie benötigt: «Jedes Verlagshaus hat andere Maschinen, und die Elektriker sind eine bestimmte Art von Dokumentation gewohnt. Mit Autocad Ecscad arbeiten wir normgerecht, aber flexibel: Die Berichte und Listen können im Rahmen der normativen Vorgaben so aussehen, wie die Kunden sie brauchen, wollen oder wünschen.»
Automatisierte Plan- und Listengenerierung
Mit dem halbautomatischen Aufbauplan entstehen verlässliche Schaltschrankaufbauten schnell und fehlerfrei: man zieht die Bauteile einfach aus der vorhandenen Liste an die vorgesehene Position.
Der Ecscad-Project-Builder generiert automatisiert Schaltpläne anhand von Excel-Listen. Durch diese Funktion vermeidet sein Team Fehler und gewinnt damit nicht zuletzt auch Zeit. Schliesslich bringen die zahlreichen automatisch generierten Listen, wie Kabel-, Stück-, Geräte und Adernliste, grossen Zeitgewinn. Seit der ersten Version von Ecscad können diese Listen als so genannte grafische Listen in die Zeichnung übernommen werden. Sie leisten so ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur korrekten und konsistenten Schlussdokumentation. «Heute können wir Betriebsmittellisten, Aderbeschriftungen oder Klemmenlisten einfach dem Schaltschrankbauer in diversen Formaten übergeben, und dieser generiert daraus die Beschriftung der einzelnen Elemente im Schrank. Das vereinfacht die Arbeit für alle Beteiligten erheblich», erklärt René Paolozzi.
Intelligente PDFs
Highlight schlechthin ist für ihn der Ecs-Publisher, mit dem man dank der umfangreichen Konfigurierbarkeit Dokumentationen als «intelligente» PDFs ausgeben kann. Neben den Potentialsprungmarken sind nun auch revisionsbedingte Plansätze keine umständliche und zeitraubende Angelegenheit mehr.
Massenweise Schemapläne
Steuerungen für den eigentlichen Druckprozess wie auch für sämtliche Hilfsprozesse (Versorgungen für Wasser, Öl, Farbe usw.) sowie für die Leitebene entstehen bei ABB ausschliesslich mit Autocad Ecscad - egal ob es sich um neu konstruierte Anlagen oder um Umrüstprojekte handelt. Pro Auftrag entstehen so in wenigen Engineering-Tagen mehrere Hundert Seiten - das heisst 5000 bis 15000 Schemaseiten pro Jahr.
Support auf Zuruf
Bei dieser Leistung ist ein guter Draht zum Support unerlässlich. «Der Druck ist enorm», sagt René Paolozzi, «wir können uns keine Stillstandzeiten erlauben.» Mit dem Ecscad Competence Center des Autodesk-Partners Tinline GmbH in Sins (5643) hat er sehr gute Erfahrungen gemacht: Die CAE-Spezialisten sind nicht nur da, wenn man sie braucht - sie wissen meist auch die richtige Antwort.
Die Entwicklung von Ecscad ist unter anderem sehr stark von praxisnahen Anregungen aus dem Kundenstamm getrieben. Bei Anwendertreffs und Kunden-Workshops kann man daher aktiv Wünsche und Ideen einbringen. In den meisten Fällen nehmen die Entwickler diese Anregungen gerne auf. René Paolozzi schwärmt von dieser offenen Struktur: «Die Zusammenarbeit ist hervorragend. In der Diskussion habe ich manchmal das Gefühl, die Programmierer kümmern sich ausschliesslich um meine Wünsche. Bei einer neuen Version sehe ich dann aber sehr schnell, dass ich nicht der Einzige war, der Anregungen hatte.»
Effizienz gesteigert
Die Einsparungen, die ABB dank Autocad Ecscad erzielt, sind enorm. René Paolozzi wickelt heute ebenso viele Maschinen wie vor rund zehn Jahren ab - allerdings mit einem um zwei Drittel verkleinerten Team. «Unsere eigenen Ansprüche sowie die unserer Kunden sind stetig gewachsen, und wir stehen vor allem bei Retrofit-Projekten unter hohem Innovations- und Termindruck. Ohne Ecscad wäre dies nicht machbar.» Seit Oktober 2008 ist Ecscad Teil des Autodesk-Produktportfolios. Diese Veränderung erlebt Paolozzi positiv: «Der Support durch Autodesk funktioniert sehr gut. Erste Probleme, die wir gemeldet haben hat Autodesk gut und schnell gelöst. Es gibt bei Autodesk einen formalen Ablauf für Problemmeldungen, von der wir uns eine gesteigerte Nachhaltigkeit erhoffen».
Information
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Fax +49 180 522 59 58
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www.autodesk.ch
Anwender
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www.abb.ch
