Interview

«Es gab für uns nur eine Chance»

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Herausforderung Globalisierung

Die laufende Globalisierung ist für das Management eine besondere Herausforderung. Es ist überlebenswichtig, auch in neuen, aufstrebenden Märkten mit eigenen, auf höchstem Niveau ausgebildeten Mitarbeitern direkt präsent zu sein. Nur so kann sichergestellt werden, dass das jahrelang hart erarbeitete Know-how auch in fernen Ländern fachmännisch umgesetzt wird. Die Strategie von Urma ist deshalb klar: «In den wichtigsten Märkten wollen wir mit eigenen Werksvertretungen vor Ort sein, um den hohen Kundenansprüchen gerecht zu werden.» Zu dieser Strategie passt auch die 2013 vollzogene finanzielle Beteiligung am sehr erfolgreichen spanischen Partner Iraupen. Damit wird die gemeinsame Stärke in diesem Markt unterstrichen.

Strategische Partnerschaften

Genauso wichtig sind strategische Partnerschaften, um entscheidende Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Schon seit geraumer Zeit arbeitet Urma mit dem weltweit bekannten und erfolgreichen deutschen Unternehmen Paul Horn GmbH zusammen. 2009 wurde diese Zusammenarbeit intensiviert. Der deutsche Werkzeughersteller übernimmt die gesamte Produktepalette CircoTec RX als Urma-Lizenzpartner sowie einen Grossteil des Urma-Ausdrehsystems und beliefert sein weltweites Netzwerk.

Mit Schwergewicht auf dem asiatischen Markt konnte Urma 2011 ein weiteres Lizenzabkommen mit Sumitomo Electric Hartmetal Corporation, einem Marktführer im Bereich Zerspanungswerkzeuge, abschliessen. Sumitomo ist ausser in Japan auch auf dem Weltmarkt sehr erfolgreich als Gesamtanbieter für unterschiedliche Industriezweige tätig.

Mit diesen beiden Partnern eröffnen sich für Urma völlig neue Perspektiven und stärken damit auch den Produktionsstandort Schweiz.

Sie mussten für das Reiben ein komplett neues Kundensegment aufbauen. Mit Ihren Ausdrehwerkzeugen waren Sie in der Einzelteil- bis Mittelserienfertigung vertreten. Mit dem Reiben geht’s in die Grossserie. Wie sind Sie vorgegangen?

U. W. Berner: Reiben geht stark in die Grossserie, nur vereinzelt in die Kleinserien- und Einzelteilfertigung. Wir haben den gesamten Vertrieb neu aufgleisen müssen. Wir mussten mit den RX-Reibsystemen Allianzen mit Partnern aufbauen, die das hierfür entsprechende Kundenklientel haben, aber selbst keine Reibsysteme im Angebot hatten. Mit Sumitomo und PH Horn haben wir genau zwei grosse Vertriebspartner gefunden, die uns geholfen haben unsere Reibsysteme weltweit in den Markt zu bringen.

Gleichwohl, nun stossen Sie mit den RX-Reibsystemen in einen Sektor vor, in dem es bereits sehr starke und grosse Player auf dem Markt gab, auch sehr gute. Wie können Sie hochgradig anspruchsvolle Kunden aus dem Automotive-Bereich überzeugen, dass sie auf Ihre Reibahlen setzen sollen. Zumal Reiben ein extrem anspruchsvolles – in Bezug auf Präzision – Verfahren ist.

U. W. Berner: Es gab und gibt für uns nur eine Chance: Die Leistung muss stimmen. Leistung ist messbar. Das geht klar zu unserem Vorteil. Zum einen muss die Technologie stimmen. Aber auch der Preis muss passen. Jetzt muss man 1+1 zusammenzählen. Unsere Kunden machen das. Sie prüfen die Werkzeug-Kosten in Euro pro Bohrung oder Preis pro Werkstück. Da müssen wir besser sein als die Konkurrenz. Wir sind in vielen Fällen bedeutend besser. Unsere RX-Reibahlen haben extrem hohe Leistungsmerkmale, sei es in der Geschwindigkeit des Reibens bis hin zu den Kosten. Unsere RX-Reibsysteme haben dank ihrer auswechselbaren Reib-Köpfe enorme Vorteile.

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