Lorch: Effizienter und gesundheitsschonend schweissen

Fülldrähte und Brenner optimiert

| Redakteur: Konrad Mücke

Die Kombination aus Metallpulver-Fülldraht und den Prozessen SpeedArc oder SpeedArc XT ermöglicht, auch die ersten Lagen ohne aufwendiges Vorbereiten der Schweissspalte im Vollanschluss zu schweissen
Bildergalerie: 3 Bilder
Die Kombination aus Metallpulver-Fülldraht und den Prozessen SpeedArc oder SpeedArc XT ermöglicht, auch die ersten Lagen ohne aufwendiges Vorbereiten der Schweissspalte im Vollanschluss zu schweissen (Bild: Lorch Schweisstechnik)

Brenner, die das Rauchgas direkt absaugen, schützen die Gesundheit des Fachpersonals, das mit verbesserten Fülldrähten speziell dicke Bleche und Stahlträger effizienter schweissen kann. Bis zu 30 Prozent kürzere Schweisszeiten sind realisierbar. Vorarbeiten entfallen.

Fülldrähte nutzt man bevorzugt beim Schweis­sen dicker und schwerer Bauteile, die sehr hohen dynamischen Belastungen standhalten müssen. Dies betrifft beispielsweise den Landmaschinen-, den Baumaschinen- und den Stahlbau sowie den Schiffbau. Jüngst von Lorch verwirklichte Fülldrähte ermöglichen dort deutlich höhere Schweissgeschwindigkeiten. Zudem lassen sich bisher nicht mit Fülldraht zu schweissende Bauteile verbinden.

Energie fokussiert

Dank der fokussierten Energieeinbringung und der hohen Dynamik der Lichtbogen-Technologien Speed­Arc und SpeedArc XT lassen sich rutile Fülldrähte in Zwangslagen schneller schweissen. Es wird nur minimal Energie eingetragen. Somit sind dünne bis mittlere Bleche (4 bis 8 mm dick) nunmehr mit rutilen Fülldrähten problemlos schweissbar. Der hohe Lichtbogen-Druck des SpeedArc-Prozesses gewährleistet, dass bei dickeren rutilen Fülldrähten (zum Beispiel 1,6 mm) die Wurzel optimal erfasst wird. Dadurch entfällt der Drahtwechsel zwischen dem Schweissen der Wurzel- und der Decklagen. Das verkürzt deutlich die Nebenzeiten.

Ebenso arbeiten die Prozesse SpeedArc von Lorch beim Schweissen von Metallpulverdrähten deutlich effizienter. So lässt sich der tulpenförmige Lichtbogen des Fülldrahts derart stark fokussieren, dass er die Eigenschaften eines Massivdraht-Lichtbogens annimmt. Das ermöglicht, die ersten Lagen im Vollanschluss zu schweissen. Somit entfällt das äusserst zeit- und kostenintensive Vorbereiten der Schweissspalte. Darüber hinaus kann man nunmehr dank SpeedUp mit Metallpulver-Fülldrähten auch steigend einfach und schnell schweissen. Das aufwendige Wedeln beim Schweissen der ersten Zwischenlage von Rohrsteignähten (HotPass) entfällt. Die perfekte Regelungstechnik des Schweiss­prozesses SpeedUp ermöglicht zudem ein schnelleres Schweissen kurzer vertikaler Schweissnähte mit Metallpulver-Fülldraht. Der Wechsel zum rutilen Fülldraht entfällt. Das erweist sich als kostengünstig. Es beschleunigt die Abläufe und erhöht die Flexibilität. Wie Kim Angstmann, Produktmanagerin der Lorch Schweisstechnik GmbH, berichtet, können Fertigungsbetriebe mit der Kombination aus Schweissanlagen, Speed-Prozessen und Fülldraht-Paketen von Lorch bis zu 30 Prozent schneller schweissen.

Nachrüstbar

Übliche rutile und Metallpulver-Fülldrähte für die Baureihen Schweissgeräte MicorMIG, MicorMIG Pulse und S-SpeedPulse XT mit 1,2 und 1,6 mm Durchmesser stehen als Pakete zur Verfügung. Sie können mit den aktuellen Speed-Prozessen des Herstellers kombiniert eingesetzt werden. Bereits bestehende Schweissanlagen können nachgerüstet werden.

Rauchfreie Luft

Die aktuellen Speed-Schweissprozesse von Lorch tragen dazu bei, dass nur wenig Schweissrauch entsteht. Allerdings lässt sich gesundheitsschädlicher Schweissrauch nicht komplett vermeiden. Seit Ende des Jahres 2018 sind allerdings gemäss der Richtlinie TRGS 900 die Staubgrenzwerte von 1,25 mg/m3 verpflichtend einzuhalten. Deshalb hat der Hersteller Lorch eine Baureihe Brenner mit integrierter Rauchabsaugung verwirklicht. Sie trägt dazu bei, die Gesundheit der Schweisser zu schützen. Zudem können mit ihnen die Unternehmen die zunehmend strengeren Grenzwerte für alveolengängigen Staub (A-Staub) einhalten.

Die jüngst vorgestellten Brenner zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise, hocheffiziente Rauchabsaugung und exzellente Schweissperformance aus. Sie sind kompakt und leicht (nur 1,1 bis 1,5 kg schwer). Die Absaugöffnungen befinden sich direkt am Kopf der Schweissbrenner. So saugen sie den Schweissrauch direkt am Schmelzebad ab. Aufgrund der konischen Form des Absaugkopfes strömt zudem das Schutzgas bei höherer Geschwindigkeit aus. Somit erreicht es ungehindert das Schmelzebad. Das trägt auch in Zwangslagen zu einem stabilen Lichtbogen bei und beugt Poreneinschlüssen vor. Zudem verbessert der nach unten schlanker werdende Absaugkopf die Sicht auf die Schweissarbeit.

Vom Hersteller gibt es Rauchabsaugbrenner für 280, 320 und 550 Ampere Schweissstrom. Erstere sind mit Luft, der Letztere mit Wasser gekühlt. Zum Schutz vor Schweissspritzern oder scharfen Kanten der Werkstücke ist der Absaugschlauch bei allen Brennervarianten mit einem robusten Überzug aus Leder erhältlich. Kombiniert mit der innovativen Funktion Powermaster kann der Schweisser wichtige Parameter über das Bedienpanel direkt am Brenner einstellen. Die Brenner lassen sich an übliche Absauganlagen anschliessen. In der Kombination erreichen sie am Brennerkopf 55 bis 65 m³ stündliche Absaugung.

Direkt absaugen vorteilhaft

Direkt über den Schweisstischen installierte Absaug­arme gehören zu wichtigen Einrichtungen, um Grenzwerte für Konzentrationen am Arbeitsplatz einzuhalten und die Gesundheit des Personals zu schützen. Sie erweisen sich aber oft als hinderlich und unpraktikabel. Deshalb tritt immer mehr die brennerintegrierte Absaugung in den Fokus. Sie erweist sich als vorteilhaft. Es muss wesentlich weniger Luftvolumen abgesaugt werden. Zudem wird direkt am Lichtbogen abgesaugt.

Der gesundheitsgefährdende Schweissrauch gelangt erst gar nicht in die Nähe der Atemwege des Personals. - kmu - SMM

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46181776 / Verbindungstechnik)