Neue Modelle

Genfer Salon 2018: Das sind die Highlights

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Svenja Gelowicz

Auch der Genfer Autosalon steht im Zeichen des Wandels – er verleiht der Messe allerdings eine besondere Würze. Die E-Mobilität ist auf der traditionellen Frühjahrsmesse so präsent, facettenreich und faszinierend wie nie zuvor.
Auch der Genfer Autosalon steht im Zeichen des Wandels – er verleiht der Messe allerdings eine besondere Würze. Die E-Mobilität ist auf der traditionellen Frühjahrsmesse so präsent, facettenreich und faszinierend wie nie zuvor. (Bild: Christian Otto/Automobil Industrie)

Die Autowelt befindet sich im Wandel. Doch anders als noch auf der Detroit Motorshow im Januar muss sich dieser Umbruch nicht wie ein trauriger Einschnitt anfühlen. Auf dem Genfer Autosalon ist eigentlich alles wie früher, wenn auch ein wenig elektrischer. Die neuen Modelle im Überblick.

Auch der Genfer Autosalon steht im Zeichen des Wandels – er verleiht der Messe allerdings eine besondere Würze. Die E-Mobilität ist auf der traditionellen Frühjahrsmesse so präsent, facettenreich und faszinierend wie nie zuvor. Darüber hinaus stellen die etablierten Hersteller wie eh und je eine Reihe klassischer Neuheiten vor. Ebenfalls zahlreich sind exotische Sportwagenmarken mit spektakulären Hypercars vertreten. Elegante Studien und einige Tuner runden den sehenswerten Neuheitenreigen ab (Hier finden Sie eine Übersicht über Studien der OEMs in Genf). Genf bleibt Genf, zum Glück.

Genfer Autosalon 2018: Futuristische Studien

Und der Diesel? Selbst der ist noch nicht ganz tot. So stellt Mercedes einen Plug-in-Hybridantrieb mit Selbstzünder vor, der bei Flottenkunden in Deutschland auf grosses Interesse stossen könnte. Im Sommer soll die Antriebsvariante, die elektrische Reichweiten von rund 50 Kilometer erlaubt, in C- und E-Klasse zum Einsatz kommen. Einerseits. Andererseits hat Toyota mit der Vorstellung des neuen Auris, der künftig in zwei Hybridvarianten zu haben ist, angekündigt, in Europa keine Diesel mehr anbieten zu wollen.

Das sind die neuen E-Autos

Ganz klar auf dem Vormarsch befindet sich hingegen die E-Mobilität. Für einige Hersteller ist sie bereits Routine, wie etwa für Renault. Die Franzosen präsentieren eher nebenbei eine zweite Motorvariante für ihren seit Jahren erfolgreichen Elektro-Kleinstwagen Zoe. Diverse andere Volumenhersteller kündigen hochtrabende E-Mobilitäts-Pläne an, die mit riesigen Reichweiten und teilweise autonomen Fahrkünsten beeindrucken. So wie VW mit der Studie I.D. Vizzion, deren Serienversion in wenigen Jahren mit fast 700 Kilometern Reichweite und automatisierten Fahrkünsten auf Level 5 auf den Markt kommen soll.

Auch Aston Martin will elektrisch werden, wie das Lagonda Vision Concept zeigt, das Ausblick auf ein für 2021 geplantes Serienmodell mit mehr als 600 Kilometern Reichweite und autonomen Fähigkeiten auf Level 4 gibt.

Andere werden deutlich früher konkreter wie etwa Jaguar mit dem I-Pace, der im Sommer für rund 80.000 Euro mit fast 500 Kilometern Reichweite zu haben ist. Auch Audi zeigt mit dem e-tron einen Stromer mit SUV-Karosserie, der einen ähnlich weiten Radius wie sein englischer Mitbewerber bieten soll. Hyundai hat mit dem Kona künftig einen kleinen SUV-Stromer im Modellprogramm, der mit der grösseren von zwei Batterieoptionen nach neuer WLTP-Messung entweder 300 oder 470 Kilometer weit fährt: Wahlweise gibt es 99 kW/135 PS oder 150 KW/204 PS.

Für 2019 kündigt ausserdem Volvos Performance-Marke Polestar das elektrische Sportcoupé 1 an und Porsche hat das Konzeptfahrzeug Mission E Cross Turismo mitgebracht, das Ausblick auf ein Serienmodell mit 500 Kilometern Reichweite geben soll.

Nischenmodelle auf dem Genfer Salon

Neben den Plänen der etablierten Automarken sind viele kleine Hersteller mit zum Teil eigenwilligen Fahrzeugen für die Nische am Lac Léman vertreten. Die japanische Firma Fomm stellt kleine Schmalspurautos für die überfüllten Grossstädte vor. Rollerhersteller Quadro hat den vierrädrigen E-Scooter Qooder mit dabei, der bis zu 260 Kilometer weit stromern kann.

Und dann gibt es noch die emotionalen E-Mobile wie den neuen Rimac 2 mit fast 2.000 PS, der elektrisch angetriebene Isetta-Nachbau Microlino, der E-Moke, Morgans Threewheeler oder der Offroad-Buggy Erod der Schweizer Firma Kyburz. Nanoflowcell, die in den letzten Jahren mit einem besonderen Batteriekonzept für Aufsehen sorgten, fehlt hingegen.

