Interview mit Yasushi Suzuki, Geschäftsführer OSG Deutschland Forschung und Entwicklung konzentriert sich konsequent auf Kundenanforderungen

Im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt OSG in Japan 150 Mitarbeiter, weltweit zirka 300 Mitarbeiter. Allein für neue Beschichtungen investierte das Unternehmen in den letzten Jahren zirka 30 bis 40 Millionen Euro, Tendenz weiter steigend. Dieser enorme Aufwand so, Yasushi Suzuki, Geschäftsführer OSG Deutschland, resultiert nahezu ausschliesslich aus Kundenanforderungen, ohne die aber auch ein kontinuierliches Wachstum nicht möglich wäre.

Firma zum Thema

"Gleichbleibende Qualität ist grundsätzlich wichtiger als einmalige Highlights zu produzieren." (Yasushi Suzuki, Geschäftsführer OSG Deutschland)
"Gleichbleibende Qualität ist grundsätzlich wichtiger als einmalige Highlights zu produzieren." (Yasushi Suzuki, Geschäftsführer OSG Deutschland)
(Bild: OSG)

Herr Suzuki, OSG wächst seit Bestehen kontinuierlich. Worauf führen Sie dieses ständige Wachstum zurück?

Yasushi Suzuki: Es ist die Philosophie von OSG, sich konsequent an Kundenanforderungen zu orientieren. Wir sehen das als die sinnvollste Möglichkeit, sich kontinuierlich auf dem aktuellen Stand der Technik oder auch der Produktionsprozesse zu bewegen. Gleichzeitig werden so die neuen Aufgaben für unsere Forschung und Entwicklung definiert. Die Ergebnisse geben uns Recht, denn unsere Kunden realisieren damit seit Jahren ihre Projekte.

OSG ist weltweit mittlerweile in 29 Ländern vertreten. Wie wird man da den unterschiedlichen Anforderungen gerecht?

Suzuki: Die Basis für Neuentwicklungen unserer Produkte sind überwiegend Vollhartmetallsubstrate, Beschichtungen und Geometrien. Die Zusammensetzungen, Eigenschaften oder auch geometrische Auslegungen werden in unserem Headquarter in Japan entwickelt. Wir verfügen weltweit aber auch über sechs Technologiecenter wie beispielsweise die Akademie hier Göppingen. In diesen Technologiecentern werden die Anforderungen gebündelt und die Werkzeuge für die jeweiligen Länder, ob USA, China oder Europa entsprechend modifiziert.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 13 Bildern

In einem unserer Gespräche haben Sie erwähnt, für Japaner steht immer die höchste Qualität im Vordergrund. Gilt das auch für den Bereich Forschung und Entwicklung und wie lässt sich das umsetzen?

Suzuki: Dem ist so, denn auch für den Bereich Forschung und Entwicklung gilt die OSG Philosophie, dem Kunde kontinuierlich und gleichbleibende Qualität anbieten. Deshalb stellt sich bereits bei der Entwicklung bei uns immer die Frage, wie lässt sich Qualität durchgängig und langfristig produzieren. Das heisst, gleichbleibende Qualität ist grundsätzlich wichtiger als einmalige Highlights zu produzieren.

Schlägt sich dieser Aufwand auch im Preis nieder?

Suzuki: Ja, natürlich aber diese Qualität ist letztendlich auch Teil unseres Erfolgs, denn spätestens in der Werkstatt oder auf dem Bearbeitungszentrum sieht der Kunde in seinen Prozessen die möglichen Standzeiten der Werkzeuge, Zeiteinsparungen durch höhere Schnittgeschwindigkeiten oder auch die Prozesssicherheit, die für ihn ja von elementarer Bedeutung ist. In der Summe rechnet sich so der höhere der Invest sehr schnell.

Seit der Firmengründung sollen bei OSG in den Bereich Forschung und Entwicklung weit über 200 Millionen Euro geflossen sein. Können Sie uns da einige „Meilensteine“ nennen?

Suzuki: Bei dieser Frage blicke ich lieber in die Zukunft. Im Bereich Automobilindustrie gibt es da zahlreiche Beispiele wie Getriebe- und Abgastechnik oder auch Elektromobilität, die unsere Forschung und Entwicklung angeht. Speziell bei Elektrofahrzeugen stehen da viele Fragen im Raum. Dabei geht es nicht nur um Werkstoffe sondern auch um Varianten der Bearbeitungsprozesse. Das heisst, einerseits gibt es die klassischen Varianten mit Bearbeitungszentren. Andererseits rückt auch bei der Zerspanung der Roboter immer mehr in den Vordergrund. Das hat zwar zunächst keinen Einfluss auf das Hartmetall aber im Wesentlichen auf die Beschichtung und Geometrie des Werkzeugs. Da muss man bei der Beschichtung mit Kobalt oder anderen Zutaten, mit unterschiedlichen Schnittwinkeln etc. variieren. Aktuell beschäftigen wir uns aber zusätzlich mit interessanten Projekten im Bereich Luft- und Raumfahrt. Speziell bei Flugzeugen, Raketen oder auch Satelliten kommen neue Werkstoffe zum Einsatz. Unabhängig von den Industriezweigen sind aber auch Neuentwicklungen notwendig, um die Trockenbearbeitung oder MMS zu realisieren.

(ID:44861737)