Interview

«Es gab für uns nur eine Chance»

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1985 erster auswuchtbarer patentierter Feinbohrkopf

Immer wieder machen die Urma Produkteentwickler mit innovativen Lösungen Schlagzeilen. So waren sie die Ersten überhaupt, die 1985 einen auswuchtbaren, weltweit patentierten Feinbohrkopf auf den Markt brachten, der eine maximale Drehzahl von damals enormen 15 000 Umdrehungen pro Minute zuliess. Die neuste Generation von auswuchtbaren Feinbohrköpfen kann noch schneller drehen und lässt sich im Durchmesser 1 μm genau einstellen. Zudem sind die Werkzeuge für den Einsatz von Mindermengen-Schmierung vorbereitet. Damit werden sie auch den spezifischen Anforderungen in Umweltfragen gerecht.

Einen weiteren Meilenstein setzt Urma mit DigiTec, dem innovativen System für digitale Feinbohrköpfe. Mit diesem System lassen sich sämtliche Durchmesser über ein externes Anzeigegerät μm-genau verstellen.

Jahrelang schien es unmöglich, die Schrupp- mit der Feinbearbeitung zu kombinieren. Zu viele Kompromisse musste man eingehen. Auch hier setzt Urma eine clevere Idee um. Herausgekommen ist das hochflexible IntraMax-Werkzeugsystem, das nicht nur Vor- und Fertigbearbeitung kombinieren kann, sondern sogar für die Aussenbearbeitung geeignet ist. Der Kundennutzen liegt in der wesentlich verkürzten Bearbeitungszeit und den dadurch deutlich günstigeren Kosten pro Werkstück. Standen bei Urma am Anfang vor allem die modularen Ausdrehsysteme, so sind es heute die RX-Reibsysteme.

SMM: Sie haben in den letzten 15 Jahren zwei richtungsweisende Entscheidungen getroffen. Zum einen 2002 die Übernahme der WZM-Vertretung von Haas. 2007 hat Urma die patentierten RX-Reibsysteme in den Markt gebracht. Waren diese Entscheidungen wesentlich für Ihren heutigen Erfolg?

U. W. Berner: Diese Entscheidungen waren matchentscheidend für unseren heutigen Erfolg. Die Haas-WZM als auch die RX-Reibahlen machen heute fast 90 Prozent unseres Gesamtumsatzes aus. Unsere Ausdrehwerkzeuge, wo wir ursprünglich herkommen, nur noch etwas über 10 Prozent. Urma profitiert massiv von den neuen Reibsystemen als auch dem Werkzeugmaschinen-Handel.

Können Sie Ihre Umsatzverhältnisse darlegen?

Etwa 30 Prozent unseres Umsatzes kommt vom Haas-WZM-Handel. Die anderen 70 Prozent sind Präzisionswerkzeuge, von diesen 70 Prozent sind etwa ein Fünftel Ausdrehwerkzeuge und vier Fünftel Reibwerkzeuge.

Sie sind mit dem Reiben genau dann in den Markt gegangen, als der Reibsystemhersteller Dihart seinen Standort in Dulliken geschlossen hat. Besteht da ein Zusammenhang?

U. W. Berner: Es hat insofern einen Zusammenhang, dass es gewissermassen eine Art «Schlachtenglück» war. Wir konnten einige Mitarbeiter von Dihart bei uns eingliedern. Der Rückzug der Marke Dihart infolge der Integration in die Komet-Gruppe war für uns natürlich eine ideale Position, um in den Markt zu gehen. Wir hatten einen neuen Brand mit hervorragenden Technologien, tollen Ideen, mit denen wir jetzt voll in den Markt gehen konnten. Dass ein starker Mitbewerber praktisch wegfiel, war Zufall. Das hat uns aber sicher nicht geschadet, auch wenn man bedenkt, dass die Märkte zunehmend global werden.

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