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Der «Dunstkreis» der Automobilindustrie
Urma ist in vielen Industrien tätig. Die Automobilindustrie umfasst etwa zwei Drittel des Auftragsvolumens. Ein anderes wichtiges Standbein ist die Textil- und Druckmaschinenindustrie. Aber auch Flugzeug- und Raumfahrtindustrie sind weitere wesentliche Kundensegmente. Beim brasilianischen Hersteller Embraer (Business und Linienjets) beispielsweise werden sämtliche Fahrwerke mit Urma-Technologie bearbeitet. Seien das Radträger für Getriebe, Turbinen, Schiffsmotoren oder Hydraulikaggregate. Urs W. Berner ist nicht zuletzt aufgund seiner weltweit guten Marktkenntnisse und Vernetzungen im Vorstand des Swissmem.
Sie sind im Vorstand von Swissmem, wie sehen Sie die aktuelle und zukünftige Situation am Werkplatz Schweiz?
U. W. Berner: Wir befinden uns in einer grossen Phase der Strukturbereinigungen. Die Swissmem-Firmen, die mittlere und grössere Firmen sind, sind vorwiegend im Export tätig und in der Lage die Situation zu meistern. Wo wir Probleme sehen, sind Zulieferunternehmen, die auf dem Lohngefüge Schweiz sitzen. Wenn diese Unternehmen ihre Prozesse und Strukturen in den letzten Jahren nicht perfektioniert haben, dann wird es kritisch für diese Unternehmen. Denn die Lohnkosten in der Schweiz sind zu hoch, um dann konkurrenzfähig zu sein. Der Werkplatz Schweiz wird schrumpfen.
Aktuell sind es etwa 330 000 Mitarbeiter am Werkplatz. In welche Richtung wird es gehen?
U. W. Berner: Das ist schwierig vorherzusagen. Ich gehe davon aus, es wird in einer Bandbreite von +/– 10 Prozent schwanken. In den kommenden Monaten wird es sicher nach unten gehen, wenn der Franken weiter so stark bleibt, wovon auszugehen ist.
Bei Ihrem Unternehmen schauen Sie immer nach neuen Strategien und Weiterentwicklungen. Wo sehen Sie Urma in zehn Jahren?
U. W. Berner: Wir wollen uns in der Bohrungsbearbeitung verstärken. Wir werden uns in Zukunft auf den Bereich der Werkzeugentwicklung konzentrieren. Wir hoffen, dass wir in zehn Jahren bedeutend grössere Umsätze machen, eine gute Ertragslage haben. Und wir hoffen, dass wir unsere Investitionen hier am Standort Schweiz nutzen können und unsere Kapazitäten weiter ausbauen können. Wir werden kontinuierlich neue Produkte entwickeln.
Was kann man sich unter neuen Produkten konkret vorstellen?
U. W. Berner: Unsere modularen Reibsysteme gehen aktuell bis minimal 12 mm Durchmesser. Wir wollen auch in den kleineren Durchmesserbereich gehen, wie das dann konkret aussschaut, werden wir im kommenden Jahr mit Sicherheit aufzeigen. Lassen Sie sich überraschen.
Werden Sie auch in Mitarbeiter investieren?
U. W. Berner: Wir investieren immer in Mitarbeiter und in Talente. Eine grosse Freude ist, wenn wir Polymechaniker ausbilden, die anschliessend die Fachhochschule besuchen und wieder zurück zu uns kommen als Applikationsingenieure. Das sind unsere jungen Wilden, die fördern wir, aber fordern sie auch. Wir investieren viel in deren Weiterbildung, sie sind die Treiber für unsere Zukunft. <<
Autor Matthias Böhm, Chefredaktor SMM
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