Umsatzschwäche Fehlende Grossprojekte belasten Tornos

Redakteur: Susanne Reinshagen

Bei Tornos läuft es zur Zeit nicht rund. Der schwächelnde Markt in Asien setzt dem Unternehmen zu und lässt den Auftragseingang im ersten Halbjahr 2016 um gut einen Drittel schrumpfen.

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Tornos leidet im ersten Halbjahr 2016 unter der geringen Investtionstätigkeit vor allem in China.
Tornos leidet im ersten Halbjahr 2016 unter der geringen Investtionstätigkeit vor allem in China.
(Bild: Tornos)

Tornos spürt auch im ersten Halbjahr 2016 die Folgen der Frankenstärke sowie die gebremste Dynamik im wichtigen Absatzmarkt China. Die Kunden schöpfen zur Zeit vorhandene Kapazitäten voll aus, bevor Neuanschaffungen getätigt werden, weshalb Investitionsprojekte wiederholt aufgeschoben werden.

Dies spiegelt sich in einem deutlichen Rückgang des Auftragseingangs um 32.2% (29.7 Mio. CHF) auf 62.2 Mio. CHF nieder. Der Nettoumsatz lag bei CHF 69.8 Mio. und damit 15.4% oder CHF 12.8 Mio. unter dem Wert der Vorjahresperiode (CHF 82.6 Mio.). Es resultierte ein Nettoergebnis von CHF -3.5 Mio. (2015: CHF -2.5 Mio.), wozu ein Wechselkursverlust von CHF 0.6 Mio. sowie ein Buchgewinn von CHF 1.1 Mio. aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Immobilien und Grundstücke beigetragen haben.

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Bruttomarge konnte gehalten werden

Eingeleitete Kostensenkungsmassnahmen sowie die punktuell eingeführte Kurzarbeit in Moutier leisten einen positiven Ergebnisbeitrag und sollen im zweiten Semester noch verstärkt Wirkung zeigen, wie aus der Pressemitteilung zu entnehmen ist. Auch die Umstellung auf «Lean assembly» wird fortgeführt und führt zu deutlich gesenkten Durchlaufzeiten in der Taktmontage. Dieses Einsparungspotenzial soll mittelfristig bei ansteigendem Produktionsvolumen verstärkt wirksam werden. Diese Anstrengungen, zusammen mit Preisdisziplin führten dazu, dass die Bruttomarge prozentual auf Vorjahresniveau gehalten werden konnte.

Produktelinien entwickeln sich unterschiedlich

Schwierig war das erste Halbjahr vor allem für die auf hohe Produktionsvolumen ausgerichteten Mehrspindler von Tornos. Hier spürte das Unternehmen die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden in grössere, projektbezogene Erweiterungen der Anlagen.

Die in der Schweiz entwickelte und produzierte SwissNano nahm hingegen eine sehr erfreuliche Entwicklung: Im ersten Semester konnten bereits gleich viele Maschinen verkauft werden wie in den beiden Vorjahren jeweils in zwölf Monaten. Der Kundenkreis umfasst heute zunehmend Abnehmer aus der Medizintechnik oder der Elektronikindustrie. Auffallend ist die Anzahl Wiederkäufer, die aufgrund der positiven Erfahrung im Betrieb gleich mehrere Maschinen nachbestellten, gerade auch aus dem heimischen Markt.

Ein wachsender Anteil der bestellten Maschinen stammt aus den asiatischen Werken. Die erhöhte Nachfrage aus Europa nach Standardmaschinen der Swiss GT und Swiss DT Linien unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit dieser neuen Produkte.

Erweiterung des Produktportfolios

Zur Sicherung des zukünftigen Wachstums wird Tornos in 2016 mit der Markteinführung von drei neuen Produkten beginnen. An der wichtigen Leitmesse AMB in Stuttgart (Deutschland) wird mit der Swiss GT 32 eine dritte plattformbasierte Maschine lanciert.

Mit der MultiSwiss will Tornos im Bereich der High-end-Maschinen seine technologische Kompetenz mit der Lancierung von zwei Modellvarianten – basierend auf einer erweiterten Plattform – für grössere Werkstücke unterstreichen und ausbauen. Es ist damit zu rechnen, dass diese Produkte ab 2017 umsatzwirksam werden.

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