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Erneuerbare Energien – Wasserkraft dominiert
Das gebirgige Terrain in Norwegen eignet sich hervorragend, um Wasser in mehr oder weniger natürlichen Staubecken zu speichern. Bei Bedarf kann dieses Wasser jederzeit zum Antrieb von Turbinen genutzt werden, um Elektrizität zu erzeugen. Seit den Anfangstagen der Wasserkraftnutzung ist ABB in diesem Sektor aktiv.
Da traditionell in Norwegen die Wasserkraft solch einen hohen Anteil an der Energiegewinnung hat und die Strompreise entsprechend niedrig sind, hat sich die Nutzung anderer erneuerbarer Energien bisher nur langsam entwickelt. Doch auch Wind ist in Norwegen ausreichend vorhanden, so hat auch die Zahl der Windkraftprojekte zugenommen. Auch hier trägt ABB dazu bei, die Leistung der Anlagen zu optimieren, die Zuverlässigkeit und die Effizienz zu erhöhen sowie die Umweltauswirkungen zu minimieren. Zum Leistungsumfang von ABB gehören Automationstechnik, Messtechnik, Leitsysteme, Servicelösungen und elektrische Nebenanlagen (EBoP).
Stromübertragung und -verteilung
Zu den Kernaktivitäten von ABB gehört der energieeffiziente Transport von Elektrizität. Auf Grund der dünnen Besiedlung und der grossen Entfernungen in Norwegen ist eine zuverlässige Stromversorgung eine spezielle Herausforderung. Hier ist ABB an den meisten grossen Energieinfrastrukturprojekten beteiligt, darunter schlüsselfertige Unterstationen, Hochspannungsausrüstung, Transformatoren und Steuer- und Schutzeinheiten. Die Kapazität des Stromnetzes steigern von ABB in Pionierarbeit entwickelte Schlüsseltechnologien wie die Hochspannungsgleichstromübertragung (HVDC) und flexible Drehstromübertragungssysteme (FACTS). Ausserdem werden Verluste reduziert und die Zuverlässigkeit ist erhöht.
Eine wichtige Rolle in Norwegen spielt der Transport von Strom unter Wasser. Auch hier kommt beim Bau von Unterwasserleitungen die HVDC-Technik von ABB zum Einsatz. So setzt beispielsweise die 580 Kilometer lange Leitung von 2008 zwischen Norwegen und den Niederlanden auf das klassische HVDC-System. Offshore-Erdöl- und -Erdgasfelder (bis zu 300 Kilometer vom Festland entfernt) werden über die kompakte HVDC-Light-Technologie mit Strom vom Festland versorgt.
Flüssig-Erdgas aus der Barentsee
Aber die Geschichte von ABB in Norwegen hängt auch eng mit dem Erfolg der Öl- und Gasindustrie zusammen. Der Konzern ist auf den meisten Offshore-Anlagen vertreten und verfügt dabei nicht nur über Know-how im Bereich der oberirdischen Installationen, sondern hat sich auch zum führenden Anbieter von Energie- und Automationslösungen unter Wasser entwickelt. Ein Beispiel dafür ist die Flüssigerdgasanlage Snøhvit auf der Insel Melkøya bei Hammerfest. Die Produktion von Flüssigerdgas bedeutet für den Betreiber auf der einen Seite sehr hohe Investitionen, ermöglicht aber auf der anderen Seite eine hohe Flexibilität auf Grund der Unabhängigkeit von fixen Gas-Pipelines zum Kunden.
Snøhvit ist die energieeffizienteste LNG(Liquefied Natural Gas)-Anlage der Welt und das erste vom norwegischen Energiekonzern Statoil betriebene Erschliessungsprojekt in der Barentsee in der Arktis. ABB hat die Anlage mit Lösungen ausgestattet, die Zuverlässigkeit, Energieeffizienz, Sicherheit und Leistung ermöglichen. Zum Zeitpunkt des Anlagenbaus war Snøhvit die grösste Baustelle Nordeuropas und hat dort wichtige Wachstumsimpulse ausgelöst.
Überblick über riesige Datenmengen
Das Gasfeld Snøhvit birgt zusammen mit den umliegenden Gasfeldern über 300 Milliarden Normkubikmeter Erdgas. Das Gas wird 300 Meter unter der Meeresoberfläche mit ferngesteuerten Zapfstellen auf dem Meeresboden gefördert und unbehandelt durch Pipelines in die 140 Kilometer entfernte LNG-Anlage transportiert. Das im Gas enthaltene Kohlendioxid wird aufgefangen und wieder in das Reservoir zurückgeleitet.
Die Anlage ist sehr komplex, mit dem Sicherheits- und Automationssystem werden Steuerungsprozesse unter Wasser, die LNG-Verfahren, die Speicherung und Verladung der Endprodukte sowie die Integration des riesigen Erzeugungs- und Verteilungssystems überwacht. Die elektrische Anlage und das Automationssystem müssen jeweils 44 000 und 30 000 Signale verarbeiten. Für einen effizienten Umgang mit den riesigen Datenmengen hat ABB ein einziges Fenster entwickelt, das den Bedienern den Überblick über die gesamte Anlage bietet.
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