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Grosser Wurf im Jahr 2007
Mit der Entwicklung und weltweiten Patentierung der CircoTec-RX-Reibwerkzeuge ist Urma ein grosser Wurf gelungen. Das Hochleistungs-Werkzeugsystem hat die Fachwelt durch ausgezeichnete Leistungswerte überzeugt. Dass es auch für ganz «normale» Anwendungen geeignet ist, versteht sich von selbst. Und hier liegt einer der grossen Vorteile von Urma: Als Anbieter von Ausdrehsystemen, Reib- und Glattwalzwerkzeugen bietet Urma eine einmalige Kompetenz in der Bohrungsbearbeitung. Wer sonst kann ein derart differenziertes Bearbeitungs-Know-how aufweisen? Um dem Kunden die Werkzeugauswahl und die Bestimmung der Schnittdaten zu erleichtern, wird eine Software eingesetzt, die dem Anwender bei Bedarf zur Verfügung gestellt wird. Er kann damit nicht nur die Urma-Werkzeugauswahl zusammenstellen, sondern seine gesamten Werkzeugbestände und -Kataloge verwalten.
SMM: Sie setzen auf den Werkplatz Schweiz, haben mit Herrn Lothar Horn (CEO und Inhaber der Paul Horn GmbH, Tübingen) einen deutschen Verwaltungsrat. Haben Sie nie über eine Produktionsverlagerung ins Ausland nachgedacht?
U. W. Berner: In Bezug auf unsere Werkzeuge: Nein, ganz klar nein. Wir haben zwei ausgezeichnete Lizenzpartner, die können unsere Reibsysteme in Lizenz fertigen. Aber wir haben eine Körper-Teilfertigung in den USA.
Mit der jüngsten Investition – der Erweiterung Ihrer Fabrik, wie Sie es nennen – setzen Sie klar ein positives Zeichen für den Werkplatz Schweiz, wo sehen Sie die Stärken des Werkplatzes?
U. W. Berner: Er hat da seine Stärken, wenn es um Innovationen geht. Bei der Entwicklung von Prozessen und Technologien, dort wo der Entwicklungsanteil von neuen Produkten oder Produktionsverfahren hoch ist. Das liegt auch daran, dass der Werkplatz hervorragend vernetzt ist mit den Schweizer und ausländischen Fachhochschulen, Universitäten und Instituten, wie der EMPA. Wir haben für solche Entwicklungsprozesse ausgezeichnete Leute in der Schweiz mit einem entsprechenden Bildungsniveau, die etwas bewegen wollen. Wir können am Werkplatz aber nur Produkte produzieren, die eine entsprechende Wertschöpfung haben. Wie gesagt: Einfache Werkzeughalter produzieren wir hier bei Urma in Rupperswil nicht mehr, das wäre zu teuer.
Was heisst das für die Zukunft des Werkplatzes Schweiz?
U. W. Berner: Der Werkplatz hat seine Tücken. Man muss ihn richtig einschätzen, man muss genau prüfen, was lohnt sich, hier zu fertigen, und was nicht. Dann kann man entsprechend erfolgreich sein.
Haas steigt bei bei der Formel 1 ein. Sie haben einen Haas-F1 mit Ferrari-Motor in der neuen Fertigungshalle stehen. Welches Potential sehen Sie für Urma als Schweizer Haas-Factory-Outlet?
U. W. Berner: Wir werden dadurch eine extrem hohe Medienpräsenz und Marken-Wiedererkennung bekommen. Haas wird durch die Formel 1 bedeutend an Gewicht gewinnen, nicht nur in den Köpfen derjenigen, die im Bereich der Fertigung und Produktion tätig sind, mit viel Streuverlust. Aber viele unserer potentiellen Kunden, die Haas noch nicht kennen, werden durch das F1-Engagement 100-prozentig auf uns aufmerksam. Ich bin sehr gespannt, wie sich das auf unsere Verkaufszahlen auswirken wird.
Apropos Formel 1, mit Urma haben Sie mit Ihren Reibahlen bereits Erfahrungen gesammelt bei BMW Sauber.
U. W. Berner: Richtig, als Technologie-Partner haben wir mit unseren Reibahlen Kurbel- und Nockenwellenbohrungen für Formel-1-Motoren gefertigt. Hier sind wir technologisch absolut top und das zeigt uns, dass wir ganz vorne im Reiben mit dabei sind. Wir gehören zu den Besten der Besten. F1-Kunden sind sehr dynamisch. Da kann es sein, dass er heute anruft und sie gestern liefern mussten. Schnell reagieren reicht dann nicht mehr. Nein, aber im Ernst, das ist ein extrem anspruchsvolles Segment. Haas setzt auf Ferrari-Motoren, für die wir ebenfalls unsere Reibsysteme liefern. Das sind kleine Volumen, Kleinserien, kein grosses Business, aber es macht extrem viel Spass – ist aber eine riesige Herausforderung für ein KMU, wie wir es sind.
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