Das zeigen die Sportwagenhersteller

Darüber hinaus präsentieren sich auch wieder in grösserer Zahl kleine und exotische Sportwagenhersteller in Genf mit konventionellen Verbrennern. Definitiv sehenswert sind die Hypercars von Zenvo und Hennessey, die sich trotz einer Leistung von rund 1.200 beziehungsweise 1.600 PS allerdings einer Genf-Neuheit geschlagen geben müssen: Die Krone als schnellstes Auto der Welt beansprucht der Newcomer Corbellati in Genf für sich, dessen 1.800 PS starker Missile mehr als 500 km/h erreichen soll.

Ganz nebenbei ist Genf auch Bühne für einige ganz gewöhnliche Serienautos. Neben dem erwähnten Toyota Auris hat in der Kompaktklasse Kia den Ceed und Mercedes die A-Klasse dabei. Ein Segment höher feiern der elegante Peugeot 508, Volvo V60 sowie in der oberen Mittelklasse Audis A6 ihr Messedebüt. Im Doppelpack bringt PSA zudem den Citroen Berlingo und Markenschwester Peugeot den offroadig angehauchten Rifter.

Genfer Salon 2018: Das sind die neuen SUVs

Apropos geländegängig: Selbstredend erblicken auch einige neue SUV-Modelle das Licht der Öffentlichkeit. Der Genfer Autosalon öffnet ein weiteres Kapitel im nicht enden wollenden SUV-Boom. Der Markt giert nach vielseitigen Hochbeinern, die Industrie antwortetet mit immer neuen Modellen. Anders als in den vergangenen Jahren spielt der Dieselmotor im SUV-Segment eine untergeordnete Rolle. Diesel-SUVs haben in Genf jedenfalls Seltenheitswert. Gross in Mode sind hingegen Crossover mit E-Antrieb.

So stellt Audi mit dem e-tron seine Antwort auf Teslas Model X vor. Noch in diesem Jahr soll das Modell im Q5-Format mit 283 kW/385 PS und 500 Kilometern Reichweite auf den Markt kommen. Während der Audi noch getarnt in Genf gezeigt wird, stellt Jaguar seinem I-Pace hüllenlos vor.

Ebenfalls im Sommer startet Hyundai in Europa mit Kona Elektro und Nexo mit gleich zwei neuen elektrisch angetriebenen SUV-Modellen. Preise hat Hyundai noch nicht veröffentlicht, wahrscheinlich liegen sie zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Etwa doppelt so teuer wird der Nexo, der als Besonderheit eine Brennstoffzelle bietet. Hier wird also kein Strom, sondern Wasserstoff getankt.

Die teilelektrischen SUV-Neuheiten

Neben den rein elektrischen gibt es auch teilelektrische SUV-Neuheiten in Genf. Bentley etwa zeigt seinen Bentayga mit einer Kombination aus Dreiliter-V6 und E-Antrieb, der emissionsfreies Fahren für rund 50 Kilometer erlaubt. Mitsubishi stellt zudem den gelifteten und technisch aufgewerteten Outlander PHEV vor, der neben einem stärkeren Benziner und stärkeren E-Motoren ausserdem eine um 15 Prozent grössere Batterie bekommen hat.

Darüber hinaus hat Lexus das neue Kompakt-SUV UX mitgebracht. Der Ersatz für den glücklosen CT 200h tritt mit einem klassischen Toyota -Hybridantrieb mit 131 kW/178 PS oder einem konventionellen Zweiliter-Benziner in Deutschland an.

Sportliche SUVs in Genf

Einige neue SUV-Modelle lassen in Genf zudem auf eindrucksvolle Weise die Muskeln spielen. Um einen fast schon reinrassigen Sportwagen handelt es sich beim Lamborghini Urus. Sein Biturbo-V8 mit vier Litern Hubraum leistet 478 kW/650 PS und 850 Newtonmeter Drehmoment, was eine Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h ermöglicht. Ebenfalls mächtig Power steckt im Mercedes-AMG G 63, der 430 kW/585 PS und 850 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stellt. Die Sprintzeit des 2,5-Tonners auf 100 km/h liegt bei 4,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit bei bis zu 240 km/h. Mit dem Cupra Ateca zeigt schliesslich die neue Performance-Marke von Seat ein 221 kW/300 PS starkes Kompakt-SUV, das den Standardsprint in 5,4 Sekunden absolviert und eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h erreicht.

Hingucker sind ausserdem die Neuauflage des BMW X4 sowie das zweitürige Range Rover SV Coupé. Von letzterem sollen lediglich 999 Exemplare zum Stückpreis von fast 300.000 Euro entstehen. Neben gehobenem Luxus bietet der exklusive Range einen 416 KW/565 PS starken V8-Kompressormotor, mit dem der 2,5-Tonner in 5,3 Sekunden von null auf 100 km/h sprinten und bis maximal 266 km/h schnell werden soll.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf unserem Partnerportal automobil-industrie veröffentlicht.

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