Grossteileproduktion Formenbau in eigener Hand

Redakteur: Anne Richter

Die Otto Hofstetter AG hat die Plattenfertigung seiner Spritzgusswerkzeuge innerhalb eines Jahres von Hundert Prozent Fremdleistung auf Hundert Prozent Eigenleistung umgestellt. Drei Heckert HEC 1250 inklusive Turmmagazin gewährleisten dem Spritzgiessunternehmen eine Verfügbarkeit von 21 Stunden Laufzeit an sieben Tagen die Woche.

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Eindrucksvolle Maschinen: Die eigens gebaute Halle der Hofstetter AG mit den drei Heckert HEC 1250.
Eindrucksvolle Maschinen: Die eigens gebaute Halle der Hofstetter AG mit den drei Heckert HEC 1250.
(Bild: Heckert)

ari. Was tun, wenn der Bedarf sprunghaft steigt und die bisherigen Lieferanten keine entsprechenden Kapazitäten haben? Die Otto Hofstetter AG entschied sich für die Eigenfertigung. Mit drei Heckert-Grossbearbeitungszentren vom Typ HEC 1250 produziert das Unternehmen heute komplexe Spritzgusswerkzeuge im eigenen Haus.

Spritzgusswerkzeuge für Coca-Cola-Flaschen

Die Otto Hofstetter AG aus Uznach baut seit 1957 Spritzgusswerkzeuge. Seit vielen Jahren spezialisiert man sich auf die sehr schwierig zu spritzenden dünnwandigen Produkte und dabei wiederum vor allem auf Lebensmittelverpackungen; zudem spielen Formen beispielsweise für Blumentöpfe bis heute eine wichtige Rolle im Produktportfolio des Unternehmens.

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1977 kam ein entscheidender Einschnitt für das Unternehmen aus Uznach, als Coca-Cola nach einer neuen Verpackung suchte, die vor allem leichter sein sollte als die bisher verwendeten Glasflaschen. Otto Hofstetter konnte sich für die Fertigung der Werkzeuge der spritzgegossenen Vorformlinge durchsetzen, aus denen Kunststoffflaschen gefertigt werden. Das Unternehmen fertigte in der Folge zehn Jahre lang exklusiv die Spritzgusswerkzeuge für die Coca-Cola-Flaschen-Vorformlinge in den USA.

Insourcing der Grossteileproduktion der Werkzeuge

Mitte der 90er Jahre erreichte der Kunststoffflaschen-Boom Europa und das Geschäft mit den entsprechenden Werkzeugen explodierte. Hofstetter entschloss sich, die Produktionskapazitäten massiv zu vergrössern. Doch die Partner, welche die Stammformplatten fertigten, konnten sich nicht entschliessen, die erforderlichen Investitionen zu tätigen und ihre Produktionskapazitäten entsprechend hochzufahren.

Die Hofstetter-Geschäftsleitung fasste daraufhin einen sehr mutigen Beschluss: Man würde für die bisher extern gefertigten Platten eigene Fertigungskapazitäten aufbauen. Die Platten sind je nach Werkzeug bis zu 1,5 x 1 Meter gross, 20 Zentimeter dick und 2500 Kilogramm schwer, die Präzisionsanforderungen sehr hoch. Ein Werkzeug kann bis zu 144 Kavitäten haben, wobei die Toleranz zwischen den fünf Platten, die ein Werkzeug bilden, unter einem hundertstel Millimeter liegt – schliesslich müssen die Platten nicht nur in sich genau sein, sondern auch noch genau zueinander passen.

Von 100 Prozent Zukauf auf 100 Prozent Eigenleistung

Heute bearbeitet Hofstetter diese Bauteile mit drei Heckert HEC 1250, die mit sehr gut zugänglichen Turmmagazinen für je 320 Werkzeuge und drei Palettenstellplätzen ausgestattet sind, von denen sich Werkstücke automatisch einwechseln lassen. Stefan Zatti, Mitglied der Geschäftsleitung sowie Bereichsleiter Verkauf & Marketing, sagt: «Mit den Heckert-Maschinen ist es uns gelungen, innerhalb eines Jahres von 100 Prozent Zukauf auf 100 Prozent Eigenleistung in der Plattenfertigung zu kommen. Durch die schnelle Inbetriebnahme konnten wir sofort beginnen, mit den Maschinen Kapital zurückzuverdienen. Das ist für den Return-of-Investment sehr wichtig. Wir kommen im Schnitt auf 21 Stunden Laufzeit an 7 Tagen pro Woche, die restlichen drei Stunden sind Umrüst- und Wartungszeit. Wir sind sehr zufrieden mit dieser hohen Maschinenverfügbarkeit.» <<

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